Hohenkirchen (Thüringen) - LinkFang.de





Hohenkirchen (Thüringen)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: GothaVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Apfelstädtaue
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 6,8 km²
Einwohner: 701 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99887
Vorwahl: 036253
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 039
Adresse der Verbandsverwaltung: Tambacher Str. 2
99887 Georgenthal
Webpräsenz: www.hk.apfelstaedtaue.de
Bürgermeister: Jürgen Beese (CDU)
}

Hohenkirchen ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Apfelstädtaue im thüringischen Landkreis Gotha.

Geografie

Hohenkirchen liegt am Nordrand des Thüringer Waldes in Nachbarschaft zu Herrenhof und Georgenthal (1,5 bzw. 4 km Entfernung), Ohrdruf (3,6 km) und Petriroda (2,3 km). Durch die nahegelegene Bundesstraße 247 ist der Ort verkehrstechnisch sowohl mit Gotha und der Bundesautobahn 4 wie auch mit den größeren Wirtschaftsregionen im nahen Thüringer Wald verbunden.

Geschichte

Das Dorf Hohenkirchen wurde am 14. Juni 1168 erstmals urkundlich erwähnt.[2]

Die Lage des Ortes Hohenkirchen am Nordrand des Thüringer Waldes, mit schnell fließenden Bächen und in der Nähe ausgedehnter, im Vollbesitz des Klosters Georgenthal befindlichen Wäldern mag im späten 15. Jahrhundert ein Hauptgrund für die Wahl dieses Ortes zum Aufbau einer der ersten Saigerhütten in Thüringen durch die Fugger gewesen sein. Aufgabe der Saigerhütten war die bestmögliche Trennung von Kupfer und Silber, bei dem Verfahren wurde auch Blei benötigt, das die Fugger aus dem Goslaer Bergbaurevier beziehen konnten. Ein geeigneter, noch näher an den Harz gelegener Hüttenstandort wurde nicht gefunden, auch mag man die Nähe zum konkurrierenden Mansfelder Kupferbergbaugebiet vermieden haben. Im Zeitraum von 1510 bis 1513 wurde in Hohenkirchen 24.489 Zentner Rohkupfer gesaigert, dabei wurden 24.191 Zentner Garkupfer erzeugt. Die dafür erforderlichen Mengen an Holzkohle waren beträchtlich. Die der Holzkohleverknappung ausgesetzten Handwerker der angrenzenden Städte Gotha, Erfurt, Saalfeld und Arnstadt beschwerten sich über die rapide steigenden Kosten für Holzkohle. Gewinne erzielten offenbar nur die Hüttenbetreiber, welche das meiste Rohkupfer aus eigenen Kupferhütten in der damals zum Königreich Ungarn gehörenden Bergbauregion Banská Bystrica auf dem Landweg nach Thüringen antransportieren ließen. Die zunächst von Nürnberger und Augsburger Patrizierfamilien aufgebauten Saigerhüttenunternehmen wurden bald in angrenzenden thüringer Regionen mit finanzieller Beteiligung der Landesfürsten nachgeahmt. Jedoch war der dort erzielte Gewinn bereits deutlich geringer, da der Silberanteil im thüringischen Rohkupfer geringer war.[3][4]

Nach der Auflösung des Kosters Georgenthal gehörte der Ort ab 1531 zum Amt Georgenthal, welches seit 1640 zum Herzogtum Sachsen-Gotha gehörte. Hohenkirchen war 1669–1699 von Hexenverfolgung betroffen. Sechs Frauen und ein Mann gerieten in Hexenprozesse, vier Frauen wurden verbrannt, eine mit Landesverweis bestraft, eine starb in der Haft.[5]

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 – 760
  • 1995 – 778
  • 1996 – 786
  • 1997 – 828
  • 1998 – 825
  • 1999 – 821
  • 2000 – 799
  • 2001 – 768
  • 2002 – 776
  • 2003 – 792
  • 2004 – 784
  • 2005 – 761
  • 2006 – 742
  • 2007 − 740
  • 2008 − 740
  • 2009 − 734
  • 2010 − 729
  • 2011 – 734
  • 2012 – 730
  • 2013 – 737
  • 2014 – 731

Wappen

Wappenbeschreibung:

„In Rot mit einem schwarz gegitterten linken silbernen Obereck ein goldener Ritter auf einem nach rechts schreitenden golden gezäumten silbernen Ross mit silbernem Schild mit schwarzem Leistenkreuz, in der Rechten eine schwarze Lanze mit silberner Spitze haltend.“

Sehenswürdigkeiten

Die Kirche St. Gangolf wurde 1510/1511 als Saalkirche mit eingezogenem Chor errichtet. Dieses Baudatum und die Finanzierung des Kirchenbaus steht offenbar im direkten Zusammenhang mit der am Ortsrand errichteten Saigerhütte. Nach der Einführung der Reformation im Jahre 1532 wurde noch der Kirchturm aus Abbruchsteinen des Klosters Georgenthal in den Jahren 1576 bis 1579 angebaut. Der Turmbau und der Bau einer Mädchenschule wurden vom damaligen Pfarrer des Kirchspiels Hohenkirchen/Herrenhof/Petriroda Theodor Evander initiiert. Auch die 1609 gekaufte Orgel verdankte die Gemeinde der finanziellen Unterstützung des Pfarrers. Die heutige Orgel stammt aus der Knauf-Werkstatt von 1819, an der Rudolf Böhm aus Gotha um 1960 die letzten Veränderungen vorgenommen hat.

Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden bei Umbauten die barocke Turmhaube und der barocke Kanzelaltar mit reichem plastischen Dekor von 1776 und die zweigeschossige Empore. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Turmhaube und die Turmuhr von 1844 zerstört. Anlässlich der 500-Jahr-Feier der Kirche wurde am 28. August 2011 ein neu beschafftes Uhrwerk in Gang gesetzt.[6]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

  • Georg Böhm (1661–1733), Organist und Komponist des Barock

weitere Persönlichkeiten

Literatur

  • Peter Lange: Saigerhütten in Thüringen. Darin: Saigerhütte Hohenkirchen In: Kupfer Silber Stahl - Beiträge zur Geschichte der Metallurgie. Herausgegeben von den Museen der Stadt Olbernhau, Olbernhau 1988, S. 26–28

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Kahl. Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 126
  3. W. Fischer: Bergbau und Hüttenwesen Thüringens am Vorabend der frühbürgerlichen Revolution. In: Mühlhäuser Museen (Hrsg.): Mühlhäuser Beiträge. Nr. 9. Mühlhausen/Thüringen 1986, S. 32–42.
  4. Gerald Patzelt: Einige Gedanken und Ergänzungen zu einer Arbeit über Bergbau und Hüttenwesen Thüringens am Vorabend der frühbürgerlichen Revolution. In: Mühlhäuser Museen (Hrsg.): Mühlhäuser Beiträge. Nr. 11. Mühlhausen/Thüringen 1988, S. 18–25.
  5. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 236f.
  6. Thüringer Allgemeine (Lokalseite Gotha) vom 25. Mai 2011

Weblinks

 Commons: Hohenkirchen (Thüringen)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenkirchen (Thüringen) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.