Honzon - LinkFang.de





Honzon


Honzon (jap. 本尊) bezeichnet, speziell im japanischen Buddhismus, den Hauptgegenstand der Verehrung. Als Zeichen der Verehrung wird das japanische Honorativpräfix go () davor gesetzt, so dass er als Gohonzon bezeichnet wird.

Honzon in der japanischen Religion

Honzon ist in der japanischen Religion ein allgemeiner Begriff für übernatürliche Wesenheiten, die in einer lokalisierbaren Form, etwa in Statuen, Symbolen o.ä. rituell verehrt werden. Es können Kami, Buddhas, Tengus, Myōjin oder sonstige übernatürliche Wesenheiten sein, aber auch Schriften, Objekte u.a. Die Objekte, in denen sich die Wesenheiten manifestieren, werden oft versteckt und nur gelegentlich, nur bestimmten Personen, oder auch gar nicht, gezeigt. Aufbewahrt werden derlei Gegenstände meist in einem sog. Butsudan.

Meist bezieht sich Gohonzon auf die Wesenheit, die hauptsächlich in einem Tempel oder Schrein verehrt wird. Dabei gibt es Brüche zwischen dem Empfinden der Öffentlichkeit und der orthodoxen Wahrnehmung. Ein Beispiel ist die Sōtō-shū: Ihre Gohonzon sind offiziell Shakyamuni Buddha, Dōgen und Keizan Jōkin. Je nach Tempel werden von den besuchenden Japanern aber andere Wesenheiten als Gohonzon betrachtet, z.B. Kannon, Inari (ein Kami), verschiedene Tengu usw. Die jeweiligen Gohonzon gelten als besonders mächtig in der Verleihung von genze riyaku, diesweltlichen Wohltaten.

Nichirens Gohonzon

Der Moji-mandala Gohonzon oder Mandala Gohonzon (曼荼羅御本尊), ist in vielen Schulen des Nichiren-Buddhismus wie der Nichiren-shu [1] ein zentrales Objekt der Verehrung. In der Nichiren Shoshu und Soka Gakkai [2] ist er das einzige Objekt der Verehrung.

Im Nichiren-Buddhismus, der auf den Mönch und Gelehrten Nichiren (1222–1282) zurückgeht, stellt der Gohonzon als Mandala einen der drei Verehrungsbereiche (auch „Die drei großen geheimen Dharmas“ genannt) seiner Lehre dar. Die anderen beiden sind das Daimoku bzw. Odaimoku „Namu Myōhō Renge Kyō“ (ein Mantra) und der Ort (Kaidan), an dem der Gohonzon eingeschreint ist bzw. wo Namu Myōhō Renge Kyō rezitiert wird. Einige Nichiren-Schulen (bspw. die Nichiren-Shōshū) sehen einen zentralen Tempel als Kaidan an, einige auch das Land Japan als ganzes.

Der Nichiren-Gohonzon ist ein kalligrafisches Mandala, in dessen Zentrum Namu Myōhō Renge Kyō geschrieben steht, umgeben von Buddhas, Gottheiten, Dämonen und Geistern, welche als Repräsentationen des eigenen Lebens stehen und somit in ihrer Gesamtheit die Buddhaschaft an sich darstellen. Zudem symbolisiert die Anordnung der einzelnen Elemente auf dem Gohonzon die sog. „Zeremonie in der Luft“. In dieser metaphorischen Zeremonie verkündet Shakaymuni Buddha das Lotos-Sutra, dessen Richtigkeit von den dargestellten Wesen bestätigt wird. Der Gläubige soll sich also als Teilnehmer dieser Zeremonie sehen. In den verschiedenen Nichiren-Schulen bestehen jedoch unterschiedliche Auffassungen, welche Rolle dem Gläubigen als Teilnehmer an dieser metaphorischen Zeremonie zuerkannt werden soll.

Bis zum heutigen Tage existieren noch einige von Nichiren selbst gefertigte Gohonzon. Je nach Nichiren-Schule werden den Gläubigen Kopien davon übergeben, oder es werden von Priestern Kopiervorlagen angefertigt, auf denen Abschriften für die Gläubigen beruhen.

Somit stellt der Gohonzon für den Gläubigen des Nichiren-Buddhismus das religiöse Objekt oder den Fokus der Verehrung dar. Den meisten Nichiren-Schulen ist jedoch gemein, dass nicht das Objekt an sich, sondern das, was es darstellen soll, verehrt wird.

Literatur

  • Lotus Seeds, The Essence Of Nichiren Shu Buddhism, Nichiren Buddhist Temple of San Jose, ISBN 0970592000
  • A Dictionary of Buddhist Terms and Concepts, Nichiren Shoshu International Center, ISBN 4888720142
  • M. MacWilliams, Techno-Ritualization, the Gohonzon Controversy on the Internet, Online – Heidelberg Journal of Religions in the Internet 2.1 (2006), pp. 91-122. PDF

Quellen

  1. Shutei Mandala
  2. Nichikan Gohonzon Erklärung (Englisch)

Weblinks

Gohonzon (Memento vom 30. Oktober 2007 im Internet Archive)


Kategorien: Buddhistische Literatur | Buddhismus in Japan | Kultgegenstand

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