Horrido - LinkFang.de





Horrido


Horrido oder Horridoh, auch Horido,[1] ist ein alter Gruß und Jagdruf aus der Jägersprache, der sich vom Hetzruf des Rüdemeisters beziehungsweise Rudelführers bei Meute- oder Treibjagden zum Anfeuern der Jagdhunde ableitet. Dieser Ruf lautete ursprünglich Ho’ Rüd’ Ho’ – also: Hoch, Rüde, hoch! Eine manchmal vermutete Ableitung vom lat. horridus (rau, struppig) oder horribilis (schauderhaft, schrecklich) ist hingegen nicht anzunehmen.

Verwendung

Jagd

In jagdlichen Kreisen ist Horrido bis heute gebräuchlich als Begrüßung (die Erwiderung lautet dann genauso), aber auch zur Ehrenbekundung als Hochruf bei festlichen Gelegenheiten und als Trinkspruch. Dabei ruft eine Person dreifach Horrido und die Runde antwortet jeweils mit Jo-Ho (oder seltener: Ho-Ho (vergleiche Liedtext zu Sonntagsjäger der Band Torfrock)). Auch beim Stelldichein von Reitjagden wird zum Aufbruch zur Jagd ein dreifaches Horrido gerufen. Ein verbreiteter Trinkspruch lautet:

Es lebe der Teufel und die Jagdreiterei!
Horrido – Joho, Horrido – Joho, Horrido – Joho!
Hussassa!

Aus der DDR, wo die sogenannte Staatsjagd zu den Ritualen der Partei- und Staatsführung gehörte, wurde der Gruß Horrido auch zum Abschluss der Jagd gebraucht.[2]

Jugendbewegung

Außerhalb der Jägerschaft ist der Gruß vor allem bei Wandervögeln, Fahrtenbünden und in Teilen der Pfadfinder-Bewegung sowie in der Deutschen Waldjugend verbreitet. Dort ersetzte Horrido mit Aufkommen des Nationalsozialismus den zuvor bereits gebräuchlichen Gruß Heil.

Militär

Auch in die militärische Sprache und das entsprechende Brauchtum der Schlachtrufe hat der Gruß bereits ab 1631 Eingang gefunden, nachdem unter dem hessischen Landesfürsten Wilhelm V. von Hessen-Kassel eine militärische Einheit aus waffenkundigen Forstleuten und Jägern aufgestellt wurde. Kurz darauf übernahm der große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg dieses Konzept für seine Armee. Friedrich der Große bildete schließlich das Reitende Feldjägerkorps ebenfalls nur aus mit guter Geländeerfahrung ausgestatteten Forstbeamten und Forstdienst-Anwärtern. Diese waren gleichzeitig Jäger.

Als Schlachtruf wird die Kombination Horrido – Joho in Deutschland auch bei den Truppengattungen der Jäger, Gebirgsjäger, Gebirgstruppe, Feldjäger, Heeresaufklärungstruppe, von Teilen der Versorger und bei der Luftwaffe in Jagdgeschwadern und in einigen Teilen der Luftwaffensicherungstruppe und der Führungsunterstützung der Bundeswehr sowie, auf Grund der traditionellen Nähe zur Infanterie, bei einigen Panzergrenadiereinheiten (gerne in Kombination mit dem eigentlichen Schlachtruf der Panzergrenadiere) verwendet.

Karneval

Horrido ist der närrische Schlachtruf im thüringischen Oelze. Im Ganzen heißt es: Auf den Karneval im Schwarzatal ein dreifaches Horrido!

Auch die Narrenzunft Horb am Neckar benutzt diesen Ausruf. Ihr Schlachtruf ist: Horrido, die Horber hopset no!

Schützenvereine

In Schützenvereinen, insbesondere im Landkreis Osnabrück (Niedersachsen), ist der Ausdruck als Gruß gebräuchlich, etwa im Schützenverein Iburg von 1869,[3] im Schützenverein Glane von 1578 im Bad Iburger Ortsteil Glane[4] oder im Schützenverein Aschen von 1909 in Dissen.

In Niedersachsen tragen eine Reihe von Schützenvereine Horrido im Namen, so die Schützenvereine Horrido Heckenbeck, in Bockenem, in Völkenrode, in Ingeln, in Lichten oder in Seesen, in Hessen etwa in Bebra der Schützenverein Horrido Weiterode oder in Stadtallendorf.[5]

Im Münsterland wird das „Horrido“ vornehmlich beim Zuprosten verwendet. Hierbei wird, anders als bei der Jagd, nicht mit „Joho“ sondern einfach mit „Jo“ geantwortet. Etwa: „Zu Ehren des Schützenkönigs ein dreifach kräftiges Horrido!“. Die Antwort lautet dann „Jo!“. Eine weitere Variante, welche auch häufig anzutreffen ist, ist der Ruf "Zu Ehren des Schützenkönigs ein dreifach kräftiges Horri!". Darauf wird mit einem "Do!" entgegnet. Nach einem dreimaligen Ruf wird dann mit einem "Hussa, Hussa, Hussassassa!" der Trinkruf beendet.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Liederblatt Der Tab bricht an, die Jagd geht los
  2. Erich Honecker ruft Horrido (Youtube)
  3. Schützenverein Iburg von 1869
  4. Schützenverein Glane von 1578
  5. Sportadressen.de

Kategorien: Militärisches Brauchtum und Ritual | Grußformel | Jagdreiten | Jägersprache | Landgrafschaft Hessen-Kassel | Jugendbewegung | Hessische Militärgeschichte

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Horrido (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.