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Hittisau


Hittisau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 46,62 km²
 :
Höhe: 798 m ü. A.
Einwohner: 1.961 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 42 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6952
Vorwahl: 05513
Gemeindekennziffer: 8 02 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Platz 370
6952 Hittisau
Website: www.hittisau.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Beer
Gemeindevertretung: (2015)
(18 Mitglieder)
18
18 
Lage der Gemeinde Hittisau im Bezirk Bregenz
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Die Gemeinde Hittisau mit 1961 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) liegt im Osten der Region Bregenzerwald, und somit im Vorarlberger Bezirk Bregenz.

Geografie

Geografische Lage

Das Gemeindegebiet befindet sich im Osten des Bregenzerwaldes (Bregenzerwald in Skizze rot eingezeichnet). Hittisau liegt inmitten einer Dreitälerschlucht. Die Landschaft wird von Wäldern, Naturdenkmälern und zahlreichen Gewässern geprägt. Hittisau ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftprojekts Naturpark Nagelfluhkette.

Berglandschaft

Die bedeutendsten Berge im Hittisauer Gemeindegebiet gehören zur Nagelfluhkette, darunter auch der westlichste Berg dieser Kette, der Hochhäderich (1565 m ü. A. ). Weitere bedeutende Berge sind der Rote Berg sowie der Hittisberg. Der tiefste Punkt des Gemeindegebiets befindet sich mit 640 m ü. A. im Scheidbachtobel, die höchste Erhebung stellt die Spitze des Feuerstätterkopfs dar.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Bolgenach (445)
  • Hittisau (1.421)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bolgenach und Hittisau.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde Hittisau grenzt an sechs österreichische und zwei deutsche Gemeinden. Es sind dies im österreichischen Bezirk Bregenz die Gemeinden Riefensberg, Krumbach, Langenegg, Lingenau, Egg und Sibratsgfäll sowie die im bayrischen Landkreis Oberallgäu liegende Gemeinde Balderschwang und der Markt Oberstaufen.

Politik

Die Gemeindevertretung von Hittisau setzt sich aus 18 Mitgliedern zusammen. Diese wurden bei der letzten Gemeindevertretungswahl 2015 per Listenwahl gewählt und entstammen alle der Offenen Bürgerliste Hittisau.

Seit dem 7. April 2015 ist Gerhard Beer Bürgermeister der Gemeinde.

Wirtschaft

Die Gemeinde ist von der Landwirtschaft, insbesondere der Almwirtschaft (81 Alpen im Gemeindegebiet), geprägt. Auch der Fremdenverkehr ist gut entwickelt. Von der gemeindlichen Gesamtfläche sind 19 % landwirtschaftliche Grundflächen, 35 % Alpen, 41 % Wald und 5 % sonstige Flächen.

Zu Hittisau gehört auch das Lecknertal mit gleichnamigem See, das von Ende Mai bis Mitte September agrarisch genutzt wird. Die Lecknerstraße ist oberhalb der Parzelle Höfle bis zum seenahen Parkplatz (15 Minuten Gehzeit) mautpflichtig.

Geschichte

Seit der Jahrtausendwende erfolgen Erschließung, Rodung und Urbarmachung des Bregenzerwaldes, veranlasst durch die ehemaligen Grafen von Bregenz und das Kloster Mehrerau.

Erste urkundliche Erwähnung von Hittisau: 1249 n. Chr.

Im 19. Jahrhundert wurde eine erdige Eisenquelle in Hinteregg unter anderem zur Behandlung von Augenkrankheiten genutzt. In Korlen war eine alkalische-erdige Heilquelle in Verwendung.[2]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hittisau

