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Hermann Schlichting


Hermann Schlichting (* 22. September 1907 in Balje; † 15. Juni 1982 in Göttingen) war ein deutscher Strömungsmechaniker.

Leben und Wirken

Hermann Schlichting studierte von 1926 bis 1930 Mathematik, Physik und Angewandte Mechanik an den Universitäten in Jena, Wien und Göttingen. Am 29. Dezember 1930 promovierte er in Göttingen bei Albert Betz mit einer Arbeit „Über das ebene Windschattenproblem“ und legte im selben Jahr das Staatsexamen für das Lehramt an Höheren Schulen in den Fächern Mathematik und Physik ab. Das Zusammentreffen mit Ludwig Prandtl hat den Lebensweg von Schlichting entscheidend beeinflusst. Er trat in das Kaiser-Wilhelm-Institut für Strömungsforschung in Göttingen ein und befasste sich von 1931 bis 1935 hauptsächlich mit Problemen der Strömungen mit Reibung, aber in dieser ersten Göttinger Zeit hat er auch damit begonnen, sich mit Tragflügelaerodynamik zu befassen. Im Jahre 1935 ging Schlichting zu den Dornier-Werken nach Friedrichshafen. Dort plante er den neuen Windkanal und nahm ihn nach kurzer Bauzeit in Betrieb. Dabei sammelte er wertvolle Erfahrungen auf dem Gebiet der Flugzeugaerodynamik. Er folgte im Alter von 30 Jahren 1937 dem Ruf an die TH Braunschweig, wo er dann 1938 zum ordentlichen Professor ernannt wurde.

Nach seinem Dienstantritt im Oktober 1937 hat sich Schlichting um den Aufbau des im Bau befindlichen Aerodynamischen Instituts im Luftfahrtlehrzentrum am Flughafen Braunschweig-Waggum gekümmert.

Ihm zu Ehren wurden die beim laminar-turbulenten Übergang auftretenden Tollmien-Schlichting-Wellen benannt.

Nach dem Erreichen der Altersgrenze wurde Schlichting am 30. September 1975 an der TU Braunschweig emeritiert. Gleichzeitig schied er auch als Direktor der Aerodynamischen Versuchsanstalt Göttingen (AVA) aus. Da das Berufungsverfahren für seine Nachfolge der TU Braunschweig noch nicht abgeschlossen war, wurde er gebeten, bis zum Amtsantritt seines Nachfolgers die Dienstgeschäfte weiterzuführen.

Die Vertretung seines Lehrstuhls für Strömungsmechanik endete am 30. April 1978. Als sein Nachfolger trat Boris Laschka am 1. Mai 1978 seinen Dienst an der TU Braunschweig und im Institut für Strömungsmechanik an.

Nach seiner Emeritierung lebte Schlichting in Göttingen. Er hat dort mit viel Energie die 8. Auflage seines Buches „Grenzschicht-Theorie“ bearbeitet und vollendet. Ihr Erscheinen hat er nicht mehr erlebt und deshalb stellt diese Auflage sein wissenschaftliches Vermächtnis dar.

Er war Mitglied der Akademischen Fliegergruppe Braunschweig.[1]

Ehrungen

Werke

  • Hermann Schlichting, Klaus Gersten, Egon Krause, Herbert, jun. Oertel: Grenzschicht-Theorie. Springer, Berlin 2006, ISBN 3-540-23004-1.
  • Hermann Schlichting, Erich Truckenbrodt: Aerodynamik des Flugzeugs. Springer, Berlin 1967.
  • Hermann Schlichting Entstehung der Turbulenz. in Flügge, Truesdell (Hrsg) Handbuch der Physik VIII/1, Strömungslehre 1, Springer Verlag 1959.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Akademische Fliegergruppe Braunschweig E. V. Braunschweig 1965, S. 35.

Weblinks


Kategorien: Strömungsmechaniker | Geboren 1907 | Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes | Hochschullehrer (Technische Universität Braunschweig) | Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann Schlichting (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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