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Hilmend


Dieser Artikel behandelt den Fluss Hilmend bzw. Helmand; für die afghanische Provinz, siehe Helmand (Provinz).

{{Infobox Fluss | NAME= Hilmend | ALTERNATIVNAME= Helmand | LAGE= Afghanistan, Iran Der 1125 km lange Hilmend bzw. Helmand, (persisch هلمند), (auch Hirmand genannt; persisch هیرمند Hīrmand), ist der längste Fluss Afghanistans.[1] In der Antike hieß der Fluss bei Arrian Etymandros, bei Polybios Erymanthus und im Avesta Haetumat.[2]

Seine Quelle liegt westlich von Kabul im Koh-e Baba. Von dort fließt er in Richtung Südwesten. Von links fließt ihm in der Provinz Uruzgan der Tīrī Rūd zu. 50 km flussabwärts wird er durch die 1952 erbaute Kajakai-Talsperre in der afghanischen Provinz Helmand zu einem 107 km² großen See gestaut. Ungefähr 40 km südwestlich beim Zufluss des Musa Qala liegt der Ort Sangin. Bei Gereschk verlässt er das Gebirge und wird vom afghanischen Hauptverkehrsweg, der so genannten ring road überquert. Gleich südlich der Provinzhauptstadt Laschkar Gah mündet der Arghandāb von links in den Hilmend. Es sind noch etwa 400 km bis zur iranischen Grenze. Als Fremdlingsfluss fließt er durch die Wüste, rechts die Dascht-e-Margo- und links die Registan-Wüste, in das über 50.000 km² große Sistanbecken, das sich von der afghanischen Provinz Nimrus bis in die iranische Provinz Sistan und Belutschistan ausdehnt. Dort gabelt er sich auf und endet unter anderem in den Endsee Hamun-e Helmand.

Bewässerung

Der Abfluss des Hilmend ist durchschnittlich 78 m³/s. Er schwankt aber sehr stark: 2000 m³/s bei Hochwasser und 56 m³/s bei Dürre.[3] Etwa 70 % des Ackerlands flussabwärts von der Kajakai-Talsperre werden über zahlreiche Kanäle aus den 1960er Jahren bewässert.[4] Dafür werden etwa zwei Drittel des Wassers vom Hilmend verbraucht.[5]

Einige Bewässerungskanäle
Kanal Geokoordinate Anmerkungen
Bughra Abfluss 70 m³/s[4]
Darvischan
Schamalan

Politischer Konflikt

Der Abfluss an der iranischen Grenze ist ein über 100 Jahre dauernder Konflikt zwischen Iran und Afghanistan, der auch durch die 1973 vertraglich festgelegte Abflussmenge von 26 m³/s nicht gelöst wurde.[6][5] So lag dort der durchschnittliche Abfluss (in m³/s) 1991 bei 70, fiel 1993 auf unter 17, stieg 1997 wieder auf knapp 70 und war 2001 bei nur noch 1,5.[7] Der Iran beschwerte sich am 20. September 2001 schriftlich beim Generalsekretär der Vereinten Nationen. Nach einer Untersuchung im Juli 2000 an der Kajakai-Talsperre und an der flussaufwärts liegenden hydrometrischen Station im Bezirk Dihrawud der Provinz Uruzgan soll die Talsperre geschlossen gewesen sein.[8] Die Vereinten Nationen initiierten 2006 ein gemeinsames GEF-Projekt.[9][10]

Mystik

Einige Thesen vertreten die Ansicht, dass es sich beim Hilmend um den mythischen Fluss Sarasvati aus den vedischen Schriften handele.

Hydrometrie

Mittlerer monatlicher Abfluss des Helmand (in m³/s) am Pegel Char Burjak (80 km oberhalb der Staatsgrenze, 445 km unterhalb der Kajakai-Talsperre)
gemessen von 1948 bis 1979[11]

Weblinks

 Commons: Hilmend  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Während Helmand und Hirmand für den Fluss gelten, heißt die Provinz Hilmand bzw. Helmand ohne [r].
  2. Martijn Theodoor Houtsma u.a. (Hrsg.): E.J. Brill's first encyclopaedia of Islam. 1913–1936, Band 2, S. 298
  3. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens f1 wurde kein Text angegeben.
  4. 4,0 4,1 Regional Rural Economic Regeneration Strategies (RRERS) 31. Oktober 2006: Helmand Province (PDF, 76 KB)
  5. 5,0 5,1 Integrated Water Resources Management for the Sistan Closed Inland Delta, Iran Annex B - Flow Forecasting (PDF, 1,5 MB) 2006
  6. Radio Free Europe 2005: Iran/Afghanistan: Still No Resolution For Century-Old Water Dispute
  7. NASA's Earth Observatory 2002 From Werland to Wasteland
  8. Letter dated 20. September 2001 from the Permanent Representative of the Islamic Republic of Iran to the United Nations (PDF; 96 kB)
  9. UNEP Afghanistan: Post-Conflict and Disaster Management Branch
  10. GEF International Waters projects: sistan-project-concept-paper.pdf (670 KB)
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Kategorien: Flusssystem Hilmend | Fluss in Afghanistan | Fluss im Iran | Fluss in Asien

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hilmend (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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