Pfarrkirche und Kapellen

Bereits im Jahre 1510 berichten die Chroniken über eine erste Pfarrkirche in Hittisau, das 1580 zur eigenen Pfarrei erhoben wurde.
Nachdem die alte Kirche trotz zweimaliger Verlängerung zu klein geworden war, bauten die Hittisauer nach den Plänen des heimischen Baumeisters Johann Peter Bilgeri (1802–1849) in den Jahren 1843 bis 1845 die heutige Pfarrkirche mit Unterstützung durch die Bevölkerung.
Prunkstücke der lichtdurchfluteten im klassizistischen Stil erbauten Saalkirche sind zum einen die historische Orgel (1868) des Orgelbaumeisters Alois Schönach (1811–1899) und andererseits das große Deckengemälde des Münchner Akademieprofessers Waldemar Kolmberger, das Jüngste Gericht darstellend, in dem auch Winston Churchill seinen Platz in der (Vor-)Hölle gefunden hat.
Im Gegensatz zur landesüblichen Ausrichtung der Kirchen, in denen Turm und Altarraum gegen Osten weisen, steht die Hittisauer Kirche in Anpassung an das Gelände in Nord/Süd-Lage. Bauherr war Johann Konrad Bechter (Hittisauer Vorsteher und einer der größten Bauern und Alpbesitzer im Bregenzerwald) der im Jahre 1838 den Neubau der „Krone“ errichten ließ, nicht zuletzt in der Absicht, damit die Einsetzung eines Landesgerichtes in Hittisau zu fördern.
Die bunten Glasfenster der Kirche in Nazarenerstil stammen aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, die Apostelplastiken sind das Werk des Franz Schmalzl aus Gröden. Außergewöhnlich sind die Kreuzwegstationen, die Christian Moosbrugger um 1950 schuf: er schnitzte sie negativ ins helle, ungefasste Holz.

Werkraum Bregenzerwald

In Hittisau zeigt sich der Werk- und Baustoff Holz in vielerlei Erscheinungsformen. In einer ununterbrochenen regionalen Wertschöpfungskette wird das heimische Holz bearbeitet. So ist Holz in den Alltag des Dorfes eingebettet: als wichtigstes Element in der Architektur, in Sägewerksbetrieben, alten Holzbrücken (bemerkenswert ist die gedeckte Holzbrücke zwischen Lingenau und dem Egger Ortsteil Großdorf, die auf Alois Negrelli, den Planer des Sueskanals zurückgeht), dem Biomasseheizwerk, besonderen Handwerksbetrieben, wie z. B. Peter Lässer, dem einzigen gewerblichen Kufermeister weitum, oder einfach im alten Baumbestand.

Es sind innovative Privathäuser oder renovierte und adaptierte Wohnbauten ebenso wie das Hittisauer Feuerwehr- und Kulturhaus, in dem auch das einzige österreichische Frauenmuseum seinen Sitz hat, zu sehen.

Frauenmuseum Hittisau

Das Frauenmuseum Hittisau, das erste in Österreich[3], hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Schaffen von Frauen sichtbar zu machen. Es gibt Kulturveranstaltungen, Vorträge und Projekte in und mit anderen Institutionen.[4] Es entstand im Jahr 2000 durch eine Initiative von Frauen, unter der Führung der gebürtigen Hittisauer und Museumskuratorin Elisabeth Stöckler[5], die es bis 2009 leitete.

Der Hittisauer Wasser-Wanderweg

Dieser Weg führt u. a. auch durch die Engenlochschlucht, in der hinter einer Hängebrücke ein originalgetreues Modell eines Sägewerks anschaulich die Funktionsweise eines nahen echten Sägewerks näherbringt. Der Wanderweg bringt mittels zahlreichen Informationstafeln Einblick in die Wasserwirtschaft. Er ist zugleich Teil des Hittisauer Rundwegs und kann mit diesem verbunden werden – inklusive echtem Dachsbau. Bergwanderer können diesen Weg mit dem Aufstieg zum Hausberg Hittisberg verbinden.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch, S. 141.
  3. ORF: Diskussion um Hittisauer Frauenmuseum
  4. frauenmuseum.at: Das Frauenmuseum Hittisau
  5. Alton.at: Laudatio für Elisabeth Stöckler zur Verleihung des Prix Wasserfrau 2005

Weblinks

 Commons: Hittisau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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