Heylige Frawe Latte - LinkFang.de





Heylige Frawe Latte


1904 wurde mit Hilfe von Johann Schütte an der Technischen Hochschule in Danzig eine Tochtervereinigung der 1878 in Berlin gegründeten Schiffbauervereinigung Latte gegründet. Sie wurde Heylige Frawe Latte genannt und zog Ende des Zweiten Weltkriegs zur Technischen Hochschule in Hannover. 1954 erblickte die Enkelin gleichen Namens an der Universität in Hamburg das Licht der Welt. Nach der Verlagerung der Schiffstechnik von Hannover nach Hamburg und später an die neu gegründete Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) erfolgte auch der Umzug und die Vereinigung der Schiffbau- und Schiffsmaschinenbaustudenten an die TUHH.

Gründungsmythos

Kaiser Wilhelm I. kehrte nach sechs Monaten krankheitsbedingter Abwesenheit nach einem Attentat zurück und wurde bei der Rückkehr von Vertretern sämtlicher deutscher Hochschulen in Berlin gefeiert. An den zweitägigen Festlichkeiten nahmen viele Studierende der Friedrich-Wilhelms-Universität sowie der Bau-, Berg-, Gewerbe- und Kunstakademie aus Berlin teil. Sie feierten in einer bis dahin noch nie da gewesenen Einmütigkeit dieses Ereignis. Ein abendlicher Fackelzug mit 5000 Fackeln Unter den Linden bildeten den Abschluss dieser Feierlichkeiten.

Einige Studenten des Schiffbaus der Königlichen Gewerbeakademie trafen sich nach dem Fackelzug in der Hasenheide, um in der Unionsbrauerei weiter zu feiern. Bei Bier und Schmalzstullen wurden patriotische Reden geschwungen und Lieder gesungen. Beim Taktschlagen auf dem Tisch mit einer Straklatte aus dem Schiffbauersaal zerbrach diese und in feierlicher Handlung wurden die Bruchstücke an die zwölf Anwesenden verteilt. Dies galt als Zeichen der ewigen Freundschaft und als Gründungsakt des Ordens der Schiffbauer Latte in Berlin. So ist der Orden der Heyligen Frau Latte entstanden. Es wurde wie bei der Seefahrt eine Taufe eingeführt und erst nach der Taufe war der Schiff- oder Schiffsmaschinenbauer der damaligen Königlichen Gewerbeakademie ein vollwertiges Mitglied der Heyligen Frau Latte. Sie ist in Ehren grau geworden und besteht nach mehreren Umzügen und Namenswechseln der Königlichen Gewerbeakademie als Heylige Frau Latte ad Berolinum bzw. als Heiliger Orden der Schiffbauer Latte – einer eingetragenen Vereinigung an der heutigen Technische Universität Berlin.

Gründung der Tochter-Latte

Eine Tochter-Latte wurde 1904 von den Schiffbau-Studenten Weichhardt, Wiesinger und Mazner an der neu eröffneten von Kaiser Wilhelm II persönlich eingeweihten Danziger Hochschule gegründet. Es war die zweite deutsche Technische Hochschule, an der schiffbauliche Fächer gelehrt wurden. Mutter und Tochter der Latte bildeten eine gute lebende Familie, besuchte sich, feierte gemeinsame Ordensfeste und man tauschte sich aus. Die Latte in Danzig umfasste auch die Studenten des Flugzeugbaus und führte u. a. auch zu einer "Luftgrafschaft" in Braunschweig. Mit der Eroberung Danzigs endete 1945 das Latteleben. Der letzte Danziger Ordensmeister Hans S. Kannt verließ kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee die Stadt.

Umzug der Tochter-Latte an die Technische Hochschule Hannover

In Westdeutschland wurde der Wiederaufbau des Studiums des Schiffbau und des Schiffsmaschinenbaus nach dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg von Schnadel und in Hannover von Illies und Hansen betrieben. So wurden einige der ehemaligen Danziger Professoren an die TH Hannover berufen, die sich dafür einsetzten, das Studium der Schiffstechnik in Hannover als Nachfolge von Danzig zu ermöglichen. So erhielten 1949 Hansen und Illies in Hannover Lehraufträge. 1951 schlossen die Länder Hamburg und Niedersachsen einen Staatsvertrag über die gemeinsame Ausbildung von Schiffstechnikern in Hannover und Hamburg und am 30. April 1951 wurde von der Heyligen Frau Latte in Berlin die Geburt einer neuen Tochter in Hannover verkündet. Sie wurde im Dezember getauft. Der letzte Danziger Ordensmeister Hans Kannt sorgte als Pate für ein geeignetes Taufgeschenk. Nach alter Danziger Tradition übergab er dem Täufling ein Dreizack, Schwert und Panzerbolzen für das Heilige Ordenskapitularium (HOK). Er hatte diese Insignien auf der Bremerhavener Seebeckwerft nachbauen lassen.

