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Holnis


Karte der
Halbinsel Holnis
Umgebungskarte der
Flensburger Förde

Holnis (dänisch: Holnæs) ist eine Halbinsel, die sich auf einer Länge von 6 km nord-östlich der Stadt Glücksburg in Schleswig-Holstein in die Flensburger Förde erstreckt und zum Stadtgebiet Glücksburg gehört. Auf der Halbinsel befinden sich eine Steilküste und eine Salzwiese mit einer bedeutenden Brutkolonie für Seevögel sowie die Glücksburger Ortsteile Bockholm, Kobbellück, Schausende und Drei. Bis zu ihrer Eingemeindung nach Glücksburg am 1. Oktober 1938 bildete Holnis eine Gemeinde im Kreis Flensburg-Land.

Geographie

Die zwischen dem Ortsteil Schausende (dänisch: Skovsende, etwa „Waldende“) und der Spitze der Halbinsel liegende Steilküste ist ein Resultat der tektonischen Verformungen durch die letzte Eiszeit, die für die Landschaftsgenese der gesamten Ostküste des nördlichen Schleswig-Holsteins verantwortlich ist. Die in der letzten Eiszeit entstandenen Endmoränen reichen hier bis an die Ostseeküste heran und sind durch die Brandung der Jahrtausende zu einer Steilküste geformt worden. Da die Steilküste bis heute in ihrem ursprünglichen Zustand belassen wurde, bricht von Zeit zu Zeit einiges Material aus den unterhöhlten Stellen ab und bleibt an der Brandungsplattform liegen. Es kann vorkommen, dass auch größere Teil als Schollen abrutschen, weil die Moränen von zahlreichen Tonschichten durchzogen werden. Da sich auf diesen wasserundurchlässigen Tonschichten das Niederschlagswasser sammelt, tritt an den steilen Wänden Wasser aus zahlreichen kleinen Quellen zutage.

Der im Ortsteil Drei (dänisch: Draget) gelegene Bade- und Kurstrand gilt als einer der schönsten Strände an der Flensburger Förde: Im Gegensatz zum Glücksburger Kurstrand liegt der Drei-Strand nicht an der Innenförde, sondern an der Flensburger Außenförde. Sie öffnet sich zur freien Ostsee mit einer gleichbleibenden Zirkulation und folglich einem dauerhaften Wasseraustausch, der in der Innenförde wesentlich geringer ist. Hieraus resultiert in der Außenförde eine oft deutlich bessere Wasserqualität mit einem höheren Salz- und Sauerstoffgehalt, während die Innenförde nahezu aus Brackwasser besteht.

Ursprünglich war Holnis eine Insel, die über einen Damm ans Festland angebunden wurde. Das große und das Kleine Noor sowie der See Neupugum waren flache Meeresbuchten. Durch Eindeichungen im Jahr 1929 wurde das Gebiet endgültig ans Festland angeschlossen. Ein Schöpfwerk bei Schausende entwässert bis heute dasjenige Gelände, das unterhalb des Meeresspiegels liegt. Erst 2002 wurde wieder ein kleiner Durchstich durch den Deich gewagt und das kleine Noor an die Flensburger Förde angeschlossen. Hier ist in kurzer Zeit wieder ein sehr artenreiches Biotop entstanden.

Naturschutz

Teile der Halbinsel sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen: Das kleine Noor steht, ebenso wie die Steilküsten, die Salzwiese, der Nordstrand und die Flächen am Deich ab Schausende unter Naturschutz. Sie dürfen mit Ausnahme des Nordstrandes nicht betreten werden, da sie wertvolle Rast- und Brutflächen für Seevögel bieten. Einige der unter Schutz stehenden Wiesen werden durch Gallowayrinder und schottische Hochlandrinder extensiv beweidet. Hierbei entsteht eine savannenartige Landschaft mit hoher Artenvielfalt.

Die reizvolle Landschaft ist ein beliebtes Ausflugsziel. Vor allem an den Wochenenden ist der Nordstrand im Sommer als Badestrand beliebt, da er nicht kurtaxenpflichtig ist. Das Gebiet wird von Mitarbeitern des Nabu SH überwacht. In der Infohütte kann man sich über das Schutzgebiet informieren.

