Hohenstein (Landkreis Reutlingen) - LinkFang.de





Hohenstein (Landkreis Reutlingen)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: ReutlingenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 737 m ü. NHN
Fläche: 61,68 km²
Einwohner: 3644 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72531
Vorwahl: 07387
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 090
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Im Dorf 14
72531 Hohenstein
Webpräsenz: www.gemeinde-hohenstein.de
Bürgermeister: Jochen Zeller
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Hohenstein ist eine aus fünf Ortsteilen bestehende Gemeinde auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb im Landkreis Reutlingen, etwa 20 Kilometer südlich von Reutlingen. Die aus den bis zur Gemeindereform von 1975 aus den bis dahin eigenständigen Dörfern Bernloch, Eglingen, Meidelstetten, Oberstetten und Ödenwaldstetten gegründete Gemeinde ist nach der ehemaligen Burg Hohenstein benannt.

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt in 720 bis 830 Meter Höhe mitten auf der so genannten Mittleren Kuppenalb. Diese ist gekennzeichnet durch Trockentäler mit Wacholderheiden und sanften bewaldeten Hügeln.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Hohenstein, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen:

Gomadingen, Münsingen, Hayingen, Pfronstetten, Trochtelfingen und Engstingen.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde wurde im Zuge der Gemeindereform am 1. Januar 1975 aus den damals noch selbständigen Gemeinden Bernloch, Eglingen, Meidelstetten, Oberstetten und Ödenwaldstetten gebildet.

Die Gemarkungen der früheren Gemeinden sind identisch mit den fünf Ortsteilen der Gemeinde. Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt in der Form „Hohenstein - …“. Die Wahl des Gemeinderats erfolgt nach der Unechten Teilortswahl, die Ortsteile bilden dementsprechend zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[2]

Zu den Ortsteilen Bernloch, Eglingen, Meidelstetten und Oberstetten gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zu Ödenwaldstetten gehören das Dorf Ödenwaldstetten und die Höfe Ludwigshof und Maßhalderbuch.

Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Beuren, Distelreich, Ernstbrühl, Gerenberg, Kriechbaum, Wahlenberg und Walseich (Ortsteil Bernloch), Buchhausen, Henndorf und Herrendorf (Ortsteil Eglingen), Gaustetten (Ortsteil Meidelstetten), Dörrgut (Ortsteil Oberstetten) sowie Mettendorf, Weidental und Ziegelhütte im Ortsteil Ödenwaldstetten.[3]

Geschichte

Der Name Bernloch erscheint schon 1161 als Ordensgutshof eines Prämonstratenserklosters. Jedoch waren die Grafen von Achalm die Grundherren. Später kam es zum Herzogtum Württemberg, wo es zunächst zum Oberamt Urach gehörte.

Die erste Erwähnung von Eglingen stammt aus dem Jahr 904. Von 1249 bis 1413 herrschten die Herren von Eglingen. Danach wurde es an Heinz Speth verkauft. 1805 ging der Besitz schließlich im Rahmen der Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses an das Königreich Württemberg.

Meidelstetten steht als Mutilistat auf einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 777. Das Kloster Weißenau kennt Adlige von Meidelstetten im 12. und 13. Jahrhundert. Später kam es zum Herzogtum Württemberg, wo es zunächst zum Oberamt Urach gehörte.

Oberstetten steht als Obrensteten in der Chronik des Klosters Zwiefalten im Jahr 1100. Die Burg Hohenstein und das Dorf Oberstetten fielen nach dem Aussterben der Herren von Oberstetten an Adalbert von Berolzheim. 1497 ging der Besitz von Kaspar von Bubenhofen an das Kloster Zwiefalten über. Im Rahmen der Säkularisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam der Ort an das Königreich Württemberg.
Bei Oberstetten befinden sich auch die Reste der Ödenburg aus dem 11. Jahrhundert.
siehe auch Burg Meidelstetten

In der Zwiefalter Chronik von 1137/1138 wird auch Ödenwaldstetten als Walichstetin erwähnt. Seit dem 15. Jahrhundert ist der heutige Name gebräuchlich. Auch dieser Ortsteil ging 1497 in den Besitz des Klosters Zwiefalten über, aber das Herzogtum Württemberg übernahm schon bald die Landesherrschaft. So gehörte Ödenwaldstetten dann als einziger Ortsteil des heutigen Hohenstein bereits vor 1800 zum Oberamt Münsingen.

Das restliche Gemeindegebiet kam mit der Gebietsreform um 1813 zum Oberamt Münsingen und später bis 1973 zum Landkreis Münsingen. Nach dessen Auflösung kam es zum Landkreis Reutlingen.

Religionen

Nach der Lutherischen Reformation ab 1517 und der damit verbundenen Glaubensspaltung zwischen der reformiert-evangelischen und der katholischen Kirche befanden sich die Gemeinden des heutigen Hohenstein im Gebiet der Konfessionsgrenze, die für die religiös-kirchliche Identität und der entsprechenden kulturellen Unterschiede, mitunter auch Differenzen der dörflichen Bevölkerungen untereinander bis ins 20. Jahrhundert hinein prägend blieb. Während in Bernloch und Meidelstetten 1537 und in Ödenwaldstetten 1562 die Reformation eingeführt wurde, blieben Eglingen und Oberstetten römisch-katholisch.

In Bernloch gibt es heute auch eine neuapostolische Kirche.