Heylige Frawe Latte ad Hammaburg

Die Ritterschaft in Hamburg wurde 1954 von der Hannoveraner Latte ins Leben gerufen. Nach dem Umzug der Schiffstechnik von Hannover an die Universität Hamburg erfolgte 1984 die Vereinigung an der Universität Hamburg. Ein erneuter Umzug der Hamburger Latte erfolgte 2001, als die Schiffbauausbildung von der Universität Hamburg an die Technische Universität in Hamburg-Harburg (TUHH) verlagert wurde. Die bisher als Ritterschaft Harburg geführten Studenten des Schiffmaschinenbaus vereinigten sich mit den Schiffbauern der Universität. Sie führt unter dem Namen „Heylige Frawe Latte ad Hammaburg“ (H.F.Latte e. V.) als Tochter (oder nach anderer Meinung auch als Enkelin) ein reges Leben und übt auch die Funktion der Fachschaft aus. Die Studenten der Heyligen Frawe Latte zu Hammaburg leben auch heute noch die alten Traditionen wie Taufe und Ordensfest gemeinsam mit ehemaligen Studenten, mit den in der Schiffstechnik lehrenden und emeritierten Professoren sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitern. Es ist die gute Gemeinschaft, die von einigen extrem engagierten Studenten und Studentinnen besonders unterstützt wird, die für ein Jahr in die Rolle des Ordensmeisters, des Kanzlers und des Ceremons schlüpfen. Es ist kein Geheimnis, dass für diese aufgrund des Engagements mit vielen Verpflichtungen etwa ein Semester verloren geht, da viele Vorlesungen nicht besucht und etliche Prüfungen nicht absolviert werden können. Aber sie selbst erfahren andere Erfolgserlebnisse, die sich aus ihrem Einsatz und ihrer Funktion ergeben. Dabei lernen sie wichtige Eigenschaften (Organisation, Motivation), um die Taufe, das Sommerfest und das Ordensfest vorzubereiten und durchzuführen.

Taufe und Sommerfest

An einem Freitag im Juli wird die traditionelle Taufe der neuen Studenten durchgeführt. Der Ablauf dieser Zeremonie, wie auch der Ursprung der Weiblichkeit der "Heyligen Frau" Latte liegt im Dunkel. Umso heller strahlt dagegen das nach der Taufe auf dem Hochschulcampus durchgeführte Sommerfest mit Verleihung der Taufurkunden und gemeinsamem Feiern mit den Studenten anderer Fachschaften, vielen Ehemaligen und dem Lehrkörper. Dass dabei dann das HOK von den frisch mit Urkunde ausgestatteten Getauften in den Campusteich geworfen wird, sorgt für Erheiterung beim Fest und trägt dazu bei, den Stress der bevorstehenden Prüfungswochen in den Hintergrund zu drängen.

Jährliches Ordensfest in Harburg

Zum jährlichen Ordensfest in Harburg am 1. Freitag im Dezember treffen Abordnungen der Studenten von anderen in der Schiffstechnik aktiven Hochschulen ein und überreichen Gastgeschenke. Außerdem kommen viele der ehemaligen Hannoveraner und Hamburger Studenten des Schiff- und Schiffsmaschinenbaus, die heute in der Wirtschaft und Industrie arbeiten, um diese Feier gemeinsam zu begehen. Bei diesen Ordensfesten werden für gute Mitarbeit und hohes Engagement für die Latte Auszeichnungen und Orden vergeben. Seltener werden für besondere Verdienste für eine gute Lehre Ehrentitel verliehen, die mit der Übergabe einer aufwändig gestalteten Urkunde verbunden ist.

Weblinks

Literatur

  • Festausschuss der Latte (Hrsg.): Festschrift zum 50. Ordensfest der Schiffbauer Latte. Berlin, 26. Februar 1928.
  • M. Vom Baur, W. Faller, K. Schröder: 100 Jahre Schiffbauervereinigung Latte zu Berlin. In: Schiff & Hafen. 1978.
  • Reinhard Rürup (Hrsg.): Wissenschaft und Gesellschaft, Beiträge zur Geschichte der Technischen Universität Berlin 1879–1979. Springer, Berlin 1979, ISBN 3-540-09672-8.
  • P. Kayser, N. Lange: 50 Jahre Orden der Heyligen Frawe Latte zu Hannover/ad Hammaburg: Eine Chronik. Seehafen, Hamburg 2002, ISBN 3-87743-803-2. (Taschenbuch).
  • J. Beutel, J. Müller-Graf, B. Hochhaus, K.-H. Wessel J.: Die Schiffbauervereinigung Latte wird 130 Jahre. In: Hansa. Nr. 11/2008.

Kategorien: Schiffbau | Technische Universität Hamburg-Harburg | Verein (Deutschland)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Heylige Frawe Latte (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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