Aus dem recht großen Besucherandrang ergeben sich einige Probleme. Das Gebot, auf den Wegen zu bleiben, die Steilküstenbereiche nicht zu betreten und Hunde an der Leine zu führen, wird zum Teil nicht beachtet. Ebenso kommt es zu achtloser Müllentsorgung.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus

Neben der Natur beherbergt die Halbinsel einige Sehenswürdigkeiten, beispielsweise auch den Leuchtturm Holnis. Ebenfalls als Sehenswürdigkeit muss die Kirche von Broager genannt werden. Sie ist zwar nur in der Ferne auf der anderen Seite der Förde zu sehen, doch die Sage von den Doppeltürmen von Broager ist auch hier sehr bekannt und die ferne Kirche wird in diesem Zusammenhang gerne gezeigt. Auch die Ochseninseln mit der Sage ihrer Entstehung gehören zu den Sehenswürdigkeiten in der Ferne.

Etwas südlich der Holnis-Mole an der Holnisser Fährstraße befindet sich eine dänische Gedenkstelle, die auf eine hier stattgefundene See-Land-Schlacht erinnert. Zwei dänische Schiffe „Najaden“ und „Hekla“ waren involviert und der Quartiermeister der „Hekla“, Niels T. Børgesen, wurde tödlich getroffen. Er ist an dieser Stelle beigesetzt.

Aufgrund der aussergewöhlichen Landschaft ist Holnis ein beliebtes Urlaubsziel. Ferienwohnungen, Gästezimmer und ein am Oststrand gelegener Campingplatz Ostseecamp mit angeschlossenem großen Kurstrand sind vorhanden. An dem Kurstrand (im Osten) werden zahlreiche Wassersportmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten angeboten. Wassersportler finden im Westen den Club Nautic e.V., ein bewachter und sehr geschützter Sportboothafen mit 169 Liegeplätzen, der Gästeliegeplätze und ein Restaurant bietet. Im Südosten von Holnis fügt sich der 1972 gegründete 18-Loch Förde-Golf-Club Glücksburg an.

Die Sage vom Doktor Faust und seinem Fährknecht Nis

Eine lokale Sage unbekannten Ursprungs erklärt den Namen Holnis wie folgt: Der Doktor Faust, den man in der Gegend manchmal auch als Teufel bezeichnete, fuhr einst mit einem Nis, der in seinem Dienst stand, über die Förde. Aber der liebe Gott war dem Doktor Faust natürlich nicht wohlgesinnt und trieb ihn vor sich her. So kamen die beiden in einen starken Wind, und das gläserne Schiff, mit dem der teuflische Doktor die Tiefen und Untiefen des Meeres erforschte und Seekarten fertigte, drohte am Zugang zum Flensburger Hafen zu kentern. Faust, im Vergleich zum kleinen Nis zwar eine riesenhafte Gestalt, fürchtete den Untergang. So schrie der „olle Doktor“ „Hol Nis!“[1], denn der Nis sollte die Segel einholen und das Schiff zum Halten bringen, was ihm auch gelang. So entronn der Doktor Faust vorerst der göttlichen Strafe, und der Nis konnte aufatmen. Seitdem, so die Sage, heiße die dortige Halbinsel Holnis.[2]

Weblinks

 Commons: Holnis  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Offenbar niederdeutsch für „Halt Nis!“ Vgl. Johannes Sass: Der neue Sass – Plattdeutsches Wörterbuch – Plattdeutsch – Hochdeutsch, Hochdeutsch – Plattdeutsch. 2. Auflage, Wachholtz Verlag, Neumünster 2002, Eintrag: halten
  2. Vgl. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 28 und 33; wie auch: Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Angeln, Husum 1987, Seite 74.

Kategorien: Halbinsel (Schleswig-Holstein) | Naturschutzgebiet im Kreis Schleswig-Flensburg | Halbinsel (Ostsee) | Ehemalige Gemeinde (Kreis Schleswig-Flensburg) | Glücksburg (Ostsee) | Ort im Kreis Schleswig-Flensburg | Halbinsel (Europa)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Holnis (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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