Hochgericht Hanau - LinkFang.de





Hochgericht Hanau


Das Hochgericht Hanau ist der ehemalige Richtplatz des Obergerichtes Hanau.

Lage

Die Richtstätte liegt im Bereich der ehemaligen Old-Argonner-Kaserne im Süden des Stadtteils Hanau-Wolfgang der Stadt Hanau. Zur Zeit ihrer Nutzung befand sie sich auf freiem Feld, in der sogenannten Lehrhöfer Heide weit vor den Toren der Stadt. Heute ist sie umgeben von Wohnbebauung der US Army und einigen Nebengebäuden der derzeit leerstehenden[1] Kaserne.

Bauart

Es handelt sich um eine etwa 2 Meter hohe Bruchsteinfassung, die mit Erde aufgefüllt ist. Sie besitzt einen Durchmesser von etwa 13 m. Eine innen gelegene Treppe führt von Süden auf diese Plattform. Da hier Hinrichtungen ausschließlich mit dem Schwert vollzogen wurden, hatte die Plattform keinerlei Aufbau. Die Anlage ist ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.[2]

Geschichte

Die Anlage wurde 1839[3] vom Kurfürstentum Hessen als Ersatz für die historische, aus dem Mittelalter überkommene Richtstätte des Hanauer Hochgerichts errichtet. Diese ältere Richtstätte lag auf der Gemarkung von Hanau-Kesselstadt, zwischen Kesselstadt und Dörnigheim, an der Landstraße nach Frankfurt und in Sichtweite des Schlosses Philippsruhe. Hier stand auch ein Galgen. 1834 wurde sie abgebrochen und das Material für den Bau der neuen Richtstätte verwendet.

Die 1839 gebaute neue Richtstätte wurde im Januar 1861 letztmals genutzt, als der Mörder Nolte dort in einer öffentlichen Hinrichtung enthauptet wurde. Der Hinrichtung sollen mehr als 12.000 Menschen zugesehen haben.[4] 1926 wurde die Anlage als Kulturdenkmal restauriert. Da in ihrem Umfeld ab 1937 eine Kaserne errichtet wurde, die nach dem Zweiten Weltkrieg die US Army nutzte, ist die Anlage seit langer Zeit nicht öffentlich zugänglich.

Literatur

  • Jost Auler: Katalog erhaltener Hochgerichte in Deutschland und einigen Nachbarländern. In: Ders.: Richtstättenarchäologie. Dormagen 2008, S. 313. ISBN
  • Erich Brücher: Rentner Nolte. Eine kurhessische Kriminalaffäre um die Ermordung der Emilie Lotheisen 1859 – die letzte Hanauer Hinrichtung. Bad Nauheim 1964.
  • Carolin Krumm: Kulturdenkmäler in Hessen – Stadt Hanau . Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Wiesbaden 2006. ISBN 3-8062-2054-9 (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Konversionsflächen der Stadt Hanau
  2. Krumm, S. 592.
  3. So Krumm, S. 592, Auler nennt das Jahr 1834.
  4. Todesurteil in Hanau: Mit dem Schwert gerichtet. Frankfurter Rundschau vom 6. Januar 2011.

Kategorien: Hinrichtungsstätte | Kulturdenkmal in Hanau | Bodendenkmal in Hanau | Bauwerk in Hanau | Erbaut in den 1830er Jahren

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