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Hettenleidelheim


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad DürkheimVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Hettenleidelheim
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 5,07 km²
Einwohner: 3046 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 601 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67310
Vorwahl: 06351
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 027
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 45
67310 Hettenleidelheim
Webpräsenz: www.hettenleidelheim.de
Ortsbürgermeister: Joachim Blum (SPD)
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Hettenleidelheim, im Pfälzischen Hettrum genannt, ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Hettenleidelheim ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie

Hettenleidelheim liegt im Norden des Naturparks Pfälzerwald im Bereich der Wasserscheide zwischen Eisbach und Eckbach, die nördlich bzw. südlich des Ortes vorbeifließen. Zur nördlich gelegenen Kleinstadt Eisenberg sind es 2 km.

In Richtung Eisenberg liegt das Landschaftsschutzgebiet Erdekaut.

Geschichte

Hettenleidelheim − erstmals im Jahr 1155 erwähnt − bestand ursprünglich aus zwei Orten: Hitenheim (später Hettenheim) und Luttelheim (später Leidelheim). Beide kamen im Mittelalter unter die Herrschaft des Klosters Ramsen und gehörten nach dessen Auflösung im Jahr 1485 als Temporalbesitz zum Hochstift Worms. Darauf weist heute noch das vom Wormser Bistumswappen abgeleitete Gemeindewappen hin. Die kommunale Vereinigung beider Orte als Hettenleidelheim, unter einem gemeinsamen Dorfgericht wurde vom Landesherrn, Bischof Dietrich von Bettendorf, 1556 verfügt.

In Hettenheim existierte die Kapelle St. Stephan, eine Filiale der Pfarrei Eisenberg (Pfalz) und in Leidelheim die St. Peters Kapelle als Filiale von Wattenheim (Wormser Synodale 1496). Von Eisenberg (Herrschaft Kirchheim-Stauf) und von Wattenheim (Grafschaft Leiningen) wurde ab 1569 lutherischer Gottesdienst in den beiden Kapellen der wormsischen Exklave gehalten, wogegen sich das geschwächte Bistum nicht zur Wehr setzten konnte. Als um 1624, im Dreißigjährigen Krieg, die katholische Partei die Oberhand gewann, pfarrte man beide Gemeinden zunächst ins katholische Neuleiningen um und erhob den Ort 1705 zur eigenständigen katholischen Pfarrei.

1720 bis 1724 wurde im Ortsteil Leidelheim eine neue katholische Pfarrkirche gebaut. An die mittelalterliche Peterskapelle baute man ein barockes Kirchenschiff mit Turm an. Der Wormser Weihbischof Johann Baptist Gegg konsekrierte dieses St. Peter und St. Hubertus geweihte Gotteshaus am 27. August 1724; am nächsten Tag firmte er in Hettenleidelheim 1700 Personen.[3]

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts, vermehrt seit den Jahren um 1870, entwickelte sich der Abbau und seit 1901 auch die fabrikmäßige Verwertung der örtlichen hochfeuerfesten Tonerden zum Hauptwirtschaftszweig. Diese Industrie kam nach dem Zweiten Weltkrieg zum Erliegen. Bis 1969 gehörte der Ort zum (erloschenen) Landkreis Frankenthal (Pfalz). Im Jahr 2005 beging Hettenleidelheim seine 850-Jahr-Feier.

Religion

Im Ort sind etwa 1400 katholische und 850 protestantische Christen mit jeweils einer Gemeinde vertreten.[4] Die Protestanten sind überwiegend in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zugezogen. Die Katholische Pfarrei St. Peter mit Filiale St. Georg, Tiefenthal, bildet heute eine Pfarreiengemeinschaft mit Wattenheim, Altleiningen/Höningen und neuerdings Carlsberg/Hertlingshausen. Die Protestantische Kirchengemeinde ist eine selbstständige Filiale von Wattenheim.

Von der früher im Ort bestehenden jüdischen Gemeinde (Synagoge in Wattenheim) zeugen der alte und der neue Friedhof, die vom 18. bis ins 20. Jahrhundert belegt wurden, mit einigen sehenswerten Grabsteinen.[5]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Hettenleidelheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 9 9 2 20 Sitze
2009 9 8 3 20 Sitze
2004 9 9 2 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Hettenleidelheim e.V.

