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Hirschbach (Oberpfalz)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-SulzbachVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Königstein
Höhe: 390 m ü. NHN
Fläche: 26,76 km²
Einwohner: 1237 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92275
Vorwahl: 09665
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 128
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oberer Markt 20
92281 Königstein
Webpräsenz: www.gemeinde-hirschbach.de
Bürgermeister: Hans Durst (SPD)
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Hirschbach ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Königstein.

Geografie

Hirschbach liegt im Tal des gleichnamigen Baches, der in die Pegnitz mündet. Es liegt unmittelbar an der Grenze zum Landkreis Nürnberger Land im Regierungsbezirk Mittelfranken.

Gemeindegliederung

Hirschbach hat 16 Ortsteile:[2]

Seit 1971 umfasst der Ort die früheren Gemeinden Eschenfelden, Achtel und Hirschbach.

Geschichte

Hirschbach wurde angeblich von Karl dem Großen gegründet, wofür es jedoch keinen Beleg gibt. Bis 1188 gehörte der Raum um Hirschbach zur Grafschaft Sulzbach. Die erste schriftliche Nennung von Hirschbach fällt erst in das Jahr 1225, als ein „Reinger de Herisbach“ in einer Nürnberg Urkunde genannt wird (Nürnberger Urkundenbuch Nr. 203). Diese älteste Nennung belegt, dass der Ortsname sich wahrscheinlich nicht vom Tiernamen „Hirsch“ herleitet, sondern auf den Personennamen „Heri“ zurückgeht – also „zum Bach des Heri“. Bis 1505 gehörte Hirschbach zu den bayerischen Wittelsbachern, später zum Herzogtum Pfalz-Neuburg bzw. Pfalz-Sulzbach. Auch die Reichsstadt Nürnberg war des Öfteren an Hirschbach interessiert, vermutlich wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung (Eisen- und später auch Kupferhammerwerke). In Hirschbach bestanden bereits im 14. Jahrhundert zwei Hammerwerke, von denen der sogenannte Obere Hammer als Hammerschloss Hirschbach heute noch besteht.

Die Kirche des Ortes wurde am 18. Juni 1460 nach mehrjähriger Bauzeit dem Heiligen Wolfgang geweiht. Sie wird seit mehreren Jahren von der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde benutzt. Ursprünglich wurde sie als Schlosskapelle für die Hammerherren und deren Gesinde erbaut. Erst 1957 wurde Hirschbach selbstständige Pfarrei. Größere Renovierungen fanden 1965/66 und 2001/02 statt.[3]

Der 465 m hoch gelegene Ortsteil Eschenfelden existierte wahrscheinlich schon im 8./9. Jahrhundert. Die erste schriftliche Nennung von Eschenfelden stammt aus dem Jahr 1129, als ein „Heberhardus de Eschenuelden“ in einer Urkunde des Klosters Kastl als Zeuge auftritt (HONB Oberpfalz 2, Nr. 60). Aufgrund des -feld-Namens dürfte es sich aber um eine Siedlungsgründung der späten Merowinger- oder Karolingerzeit handeln.[4]

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Achtel und Eschenfelden eingegliedert.[5] Zum 1. Januar 2003 kam ein Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Ober- und Unterwald zum Gemeindegebiet hinzu.[6]

Politik

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist Hans Durst von der SPD.

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern (Kommunalwahl 2014):

  • FWG 4 Sitze
  • FBL 4 Sitze
  • SPD 4 Sitze

Gemeindepartnerschaft

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Hirschbach in Thüringen.

Gemeindewappen

Die Wappenbeschreibung für das neue Wappen der Gemeinde Hirschbach lautet: „Gespalten. Vorne geteilt durch eine goldene Leiste, oben in Blau ein goldenes Mondgesicht (Halbmond), unten ein rotbekrönter und rotbezungter goldener Löwenkopf; hinten gespalten von Silber und Blau.“

Das Mondgesicht ist dem in der Hirschbacher Kirche überlieferten Wappen der Familie Meindl entnommen, die für die Geschichte Hirschbachs von großer Bedeutung war. Seit 1584 waren die Meindls Inhaber des Herrensitzes und des Hammers Hirschbach. Georg Meindl ließ 1590 eine Papiermühle errichten, die bis 1874 in Betrieb war.

Der Löwenkopf aus dem Wappen der Wittelsbacher erinnert daran, dass das Gemeindegebiet bis zum bayerischen Erbfolgekrieg zum größten Teil unter Landeshoheit der bayerischen Herzöge stand. Nach bayerischen Erbfolgekrieg wurde die Landeshoheit zwischen dem 1505 neugeschaffenem Fürstentum Pfalz-Neuburg (Landrichteramt Sulzbach) und der Reichsstadt Nürnberg (Pflegeamt Velden) geteilt.

Die silber-blaue Spaltung im hinteren Teil des Wappens entspricht dem Wappen der Breitensteiner, ein Adelsgeschlecht, das über Generationen als Hofmarksinhaber im Ortsteil Eschefelden ansässig war. Acht Mitglieder der Familie sind in Eschenfelden begraben.

Für die Gemeindefahne kommt allein die Farbfolge Gelb-Blau in Frage. Die Farbenfolge Weiß-Blau ist der bayerischen Staatsflagge vorbehalten. Das Wappen sollte der Fahne aufgelegt werden.

Baudenkmäler

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Hirschbach (Oberpfalz)

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort ist aufgrund der nahegelegenen Kletter- und Wandermöglichkeiten stark vom Fremdenverkehr geprägt. Bekannt sind die beiden Klettersteige Norissteig und Höhenglücksteig sowie die Klettermassive Mittelbergwand, Teufelsrissmassiv, die Hirschbacher und die Rabensteiner Wand.

In der Gegend um Hirschbach befinden sich zahlreiche Höhlen. Es wurde ein Höhlenwanderweg ausgeschildert, der den Wanderer an 30 Höhlen vorbeiführt.[7]

Sehenswert ist auch die Schlangenfichte von Großmeinfeld, ein Nadelbaum mit lang herunterhängenden lianenartigen Ästen und der Kallmünzerblock Zyprianstein bei Rinnenbrunn.

Literatur

  • Lore Sporhan-Krempel: Papiermühlen auf Nürnberger Territorium, 6, Die Papiermühle zu Hirschbach. Separatdruck aus Archiv für Geschichte des Buchwesens (AGB), Bd. 21 (1980), Lfg. 5, 6. Frankfurt am Main: Buchhändler-Vereinigung, [1981], Sp. 1257–1302, ISBN 3-7657-1054-7

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111105/192306&attr=OBJ&val=890
  3. Gotteshaus wird 550, Hersbrucker Zeitung vom 10. August 2010
  4. M. Hensch: Territory, Power and Settlement – Observations on the Origins of Settlement Around the Early Medieval Power Sites of Lauterhofen and Sulzbach in the Upper Palatinate. In: Jiri Mahacek (Hrsg.): Praktische Funktion, gesellschaftliche Bedeutung und symbolischer Sinn der frühgeschichtlichen Zentralorte in Mitteleuropa. Studien zur Archäologie Europas, Bonn 2011, S. 494 f.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 578.
  6. Auflösung des Ober- und Unterwalds zum 1. Januar 2003
  7. Höhlenwanderweg

Weblinks

 Commons: Hirschbach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hirschbach (Oberpfalz) – Reiseführer

Kategorien: Ort im Landkreis Amberg-Sulzbach | Hirschbach (Oberpfalz) | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hirschbach (Oberpfalz) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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