Hohentengen am Hochrhein - LinkFang.de





Hohentengen am Hochrhein


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: WaldshutVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 368 m ü. NHN
Fläche: 27,55 km²
Einwohner: 3673 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79801
Vorwahl: 07742
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 053
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 4
79801 Hohentengen
Webpräsenz: www.hohentengen.de
Bürgermeister: Martin Benz
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Hohentengen am Hochrhein ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut im Bundesland Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde Hohentengen liegt auf dem nördlichen Rheinbord mit Blick auf die Schweiz. Bei entsprechender Wetterlage bietet sich vom Stettener „Kalten Wangen“ ein Ausblick auf die Schweizer Berge. Hohentengen am Hochrhein besteht aus sechs Ortsteilen: Hohentengen, Lienheim, Herdern, Bergöschingen, Günzgen und Stetten.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Klettgau, im Osten an die Schweizer Gemeinden Wasterkingen und Hüntwangen, im Süden an Glattfelden und Weiach, alle im Kanton Zürich, sowie Kaiserstuhl, Fisibach und Rümikon im Kanton Aargau, im Westen wieder an die deutsche Gemeinde Küssaberg.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus den sechs Ortsteilen Bergöschingen, Günzgen, Herdern, Hohentengen, Lienheim und Stetten. Die räumlichen Grenzen der Ortsteile Bergöschingen, Herdern, Hohentengen und Lienheim entsprechen denen der früheren Gemeinden gleichen Namens, die räumlichen Grenzen der Ortsteile Günzgen und Stetten entsprechen denen der früheren Wohnbezirke der Gemeinde Stetten. Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name des jeweiligen Ortsteils. Die Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[2]

Zum Ortsteil Bergöschingen gehören das Dorf Bergöschingen und die Höfe Becherhof, Dachshof, Heiterhof, Krummhof, Schrennenhof und Weilerhof. Zum Ortsteil Hohentengen gehören die Dörfer Hohentengen und Herdern, der Zinken Guggenmühle, die Höfe Engelhof, Neuhof und Unter Juckenhof und die Wohnplätze Klausen und Schloss Rötteln. Zu Lienheim das Dorf Lienheim und die Höfe Eichbühlerhof, Gatterhof, Gfällhof, Sandhof, Schlosshof, Steinlebachhof, Turmhof (bisher Türnenhof) und Vorderer Rohrhof (bisher Wüstrüttehof). Zur ehemaligen Gemeinde Stetten gehören die Dörfer Stetten und Günzgen und das Gehöft Lenkhof.
In Bergöschingen aufgegangen ist die Ortschaft Oberhofen. In Hohentengen aufgegangen ist die Ortschaft Klausen, des Weiteren liegt die Wüstung Weißwasserstelz im Ortsteil Hohentengen. In Lienheim aufgegangen ist die Ortschaft Kohlerhof.[3]

Ortsteile

Der Ortsteil Hohentengen ist das Zentrum der Gemeinde und Sitz der Gemeindeverwaltung.
Bergöschingen, der kleinste Ortsteil wird geprägt von landwirtschaftlichen Gebäuden. Idyllisch gelegen ist Bergöschingen ein Ort der Ruhe und Naturverbundenheit.
Lienheim ist der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Hohentengen a.H.
Der Ortsteil Günzgen liegt unmittelbar an der Grenze zur Schweizer Gemeinde Wasterkingen. Das Bild des kleinen malerischen Ortes erhielt in langer Planung sein heutiges reizvolles Gesicht.
Herdern ist der drittgrößte Ortsteil der Gemeinde Hohentengen, gelegen am Rheinufer auf halbem Weg zum Flusskraftwerk von Rheinsfelden/Schweiz.

Der Ortsteil Stetten gehört mit seinen knapp 300 Einwohnern zu den kleinsten Ortschaften der Gemeinde. Stetten liegt am Fuße des Kalten Wangen und liegt wunderschön inmitten von Feldern und Wiesen. Bei entsprechendem Wetter bietet sich den Wanderern vom Kalten Wangen ein grandioser Ausblick auf die Schweizer Alpen.

Geschichte

Der Historiker Franz Joseph Mone vermutete in Hohentengen die einstige römische Siedlung Tenedo, der Historiker Joseph Bader bezog dieses noch auf Tiengen, beides gilt heute als wiederlegt.

Der Ort gehörte wohl den Grafen von Tengen, deren Grafschaft Tengen mit dem von ihnen gegründeten Ort Eglisau in unmittelbarer Nachbarschaft lag. 1268 wird eine erste Kirche genannt, sie gehörte zum Dekanat Grießen. 1294 verkauft Lüthold von Regensberg die Stadt Kaiserstuhl und den Kirchensatz zu Tengen an Heinrich II. von Klingenberg, Bischof von Konstanz: ich Lŭthold von Regensperch han verkŏffet die stat und die burg zu Kaiserstŭl, diu an der brugge lit, und ŏch den hof zu Tengen mit der kilchun satz, so da in hoeret, Hainrich bischof ze Kostenz und sinem Gotzhuse umb aht hundert march loetiges silbers Kostenzers geweges.

Hohentengen war bis 1803 Teil des Hochstifts Konstanz. Mit der Entstehung der Eidgenossenschaft und mit Bildung der Grafschaft Baden übten die Schweizer Nachbarn zeitweise auch die Gerichts bzw Exekutivgewalt aus.

