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Hochzeit zu Kana


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu einem Gemälde des italienischen Malers Paolo Veronese siehe Die Hochzeit zu Kana

Die Hochzeit zu Kana ist eine Wundererzählung aus der Bibel, die davon berichtet, wie Jesus von Nazaret als Gast einer Hochzeitsfeier Wasser in Wein verwandelt (Joh 2,1-12 EU ) . Es handelt sich um das erste der so genannten sieben „Zeichen“ (griechisch σημεῖα) Jesu, mit denen das Johannesevangelium ihn als Sohn Gottes und als den Messias vorstellt und den Leser zum Glauben führen will (Joh 20,30-31 EU ) .

Handlung

Während der Hochzeitsfeier eines namentlich unbekannten Ehepaares in Kana, auf der auch Jesus mit seinen Jüngern und seiner Mutter Maria anwesend ist, geht den Feiernden der Wein aus. Jesu Mutter fordert ihn auf zu helfen, aber er weist sie schroff ab. Erst danach gibt er den Dienern den Befehl, die Wasserkrüge, die für die rituelle Reinigung bestimmt sind, mit Wasser zu füllen. „Es waren […] sechs steinerne Wasserkrüge […] wovon jeder zwei oder drei Metretes (12 oder 18 x 39,5 l) [1] faßte.“ Als der Küchenchef davon kostet, ruft er verwundert den Bräutigam und fragt ihn, warum er − entgegen aller normalen Praxis − den guten Wein bis zuletzt aufgehoben hat, wo doch die Gäste schon zu viel getrunken haben, um die Qualität noch zu bemerken.

Deutung

Der Wein symbolisiert in der Bibel das Fest und die Lebensfreude (Ps 104,15 EU ). Er lässt die Menschen die Herrlichkeit der Schöpfung spüren. Er gehört zum Ritual des Sabbat, Pessach und der Hochzeit und ist zugleich wesentlicher Bestandteil des eschatologischen Freudenmahls (Jes 25,6 EU ).[2]

Dieses Zeichen dient vor allem dazu, den erst kurz zuvor berufenen Jüngern Jesu Vollmacht zu demonstrieren, zugleich aber auch um zu zeigen, dass mit Jesus die eschatologische Freudenzeit angebrochen sei, in der Trauern, Fasten und Verzicht nicht angemessen seien (Mt 9,15 EU ). Die Überfülle des Weins kann als Hinweis auf das Leben in Fülle verstanden werden, das Gott dem Menschen zugedacht hat (Joh 10,10b EU ). Es fällt auf, dass das griechische Original den Begriff semeionZeichen“, bevorzugt und nicht von thauma, „Wunder“, redet. Einige Exegeten nahmen dazu eine ursprünglich selbständige Textquelle des Johannesevangeliums als sogenannte Semeia-Quelle an, aus der der Evangelist diese Zeichen übernommen habe. Dem Evangelisten war es wichtig, dass diese Zeichen selbst nicht den Glauben hervorrufen. Immer wieder wird im Johannesevangelium unterschieden zwischen dem Sehen und dem Glauben, wobei der Glaube auch ohne Sehen und ohne Zeichen das Erstrebenswerte ist (Joh 6,30 EU , Joh 6,36 EU , Joh 20,29 EU ).

Das landläufig sogenannte Weinwunder wird teils im Volksmund als Beispiel dafür angebracht, dass die Bibel keine Alkoholabstinenz fordere.

Das biblische Kana

Wo das biblische Kana lag, ist nicht ganz klar. Meist wird es in Galiläa lokalisiert, siehe Kana (Galiläa). Manchmal wird auch das südlibanesische Dorf Kana mit dem biblischen Kana identifiziert.

Literatur

  • Walter Lütgehetmann: Die Hochzeit von Kana (Joh 2,1 - 11). Zu Ursprung und Deutung einer Wundererzählung im Rahmen johanneischer Redaktionsgeschichte. Biblische Untersuchungen 20. Pustet, Regensburg 1990 (402 S.) ISBN 3-7917-1243-8
  • Vgl. außerdem die entsprechenden Abschnitte in den Kommentaren zum Johannesevangelium.

Weblinks

 Commons: Hochzeit zu Kana  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. Lexikon zur Bibel 6. Auflage 2006 (C) 1994 R. Brockhaus Verlag Wuppertal ISBN 3-417-24678-4, ISBN 978-3-41724678-0
  2. Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth. Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung, Freiburg 2007, S. 293, ISBN 3-451-29861-9

Kategorien: Darstellungen Jesu | Wunderbericht | Jesus | Perikope des Neuen Testaments

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hochzeit zu Kana (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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