Honda CB900F - LinkFang.de





Honda CB900F


Honda

CB900F
Hersteller: Honda Motor Co., Ltd.
Verkaufsbezeichnung Bol d’Or
Produktionszeitraum 1978 bis 1984
Klasse Motorrad
Bauart Sporttourer
Motordaten
Viertaktmotor, Luftkühlung, DOHC
4 Zylinder, 16 Ventile, 4 Vergaser
Hubraum (cm³) 895
Leistung (kW, PS) 70 / 95 bei 9.000 min−1
Drehmoment (N m) 77,5 bei 8.000 min−1
Höchst­ge­schwin­dig­keit (km/h) 213
Getriebe 5-Gang
Antrieb O-Ring-Kette
Bremsen Scheibenbremsen,
vorne 2 × Ø 276 mm,
hinten Ø 296 mm
Radstand (mm) 1515
Maße (L × B × H, mm): 2240 × 795 × 1125
Sitzhöhe (cm) 81,5
Leergewicht (kg) 233
Vorgängermodell Honda CB750 Four
Nachfolgemodell Honda VF1000F

Die Honda CB900F ist ein Motorrad des japanischen Herstellers Honda, das im Jahr 1978 auf der IFMA in Köln vorgestellt wurde und 1979 auf den Markt kam. Das Fahrzeug war für Europa entwickelt worden, die Markteinführung in den Vereinigten Staaten war erst 1981.[1] In Europa trug die CB900F die Zusatzbezeichnung Bol d’Or.

Vorgeschichte

Der Bol d’Or ist ein Langstreckenrennen über 24 Stunden, das Honda in den Jahren 1972 und 1973 erstmals gewann, aber 1974 und 1975 gegen Kawasaki Z1 verlor.[2] Im Straßenverkehr ließ Honda die Kawasaki Z ziehen, aber auf der Rennstrecke nahm das Werk die Herausforderung an. Von 1976 bis 1978 gewann Honda den Bol d’Or dreimal in Folge, mit Vierzylindern von 941 bis 998 cm3 Hubraum, die auf dem Motor der CB750 Four basierten und anders als alle damals käuflichen nicht nur zwei Nockenwellen bekamen, sondern zudem 16 Ventile – wie die CB 900 F.

Diese Rennmotorräder waren spektakulär, aber fast verkehrstauglich, wie schon 1976 zu erfahren war.[3] Die sportlichste käufliche Honda war die ältere Honda CB750 Four mit nur einer Nockenwelle, und das Spitzenmodell war die Honda Gold Wing, die in Europa mit Unfällen bei hoher Geschwindigkeit auffiel. Ansehen hatte Honda ursprünglich mit alltagstauglicher Technik aus dem Rennsport erlangt, durch die Honda CB450.

Technik

Die CB900F war eine komplette Neukonstruktion parallel zur Honda CBX und wurde später zur CB1100F und zur CB1100R des Jahres 1980.

Mit weniger Kolbenhub und kleineren Zylindern als die CB900F gab es die CB750F mit gleichem Fahrwerk. Dieser Motor mit kleinerer Kurbelwelle und ohne Ölkühler treibt auch die CB750K an, deren Rahmen schwächer ausgelegt ist.[4]

Der Motor der CB900F ist auch rückblickend ein Meilenstein.[5] Nicht wegen brachialer Leistung, sondern weil er aus niedrigen Drehzahlen bis in hohe Drehzahlen locker durchzieht und ausgezeichnete Durchschnittsgeschwindigkeiten ermöglicht. Die zwei oben liegenden Nockenwellen betätigen die 16 Ventile über Tassenstößel. Der Motor leistet rund 70 kW (95 PS), von denen in zeitgenössischen Tests nur 84 PS nachgemessen werden konnten, aus einem Hubraum von 901 cm³. Das Gewicht der Maschine liegt bei 260 Kilogramm. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 213 km/h.