1519 wurde eine neue größere Pfarrkirche erbaut. Nach der Überlieferung wurde diese neue Kirche von den Menschen der damaligen Zeit als so monumental empfunden, dass man fürderhin für das Dorf Thengen den Zusatz „bei der hohen Chilchen“ verwendete. Daraus wurde dann später der heutige Name Hohentengen. Die Kirche bot 400 Personen Platz, obwohl das Dorf Thengen damals nur um knapp 200 Einwohner hatte. Ein Zeichen für ihre überregionale Bedeutung. Die Kirche von 1519 fiel im Oktober 1954 einem Brand zum Opfer, archäologische Ausgrabungen in der Kirchenruine förderten die Fundamente der Urkirche aus karolingischer Zeit zu Tage. Beim Wiederaufbau nach dem Brand blieben die Außenmaße unverändert, so dass die Kirche, äußerlich unverändert wie eh und je weit ins Land hinein grüßt.[4]

Die Ortsteile Stetten, Günzgen und Bergöschingen gehörten bis zur Neuordnung durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 zur Landgrafschaft Klettgau, die im Besitz der Grafen von Sulz, später derer von Schwarzenberg war.

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[5]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
35,0 %
31,1 %
22,6 %
11,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,2 %p
+4,8 %p
+3,2 %p
-2,9 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,0 5 40,2 6
FW Freie Wähler 31,1 4 26,3 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 22,6 3 19,4 2
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,2 2 14,1 2
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 59,1 % 61,4 %

Wirtschaft

Hohentengen ist wirtschaftlich sehr eng mit der Schweiz verbunden. Der überwiegende Teil der Bevölkerung arbeitet als Grenzgänger in der Schweiz. Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe werden durch die Schweizer Kundschaft geprägt.

Der Flughafen Zürich ist nicht weit entfernt.[6]

Der Engelhof westlich des Dorfes Hohentengen liegt auf 47.34 Grad nördlicher Breite und wird somit als der südlichste Weinberg Deutschlands bezeichnet.

Medien

Der Südkurier hat in Hohentengen mit seinem Ableger Alb-Bote das Monopol als Tageszeitung. Dazu kommt das Anzeigenblatt "Anzeiger Hochrhein".

Online berichtet Hierzuland.info über die Gemeinde und die umliegenden Orte.

Auf dem Gemeindegebiet steht der Sender Wannenberg des SWR.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Pfarrkirche mit Wappen von Kaiserstuhler Geschlechtern

Kunst

  • Skulpturen-Weg entlang beider Rhein-Ufer zwischen Kaiserstuhl, Hohentengen, Weiach und Glattfelden

Brauchtum

Hohentengen ist der letzte Ort in Deutschland, in dem sich der früher vor allem in Südbaden und der Schweiz verbreitete Brauch der Schädlingsbekämpfung von Wühlmäusen – insbesondere der Großen Wühlmaus von der Art Arvicola terrestris, auch Ostschermaus oder kurz Schermaus genannt – durch eine sogenannte „Mausschwanzprämie“ bis in die Gegenwart (2012) gehalten hat. Die Gemeinde zahlt einen Betrag in Höhe von 50 Cent pro totes Tier. Der Nachweis erfolgt traditionell durch Vorlage der abgeschnittenen Mausschwänze. In der Schweiz ist der Brauch ebenfalls auf dem Rückzug und wird dort nur noch in einigen Gemeinden praktiziert.[7]

Sport

Der FC Eintracht Stetten stieg 2007 in die Landesliga des Südbadischen Fußball-Verbands auf. Die erste Mannschaft des SC Hohentengen wurde in der Saison 2010/2011 Meister der Kreisliga B. Beide Vereine schlossen sich 2011 zum FC Hochrhein zusammen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Fuchs, H.: Hohentengen und die Dörfer des Bohnenviertels: Lienheim, Herdern, Stetten, Günzgen und Bergöschingen: Geschichte und Geschichten, unter Berücksichtigung der historischen Verbindungen zu Kaiserstuhl/Schweiz. Horb am Neckar, 1992. ISBN 3-89264-716-X
  • Fuchs, Herbert: Die Geschichte von Kirche und Pfarrei St.Maria Hohentengen a.H. 2006
  • Fuchs, Herbert: Die Flur- und Wegkreuze auf dem Gebiet der Gemeinde Hohentengen a.H. 2006
  • Fuchs, Herbert: Ein Dorf in der Kriegs- und Nachkriegszeit 1940–1950. 1999
  • Sigg, Eugen Edwin: Lienheimer Geschichtsblätter - Hohentengen-Lienheim (später: Kandel). 1990- /
  • Fuchs, Herbert sen.: Hohentengen a.H., Die alten Höfe auf dem Südranden. 2008 / ISBN 978-3-00-025746-9
  • Fuchs, Herbert sen.: Hohentengen a.H., Die alten Eichen erzählen, 2000 Jahre Geschichte am Hochrhein. 2011
  • Fuchs, Herbert sen.: Hohentengen a.H., Mein Leben auf dem Dorf. 2015

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Hohentengen am Rhein vom 12. Dezember 2000
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 992–994
  4. Herbert Fuchs: Hohentengen und die Dörfer des Bohnenviertels. Horb am Neckar 1992, ISBN 3-89264-716-X.
  5. Statistisches Landesamt BW-Endgültige Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2014
  6. http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Nerviger-Krach-am-Himmel;art4319,1274572
  7. Sebastian Stoll (epd): Schädlingsbekämpfung. In Südbaden bringt die „Mausschwanzprämie“ 50 Cent . In: Die Welt vom 13. März 2012; abgerufen am 28. März 2012.

Weblinks

 Commons: Hohentengen am Hochrhein  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Waldshut | Hohentengen am Hochrhein | Gemeinde in Baden-Württemberg | Ort am Rhein

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hohentengen am Hochrhein (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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