Bürgermeister

Ortsbürgermeister von Hettenleidelheim ist seit 2009 Joachim Blum (SPD). Er wurde 2014 mit 53,7 Prozent der Stimmen wiedergewählt.[7]

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Schwarz ein schrägrechtsgestellter silberner Schlüssel mit abwärtsgekehrtem Bart, unten rechts begleitet von einem schwebenden goldenen Andreaskreuz“.

Es wurde 1979 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1758. Der Schlüssel symbolisiert das Hochstift Worms, dessen Patron St. Petrus war.[8]

Gemeindepartnerschaft

Mit Blanzy (Burgund, Frankreich) wird seit 1978 eine Partnerschaft gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Katholische Kirche – Die katholische Kirche steht im Ortsteil Leidelheim und wurde von 1720 bis 1724 erbaut, von 1898 bis 1901 wurde sie erweitert. Sie besitzt zwei bemerkenswerte steinerne Barockaltäre aus der Erbauungszeit.

Bahnhof – Der alte Bahnhof ist ein Bauwerk aus dunklem Sandstein vom Ende des 19. Jahrhunderts.

Kriegerhain – Der Kriegerhain im Unterdorf Hettenheim bewahrt diverse Denkmäler und bemerkenswerte Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert. Das Gelände hatte als Kirchhof der mittelalterlichen Hettenheimer Stephanus-Kapelle gedient, die 1720/24 zugunsten der damals neuerbauten Pfarrkirche in Leidelheim aufgegeben wurde.

Jüdische Friedhöfe – Neben dem Kriegerhain liegt der ältere der beiden jüdischen Friedhöfe des Ortes (18. Jahrhundert), der jüngere wurde im 19. Jahrhundert an der Chaussee nach Tiefenthal angelegt.

Alte Schule – Ungewöhnlich ist die Mitte des 19. Jahrhunderts gebaute Alte Schule mit zinnengekröntem Turm, die heute als Haus der Vereine dient.

Gemeindefesthalle – Die geräumige Gemeindefesthalle entstand die in den 1920er Jahren und wurde um das Jahr 2000 erneuert. Sie wurde in Spannbetonbauweise vom Turnverein Gut Heil erbaut.

Heimatmuseum – Das Heimatmuseum mit Archiv Karl Blum informiert über die Geschichte des Ortes und des Tonabbaus.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Hettenleidelheim

Musik

Mit der Darbietung von Musik befassen sich der Katholische Kirchenchor St. Peter, der Sängerbund Frohsinn und das Bergmanns-Blasorchester „Glück Auf“.

Regelmäßige Veranstaltungen

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  • Waldfest (im Birkenschlag): Pfingstmontag
  • Kerwe: letztes Wochenende im August
  • Barbaramarkt: Anfang Dezember

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Hettenleidelheim lebte früher vom Tonabbau. Dieser Wirtschaftszweig wurde inzwischen eingestellt.

Verkehr

Der Ort liegt nahe der Autobahn 6 und ist über die Anschlussstelle Wattenheim (1 km) erreichbar. Von 1895 bis 1990 bestand eine Bahnverbindung nach Ebertsheim mit Anschluss an die Eistalbahn GrünstadtEnkenbach; der Personenverkehr wurde schon 1954 eingestellt und bis zur endgültigen Auflassung nur der Güterverkehr aufrechterhalten. Die Bahnstrecke nach Grünstadt ist heute per Bus, der bis zum Bahnhof Eisenberg (Pfalz) verkehrt, erreichbar.

Öffentliche Einrichtungen

Hettenleidelheim beherbergt den Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine eigene Grundschule, der Besuch weiterführender Schulen ist in den Nachbarorten möglich.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Karl Blum, Heimatforscher

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Jakob Schwalb (1872–1934), katholischer Priester, Dekan in Göllheim, NS-Opfer.
  • Nikolaus Osterroth (1875–1933), Politiker (SPD), Mitglied der Weimarer Nationalversammlung
  • Georg Schmidt (1902–1962), Politiker (Zentrum), nordrhein-westfälischer Landtagsabgeordneter

Personen, die vor Ort gelebt und gewirkt haben

Weblinks

 Commons: Hettenleidelheim  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Zur Vereinigung unter Fürstbischof Dietrich von Bettendorf und zur Religionsgeschichte
  4. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  5. Informationen zur jüdischen Geschichte von Hettenleidelheim
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Direktwahlen der Orts- und Stadtbürgermeister
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hettenleidelheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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