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Hilpoltstein


Dieser Artikel behandelt die Stadt Hilpoltstein im mittelfränkischen Landkreis Roth. Ein Markt im oberfränkischen Landkreis Forchheim heißt Hiltpoltstein.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: RothVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 380 m ü. NHN
Fläche: 91,42 km²
Einwohner: 13.287 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91161
Vorwahlen: 09174 Hilpoltstein
09177 Oberrödel, Unterrödel, Zell
09179 MeckenhausenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 127
Stadtgliederung: 49 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstr. 1
91161 Hilpoltstein
Webpräsenz: www.hilpoltstein.de
Bürgermeister: Markus Mahl (SPD)
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Hilpoltstein ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Roth und liegt etwa 30 Kilometer südlich von Nürnberg, unweit des Rothsees. Als eigentliche Begründer des „oppidum in Lapide“ um 1280 gelten Heinrich von Stein und sein Sohn Hilpolt I. aus dem Geschlecht der Herren von Stein.

Ortsteile

Es gibt[2] 49 Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl):

Geschichte

Die Anfänge der Burg Hilpoltstein und der Stadt reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück, im 13. und 14. Jahrhundert war die Burg Sitz der Herren von Stein. Im Jahr 1354 wurden Hilpoltstein die Stadtrechte verliehen. Schweiger von Gundelfingen verkaufte zwei Jahre darauf Burg und Stadt Hilpoltstein an die Wittelsbacher Herzöge Stephan, Johann und Friedrich, bei der Teilung des Herzogtums kam Hilpoltstein zu Bayern-Ingolstadt. Anno 1392 bestätigte Herzog Stephan die Stadtrechte.

Herzog Ludwig der Reiche von Bayern-Landshut baute 1473 in Hilpoltstein eine Kirche und den „Traidkasten“ an der Burg, der heute als Haus des Gastes genutzt wird. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg im Jahr 1505 wurde Hilpoltstein dem Fürstentum Pfalz-Neuburg zugeschlagen. 1542 wurde Hilpoltstein zusammen mit Heideck und Allersberg für 36 Jahre an die Freie Reichsstadt Nürnberg verpfändet. Herzog Philipp Ludwig löste die Ämter Hilpoltstein, Heideck und Allersberg wieder aus und vermachte sie zusammen mit Sulzbach seinem Bruder, Pfalzgraf Ottheinrich II. Dieser gab Burg und Herrschaft von Hilpoltstein seiner Gemahlin Dorothea Maria als Witwensitz. Nach seinem Tod und dem Umbau der Burg traf die verwitwete „erlauchte Pfalzgräfin“ im Jahr 1606 in Hilpoltstein ein, dies ist heute der Anlass für das alljährliche Burgfest. Im Jahr 1615 setzte Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg seinen Bruder Johann Friedrich in das Deputat Hilpoltstein ein.

Nach dem Tod von Dorothea Maria 1639 verfiel die Burg, nach dem Tod Johann Friedrichs verlor Hilpoltstein seine Funktion als Residenzstadt. Im Jahr 1799 wurde Hilpoltstein dem Kurfürstentum Bayern zugeschlagen.

Mehr als sechzig Jahre danach, 1862, wurde das oberpfälzische Bezirksamt Hilpoltstein errichtet. 1880 erfolgte eine Grenzbegradigung zwischen Mittelfranken und der Oberpfalz. Hilpoltstein wurde aus der Oberpfalz ausgegliedert und mit dem vom Bezirksamt Beilngries ausgegliederten Greding zum neuen Bezirksamt Hilpoltstein in Mittelfranken vereinigt. Der aus diesem Bezirksamt entstandene Landkreis Hilpoltstein bestand von 1939 bis 1972. Mit der Gemeindegebietsreform wurde Hilpoltstein 1972 eine Großgemeinde. 47 Dörfer und Weiler wurden eingemeindet.

