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Hermann Franz Leo Roeder


Hermann Franz Leo Roeder (* 17. Oktober 1856 im Lichtenberg; † 9. Oktober 1941 in Berlin) war ein deutscher Rittergutbesitzer und Kommunalpolitiker in der Gemeinde Lichtenberg.

Leben

Albert Roeder aus Hegermühle, Rittergutbesitzer in Stechau, der Vater von Hermann Franz Leo, hatte am 20. März 1856 das Gut Lichtenberg mit den Kolonien Friedrichsberg, Kietz und Wilhelmsberg im Kreis Niederbarnim vom Berliner Magistrat gekauft; ab April 1860 gingen alle damit verbundenen Rechte an ihn über. Nach etlichen Jahren begann Albert Roeder mit der Parzellierung großer Teile des Gutes und verkaufte sie dann als Bauland.

Leo war nach dem Schulbesuch zum Militär gegangen und besuchte 1880/81 die Artillerie- und Ingenieurschule. Nach dem Tod des Vaters übernahm er das Rittergut Lichtenberg.

Wirken

Hermann Franz Leo Roeder begann bald in der Kommunalpolitik mitzuwirken: zunächst als Schöffe und Amtsvorsteher von Friedrichsberg, Wilhelmsberg und Lichtenberg. Am 18. August 1892 übernahm Roeder auf Vorschlag des Landrats von Niederbarnim, Wilhelm von Waldow, auch das Amt des Gemeindevorstehers in Lichtenberg, das er bis 1896 ausübte. Zunächst ließ er die alte Gemeinderechtsverfassung den Anforderungen der aufstrebenden Industriegesellschaft anpassen. Das neue Gemeindewahlrecht bestimmte nun einen Gemeindevorstand mit sechs Schöffen und 21 Gemeindevertretern. Gleichzeitig setzte Roeder die Parzellierung seines früheren Rittergutes fort, da die landwirtschaftliche Bewirtschaftung 1890 aufgegeben wurde; so konnte er größere Industrieansiedlungen und die Errichtung von Wohnkomplexen fördern. Unter seiner Amtsführung wurde außerdem ein dringend erforderliches Entwässerungssystem nebst einer Kläranlage (Oktober 1893) in Betrieb genommen.

Die Kirchenweihen der katholischen Mauritiuskirche (September 1892) und der evangelischen Erlöserkirche (Oktober 1892) erfolgten in seinem Beisein.

Als im Gemeindevorstand über den Bau eines neuen Rathauses beraten wurde, lehnte Roeder diesen Plan ab. Unter anderem deswegen musste er 1896 das Amt des Gemeindevorstehers an Oskar Ziethen abgeben, der sich um das Wachstum Lichtenbergs bis zur Erlangung des Stadtrechtes große Verdienste erwarb.

Sonstiges

Seinen Wohnsitz hatte Hermann Franz Leo Roeder bis 1908 in der damaligen Dorfstraße (heute Möllendorffstraße). 1911 zog er um in den Stadtteil Tiergarten, wo er bis 1938 in der Viktoriastraße 14 wohnte. Seine letzten zwei Lebensjahre verbrachte Roeder in der Gemeinde Steglitz (Grunewaldstraße 39).

Er wurde in Kreuzberg auf dem Evangelischen Alten Luisenstädtischen Friedhof im Erbbegräbnis Hermann Leo Roeder beigesetzt.

Ehrungen

Das positive Wirken von Roeder für den Bezirk Lichtenberg wurde durch die Benennung von Straßen und Plätzen geehrt:

Am nördlichen Ende der Kleingartenanlage in der Nähe des Fennpfuhls gab es eine Straße von der Landsberger Allee bis zur Herzbergstraße, die bis 1975 Roederstraße hieß und erst mit der Bebauung des späteren Ortsteils Berlin-Fennpfuhl in Karl-Lade-Straße umbenannt wurde.[1] Die Kreuzung Weißenseer Weg/Möllendorffstraße/Herzbergstraße/Roederstraße hieß ab 1896 bis zur Errichtung des Neubaugebietes Roederplatz,[2] bei den Anwohnern hatte sich der Name weiterhin erhalten. Am 3. Juni 2011 erhielt der Platz (nun in etwas anderer Lage) auf Antrag der Roederschen Erben seinen Namen zurück.

(In Berlin-Alt-Hohenschönhausen, Berlin-Hermsdorf, Berlin-Mahlsdorf und Berlin-Oberschöneweide gibt es Roedernstraßen, die aber nicht nach Hermann Leo Roeder sondern nach Siegfried Friedrich Wilhelm Erdmann Graf von Roedern benannt sind.)[3]

Quellen

  • Lichtenberg einst und jetzt, Terraingesellschaft Rittergut Lichtenberg GmbH; 1947
  • Heimatwoche Lichtenberg, Berlin 1934

Einzelnachweise

  1. Roederstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  2. Roederplatz. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  3. alle Roedernstraßen auf www.berlingeschichte.de


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann Franz Leo Roeder (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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