Politik

Die Gemeinde Hohenstein bildet zusammen mit der Gemeinde Engstingen eine Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Der Gemeinderat in Hohenstein hat 14 ehrenamtliche Mitglieder. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 58,2 %. Hohenstein ist eine der wenigen Gemeinden, in denen der Gemeinderat nach dem System der Mehrheitswahl gewählt wurde. Dies bedeutet, dass nur eine Liste (Freie Wählervereinigung) aufgestellt wurde und diejenigen Bewerber, die die meisten Stimmen erhielten, gewählt sind.

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Jochen Zeller endet im April 2015.

  • seit 1999: Jochen Zeller

Wappen

Blasonierung: In Rot auf grünem Hügel ein goldener (gelber) Quaderturm (Ruine mit am Tor und Fenster durchscheinendem Schildgrund), beiderseits flankiert von je einem nach oben und außen gewendeten silbernen (weißen) Dietrich. Seit dem 1. August 1977 führt die Gemeinde das aktuelle Wappen.

Wappen der früheren Gemeinden


Bernloch

Eglingen

Meidelstetten

Oberstetten

Ödenwaldstetten

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hohenstein liegt an der Schwäbischen Dichterstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen

Das Bauernhausmuseum im Ortsteil Ödenwaldstetten ist weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt. Das etwa 400 Jahre alte Hauptgebäude ist vollständig eingerichtet und zeigt dem Besucher auch die bäuerliche Handwerkskunst vergangener Zeiten. Im Bauerngarten sind neben historischen Obstsorten der Schwäbischen Alb auch Heilkräuter und Gewürze zu sehen. Im Dachgeschoss befindet sich eine Teddybärensammlung.

Musik

  • Trachtenkapelle Bernloch
  • Jugendchor Bernloch-Meidelstetten
  • Musik- und Gesangsverein Eglingen e. V.
  • Oberstetter Dorfmusikanten
  • Posaunenchor Bernloch-Meidelstetten
  • Posaunenchor Ödenwaldstetten
  • Sängerbund Bernloch-Meidelstetten
  • Sängerrunde Hohenstein

Bauwerke

Die Burg Hohenstein war Namensgeber für die heutige Gemeinde. Sie war um 1100 von reichen Adligen bewohnt. Die damaligen Hoffeste waren weithin bekannt. Seit 1438 ist die Burg nicht mehr bewohnt und inzwischen zur Ruine zerfallen.

  • Evangelische St. Georgskirche in Bernloch, 1930 wieder aufgebaut.
  • Katholische St. Wolfgangkirch in Eglingen, 1775 von den Speth erbaut.
  • Evangelische Kirche in Meidelstetten, 1777 erbaut.
  • Hl. Kreuz Kirche in Oberstetten, aus dem 11./12. Jahrhundert.
  • Evangelische Nikolauskirche in Ödenwaldstetten, 1275 erwähnt.
  • Neuapostolische Kirche in Bernloch, 1971 eingeweiht.

Sport

  • Sport- und Schützenverein Bernloch e. V.
  • SSV Meidelstetten
  • Tennisverein Hohenstein e. V.
  • TSV Oberstetten 1922 e. V.
  • Sabt Oberstetten
  • TSV Ödenwaldstetten 1924 e. V.
  • Tischtennis-Verein Bernloch
  • DLRG

Wirtschaft und Infrastruktur

Auf dem Gelände der ehemaligen Eberhard-Finckh-Kaserne haben die Gemeinden Engstingen, Hohenstein und Trochtelfingen 1994 den Gewerbepark Haid gegründet.

Verkehr

Die Bundesstraße 312 führt, von der Bundesautobahn 8 beim Flughafen Stuttgart kommend, über Reutlingen durch das Gemeindegebiet weiter nach Riedlingen, Biberach an der Riß und Memmingen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 224.

Ansässige Unternehmen

Die SchwörerHaus KG unterhält in Hohenstein-Oberstetten ein Werk zur Fertigung von Holzprodukten und Haustechnik, ein Sägewerk, ein Kraftwerk, sowie das Ausstattungszentrum Süd und ein Musterhauszentrum.

Bildung

Mit der 1973 gegründeten Hohensteinschule verfügt die Gemeinde über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Für die jüngsten Bewohner gibt es neben drei gemeindlichen Kindergärten auch je einen evangelischen (in Bernloch) und einen römisch-katholischen Kindergarten (in Oberstetten).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Friedrich Bernritter, (1748/49–1803), in Eglingen geborener Rentkammerrat und satirischer Schriftsteller
  • Wolfgang Dietrich Majer, (1698–1762), in Bernloch geborener Portätmaler
  • Hans Reyhing, (1882–1961), Lehrer aus Bernloch, Schriftsteller und württembergischer Heimatdichter
  • Hermann Schwörer, * 1922 im heutigen Ortsteil Oberstetten, Jurist, Unternehmer und Politiker (CDU), MdB

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben

  • Werner Raupp, Historiker; wohnt in Ödenwaldstetten
  • Ernst Geprägs, (* 18. Juni 1929, † 20. Mai 2011), Landwirt, Funktionär des Deutschen Bauernverbandes und Politiker der CDU. Gemeinderatsmitglied und stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Hohenstein.

Literatur

Weblinks

 Commons: Hohenstein (Württemberg)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Hohenstein in der Beschreibung des Oberamts Blaubeuren von 1830 – Quellen und Volltexte

dito von Bernloch, Eglingen, Meidelstetten, Ödenwaldstetten.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Hohenstein vom 27. November 2001, zuletzt geändert am 14. Juni 2002
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 30–33

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenstein (Landkreis Reutlingen) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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