Hilpoltstein entwickelte sich zum Unterzentrum, erfüllt aber viele Funktionen eines Mittelzentrums. Am 2. September 2006 stellte eine Lokomotive vom Typ ES 64 U4 mit 357 km/h einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord für konventionelle Elektrolokomotiven im Gebiet der Stadt Hilpoltstein auf Höhe der Autobahn-Raststätte Hilpoltstein an der Neubaustrecke Nürnberg–Ingolstadt auf.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Solar eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgten Heuberg, Hofstetten, Jahrsdorf, Mindorf, Mörlach, Patersholz, Unterrödel und Zell sowie Teile der Gemeinden Lampersdorf und Tiefenbach. Am 1. Juli 1972 erhielt Hilpoltstein auch einen Teil der bisherigen Gemeinde Pierheim, die bereits im Jahr 1875 umbenannt wurde (vorher Bierheim).[3] Meckenhausen kam am 1. Juli 1976 hinzu. Mit der Eingliederung von Lay wurden am 1. Mai 1978 die Eingemeindungen abgeschlossen.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Bevölkerung
1961 7.766
1970 9.002
1990 10.781
2000 12.471
2006 13.185
2011 13.363
2013 13.181
2015 13.287

Bedeutende Erfindungen

In Hilpoltstein wurde der Elsbett-Motor erfunden, der mit Rapsöl betrieben wird.

Politik

Stadtratswahl 2014[5][6]
Wahlbeteiligung: 63,9 %
(2008: 69,0 %)
 %
40
30
20
10
0
33,9 %
38,1 %
28,0 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,9 %p
+8,7 %p
+3,3 %p
-3,1 %p
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Bürgermeister

Seit 2008 ist Markus Mahl (SPD) Bürgermeister, er folgte auf Helmut Neuweg (CSU).

Stadtrat

Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat (n. k. = nicht kandidiert):[5][6]

2008 2014
CSU 11 8
SPD 7 9
Freie Wähler (FW) 6 7
FDP 0 n. k.
Summe 24 24

Städtepartnerschaften

Eine Städtepartnerschaft besteht seit dem Jahr 2000 mit dem Canton Seilhac im französischen Limousin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Burgareal
    • Begehbare Burgruine
    • Traidkasten, heute Haus des Gastes mit Touristinformation und Volkshochschule
  • Mittelalterlich geprägte Bürgerstadt
    • Stadtmauer
    • Stadtkirche St. Johannes der Täufer von 1473, neues Langhaus von 1732, reich barockisiert
    • Rathaus, 1417 als Handelshaus erbaut
    • Chorherrenhaus von 1491
    • Gasthof Schwarzes Ross, romanische Kellergewölbe, hochmittelalterliche Stadtbefestigung mit Wehrgang, Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts und Baureste einer Brauerei aus der Renaissancezeit
    • Museum Schwarzes Ross: altes Handwerk, Stadtgeschichte, historische Braustätte
    • Etliche alte Bürgerhäuser, teilweise Fachwerk
  • Adelsviertel
    • Jahrsdorferhaus, Edelsitz der Jahrsdorfer von 1523
    • Residenz, erbaut 1618 bis 1624, wurde 2010–2011 saniert, jetzt sind die Stadtbücherei und das Kulturzentrum dort untergebracht

Musik

  • Die Stadt Hilpoltstein hat mit der Stadtkapelle Hilpoltstein eine der ältesten musikalischen Vereinigungen Deutschlands mit einer nachgewiesenen Tradition seit 1552.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • ResidenzKultur mit regelmäßigen Kulturveranstaltungen in der Residenz Hilpoltstein und an anderen Spielorten, sowie Ausstellungen
  • Kreuzwirtskeller : Jeden Freitag Live-Veranstaltungen
  • Frühlingskonzert der Stadtkapelle Hilpoltstein im April
  • Duathlon-Day: Duathlon für Schüler und Jugendliche (vormittags) und Erwachsene (nachmittags, mit Einzel- und Staffelwettbewerb) am letzten Sonntag im April
  • Mali-Fest : Benefiz-Open-Air am Freitag nach Christi Himmelfahrt (Mai)
  • Mittelalterfest „Ritter, Barden, Beutelschneider“ alljährlich im Mai; mit Lagerleben, mittelalterlichen Konzerten, Mittelaltermarkt sowie Schwertkämpfen und Ritterturnieren
  • Katastrophenturnier im Mai
  • Standkonzert der Stadtkapelle Hilpoltstein am Abend vor Fronleichnam
  • Kellerfest der Stadtkapelle Hilpoltstein am Freitag und Samstag vor dem ersten Sonntag im Juli
  • Challenge Roth: Triathlon am zweiten Sonntag im Juli
  • Burgfest am ersten Wochenende im August
    • Freitag: Zapfenstreich, Eröffnung am Marktplatz, Bierprobe im Festzelt, Festzeltbetrieb
    • Samstag: Burgfest-Trödelmarkt in der Altstadt, Sautrogrennen am Stadtweiher, Festzeltbetrieb
    • Sonntag: Weckruf der Turmbläser, Burgfestlauf, Standkonzert der Stadtkapelle Hilpoltstein, Einzug der Pfalzgräfin auf den Marktplatz, historisches Festspiel am Marktplatz, historischer Festzug durch die Altstadt zum Festplatz, Festzeltbetrieb
    • Montag: Traditioneller Frühschoppen, Kindernachmittag, Festzeltbetrieb, Brillanthochfeuerwerk
  • Rock hinter der Burg im August
  • Benefizkonzert, Veranstalter: Lions Club Roth-Hilpoltstein, im Oktober/November mit Unterstützung der Stadtkapelle Hilpoltstein
  • „HIP live“ Musikfestival mit mehreren Bühnen in der Altstadt
  • Drachenfest am letzten Septemberwochenende
  • Summer-End-Party auf dem Marktplatz im September/Oktober
  • Weihnachtsmarkt mit Adventskonzert am ersten Advent