Weiterentwicklung

Sowohl die CB900F (SC01) als auch die CB750F (RC04) wurden bis Mitte der 1980er Jahre gebaut und regelmäßigen Modellpflegemaßnahmen im Fahrwerksbereich unterzogen. Der CB900F Bol d’Or (SC01) folgte die CB900F Bol d’Or (SC09) nach, die neben einer gummigelagerten Motorhalterung mit 18"-ComStar-Felgen im Bumerangdesign vorne und hinten statt der bis dahin verbauten Kombination aus Fünfspeichen-ComStar-Felgen mit 19" vorn und 18" hinten ausgestattet wurde. Weil die Bremsanlage mit Nissin-Einkolbenschwimmsätteln sich in der Praxis als zu schwach erwies, wurden 1981 die Schwimmsättel im Rahmen der Modellpflege gegen Doppelkolbenschwimmsättel des gleichen Herstellers getauscht.

Die Modelle SC01, SC09 und RC04 wurden zusätzlich als F2-Version mit Vollverkleidung ausgeliefert. Die Besonderheit dieser Verkleidung war, dass sie im unteren Bereich nur hinter der Zylinderbank verlief und als Beinschienen geformt im Fall eines Frontalzusammenstoßes den Fahrer über das Unfall-Hindernis lenken sollte.

Die Bol-d’Or-Baureihe wurde mit der CB1100F Super Bol d’Or (SC11) weitergeführt. Hier wurde im Gegensatz zu den Vorgängermodellen eine Kastenschwinge verbaut. Die sportlichsten Modelle der Bol-d’Or-Familie waren Mitte der 1980er die CB1100R (SC05) mit einer an die F2 angelehnten Verkleidung und die CB1100R (SC08) mit einer völlig neu gestalteten Vollverkleidung.

Vornehmlich in den USA bot Honda Motoren der Modellreihe in diversen „Choppern“ an. Die Modelle CB900C (SC04) und CB1000C (SC10) wurden ausschließlich für den nordamerikanischen Markt angeboten. Wesentlicher Unterschied zu allen anderen Varianten ist der Sekundärantrieb via Kardanwelle und das zusätzliche Vorlegegetriebe, das in Kombination mit dem regulären Fünfganggetriebe insgesamt 10 Gänge zur Verfügung stellt.

Nachfolger

Im Jahr 1984 präsentierte Honda als sportliche große Vierzylinder die VF1000F und VF1000R mit V-Motor und erheblichen Problemen.[6] Das nächste Sportmotorrad von Honda hatte wieder einen Reihenmotor mit rund 900 cm3 Hubraum, setzte 1992 einen neuen Maßstab für Leichtbau und hieß Honda CBR900RR Fireblade.

Ab 1993 brachte Honda das Naked Bike CB1000 mit Wasserkühlung auf den Markt, das zur Honda CB1300 Super Bol d’Or wurde.

Literatur

  • Jochen Kuch: Honda - Motorräder seit 1970. - 1. Auflage. Motorbuch-Verlag,- Stuttgart , 2009. (Typenkompass) ISBN 978-3-613-02989-7
  • Dirk Vogt: Mythos Bol d’Or – Honda CB 900 F – Legende oder Marketing: der moderne Motorradklassiker. 2. Auflage. Books on Demand, 2007, ISBN 978-3-8334-9337-9.

Weblinks

 Commons: Honda CB900F  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 30 Jahre HONDA CB 750 Four (PDF; 202 KB) 1. Honda CB 750 Four Club e.V. Deutschland. S. 20. Abgerufen am 5. Januar 2013.
  2. Mick Walker: Japanese Production Racing Motorcycles. Redline, 2003 (online [abgerufen am 5. Januar 2013]).
  3. Waldemar Schwarz: Honda RCB 1000 . Motor Presse Stuttgart. 19. Dezember 2011. Abgerufen am 5. Januar 2013.
  4. Honda comes back strong. In: Cycle World. Volume 18, Nr. 1, Januar 1979, S. 91 (online [abgerufen am 5. Januar 2013]).
  5. Werner Koch: Der sportliche Angriff auf die Europäer hieß Honda Bol d’Or . Motor Presse Stuttgart. 5. Februar 2010. Abgerufen am 5. Januar 2013.
  6. Peter Limmert: Fehlstart . Motor Presse Stuttgart. 3. November 1999. Abgerufen am 5. Januar 2013.

Kategorien: Honda-Kraftrad | Sporttourer | Motorradmodell

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Honda CB900F (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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