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Horeb


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Horeb (Begriffsklärung) aufgeführt.

Der Horeb (hebr. חורב „Ödland, Wüstengebiet“) ist in der Bibel der „Gottesberg“, an dem Mose dem Gott JHWH begegnet (ExEU ) .

Forschung

Ob der Berg Horeb mit dem biblischen Sinaiberg identisch war oder später mit ihm gleichgesetzt wurde, ist ungewiss. Einige moderne Theologen vermuten, dass hinter der Geschichte vom brennenden Dornbusch ein Bergheiligtum der Midianiter stand, die dort einen Vulkan- oder Wettergott mit Namen JHWH anbeteten. Mose könnte von dieser Gottheit dann von Jitro, deren Priester, als Gott seines Volkes erfahren und sie mit den namenlosen Vätergöttern der Hebräerstämme identifiziert haben (2 Mos 18,10–12 LUT ) . Nach dem Bekanntwerden der Tora am Sinai könnte dieser Berg mit dem Ort der Offenbarung Gottes an Mose verknüpft worden sein. Eventuell trug der Gottesberg der Midianiter aber auch gar keinen bestimmten Namen, und der Horeb war einfach ein anderer Name für den Berg, an dem die Israeliten später die Gesetze empfingen.[1]

Hebräische Bibel

Am Horeb soll Mose Wasser aus dem Felsen herausgeschlagen haben (Ex 17,5 f EU ) .

In der späteren prophetischen Tradition des Nordreichs Israel erscheint der Horeb dann nach dem Gottesurteil gegen die Baalspriester auf dem Karmel (1 Kön 18 EU ) als Fluchtort Elijas vor der rachsüchtigen Königin Isebel (1 Kön 19 EU ) . Hier wird im bewussten Kontrast zur Sinai-Offenbarung gesagt, dass Gott weder im Sturm noch im Erdbeben noch im Feuer erscheint, sondern in der inneren Stimme, die den Propheten zum Eingreifen in die Politik seines Volkes bewegt. Erstmals soll er einen fremden König zum Werkzeug Gottes zur Demütigung seines abtrünnigen Volkes salben (1 Kön 19,11–18 EU ) .

So wurde der Horeb ein Symbol für die Berufung des einsamen Propheten Gottes, der gegebenenfalls auch gegen die Herrscher auftrat.

Neues Testament

Das Johannesevangelium (Joh 4,10 EU ) erzählt von Jesus als Quelle des lebendigen Wassers. Dieses „lebendige Wasser“ wird kirchengeschichtlich später mit dem Heiligen Geist identifiziert und auf die christliche Taufe bezogen.

In typologischer Anknüpfung an die Prophetie wurde später im Neuen Testament auch die endzeitlichen Lehren Jesu als Verkündigung für ganz Israel auf einen unbekannten Berg in Galiläa situiert (Bergpredigt Mt 5–7).

Im Galaterbrief wird in Kapitel 4 EU eine Allegorie zwischen dem Berg Horeb oder Sinai und dem Berg Zion, also dem Tempelberg in Jerusalem, hergestellt, in dem die Tora am Sinai dem Volk Israel gegeben wurde, aber die Befreiung von der Tora in Jerusalem mit dem Selbstopfer Jesu, d. h. durch dessen Kreuzigung durch die Römer, erkauft wurde.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Ernst Würthwein: 1. Kön. 17 - 2. Kön. 25. Teil 2. Band 11 von Das Alte Testament Deutsch, Vandenhoeck & Ruprecht, 1977, ISBN 978-3-525-51152-7, S. 277 f.

Kategorien: Ort in der Bibel | Moses

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