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bildung

  • In Hilpoltstein sind vier Schularten vertreten: Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium.
  • Hinzu kommen die Comenius-Schule – staatlich anerkanntes Förderzentrum, die Sonderberufschule für Hörgeschädigte der Regens-Wagner-Stiftung, die Gehörlosenschule Zell, die Förderschule Weinsfeld sowie die Musikschule Hilpoltstein.

Gewerbegebiete

Folgende Gewerbegebiete sind vorhanden: Gewerbegebiet am Kränzleinsberg, Gewerbegebiet an der Autobahn 9.

Landeszentrale des LBV

In Hilpoltstein befindet sich die Landeszentrale des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e. V. (kurz LBV).

Medien

Es gibt zwei Tageszeitungen, die über Hilpoltstein und die nähere Umgebung berichten:

Persönlichkeiten

Söhne der Stadt

Personen, die vor Ort wirken oder gewirkt haben

  • Jacob Paix (1556–ca.1623), Organist, Komponist, Herausgeber von Musik
  • Ludwig Elsbett (1913-2003), Ingenieur und Erfinder des Elsbett-Motors
  • Rolf Volland (* 1967), deutscher Autorennfahrer im Motorsport Rallycross
  • Y-Titty (Gründung 2006), deutsches Comedytrio

Literatur

  • Wolfgang Wiessner: Hilpoltstein. Lassleben, Kallmünz 1978, ISBN 3-7696-9908-4 (Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken. Reihe 1, 24).
  • Ernst Wurdak: Das Hilpoltsteiner Land, altes Grenzland mitten in Bayern. In: Arno Guder (Redaktion): Hilpoltstein feiert. Festschrift zum Stadtjubiläum 1992. Hilpoltstein 1992.
  • Thomas Platz: Ausgrabungen auf der Burg Hilpoltstein, Gde. Hilpoltstein, Lkr. Roth, Mittelfranken. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Gesellschaft für Archäologie in Bayern (Hrsg.): Das archäologische Jahr in Bayern 1989. Theiss, Stuttgart 1990, S. 181–183.
  • Amt für Kultur und Tourismus (Hrsg.): Burgruine Hilpoltstein. Ein kleiner geschichtlicher Überblick. Stadt Hilpoltstein, Hilpoltstein 1996.
  • Thomas Platz: Hilpoltstein vom Frühmittelalter bis zur frühen Neuzeit. Archäologische, baugeschichtliche und historische Aspekte zur Entwicklung einer mittelfränkischen Burg und Stadt Dr. Faustus, Büchenbach 2000, ISBN 3-933474-05-1 (Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands. Band 12).

Weblinks

 Commons: Hilpoltstein  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Hilpoltstein in der Topographia Franconiae (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20110920/221539&attr=OBJ&val=1488
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 483.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 732 und 733.
  5. 5,0 5,1 Hilpoltstein Stadtrat 2014. Stadt Hilpoltstein, 16. März 2014, abgerufen am 7. April 2014.
  6. 6,0 6,1 Kommunalwahlen in Bayern – 576 Landkreis Roth. www.wahlen.bayern.de, 2. März 2008, abgerufen am 7. April 2014.

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