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Hermannskogel


Hermannskogel

Steilblick von der Rohrerwiese zum Hermannskogel. Am Horizont die Spitze der Aussichtswarte

Höhe 542 m ü. A.
Lage Wien und Niederösterreich, Österreich
Gebirge Kahlengebirge, Wienerwald
Dominanz 17,7 km → Hinterer Föhrenberg
Schartenhöhe 172 m ↓ Schützengraben
 
Gestein Flysch
Normalweg Von der Jägerwiese
Besonderheiten Höchster Berg von Wien sowie des Kahlengebirges

Der Hermannskogel ist mit 542 m ü. A. der höchste Punkt des Gemeindegebiets von Wien und liegt an dessen Grenze zu Niederösterreich. Die Habsburgwarte auf seinem Gipfel war bis 1918 der Fundamentalpunkt im Vermessungsnetz Österreich-Ungarns.

Geografie

Der Hermannskogel ist ein bewaldeter, kammartiger Berg im nördlichen Wienerwald. Mit 542 Metern ist er der Hauptgipfel des Kahlengebirges und der höchste Berg Wiens. Er liegt in einem nordöstlichen Ausläufer der Ostalpen und ist geologisch der Flyschzone zugehörig, die aus Quarz- und Kalksandstein, Mergel und anderen Sedimenten zusammengesetzt ist. Besonders gut sind seine Gesteine am südwestlichen Aufstieg zu erkennen, wo sie mehrere klippenartige Stufen bilden.

Drei Kilometer östlich des Hermannskogels liegen die Wiener Hausberge Kahlenberg und Leopoldsberg, hinter denen die Wiener Pforte (Durchbruch der Donau durch den Wienerwald) liegt, und in der halben Distanz der Vogelsangberg sowie im Südwesten der Dreimarkstein.

Geschichte

Erste urkundliche Erwähnung fand der Berg 1355 als hermannschobel im Zehentregister des Stifts Klosterneuburg. Der Name geht auf den im Mittelalter gebräuchlichen Vornamen Hermann zurück und enthält als Grundwort den in Bergnamen oft vorkommenden Begriff Kogel oder Kobel für einen kegelförmigen Berg. Im Mittelalter war der Hermannskogel noch mit Weingärten bedeckt. An seinem Abhang, am Sattel zwischen Sievering und Weidling, lag vermutlich das Weinbauerndorf Kogelbrunn, das 1237 als chogelbrunne erstmals urkundlich erwähnt wurde. In einem Wanderführer um Wien aus dem Jahre 1835 ist zu lesen:

Wer glaubt wohl, daß auf dem Herrmannskogel einst eine Ansiedlung bestanden habe? – Auf diesem Bergrücken stand vor 600 Jahren ein Dorf von 24 Häusern, Kogelbrunn, »Chogilnprun«, von dem ein adeliges Geschlecht den Namen führte, welches 1255 in Klosterneuburger Urkunden erscheint. Die Einwohner verließen aber nachmals ihre Hütten und siedelten sich anderwärts an. Es ist noch ein Meldezettel eines Waldknechtes vorhanden, die Anzeige enthaltend, daß der Wald auf der Stelle des Dorfes schon herangewachsen und in schlagbarem Zustande sey.[1]

1256 wurde das Dorf von Albero von Feldsberg dem Stift Klosterneuburg abgetreten. 1346 war der Ort noch vorhanden, ging dann jedoch Ende des 15. Jahrhunderts zu Grunde, vermutlich durch die Verheerungen der Ungarn. Mit dem Dorf verschwanden schließlich auch die Weingärten und wilder Waldwuchs bedeckte den Gipfel erneut.

1683 lagerte hier das Entsatzheer aus Sachsen und anderen Teilen des Heiligen Römischen Reichs, das die Zweite Wiener Türkenbelagerung beendete. Im 19. Jahrhundert wurden mehrere Ansuchen des Stifts Klosterneuburg abgelehnt, auf dem Hermannskogel eine Aussichtswarte zu errichten. Erst 1888 wurde die 27 Meter hohe Habsburgwarte (1938−1974 Hermannskogelwarte) erbaut und ein Jahr später eröffnet.

Der Hermannskogel als Fundamentalpunkt

Die Habsburgwarte am Gipfel des steilen Sandsteinfelsens wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts als Fundamentalpunkt (Koordinatenursprung) der Landesvermessung von Österreich-Ungarn gewählt. In den 1920er Jahren ging Österreich jedoch (wie Deutschland) auf das 3°-Streifensystem der Gauß-Krüger-Projektion über. Als Fundamentalpunkt hatte der Hermannskogel dieselbe Funktion wie der Rauenberg in Berlin. In nächster Zeit wird der Übergang auf das Europäische Terrestrische Referenzsystem erfolgen.

Literatur

  • Christian F. Winkler, Alfred Hengl: Vom Leopoldsberg zum Hermannskogel. Geschichte des Kahlengebirges. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-097-7

Weblinks

 Commons: Hermannskogel  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Adolf Schmidl: Wien’s Umgebungen auf zwanzig Stunden im Umkreise. Nach eigenen Wanderungen geschildert. Zweite Abtheilung. Das Kahlengebirge. Gedruckt und im Verlage bei Carl Gerold, Wien 1835 (Reprint 2002, Archiv Verlag Wien); S. 214–215.

Kategorien: Wienerwald | Berg in Wien | Döbling | Berg in den Alpen | Berg in Europa | Berg unter 1000 Meter

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hermannskogel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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