Heringhausen (Diemelsee) - LinkFang.de





Heringhausen (Diemelsee)


Heringhausen
Gemeinde Diemelsee
Höhe: 390 (381–482) m
Fläche: 6,08 km² (LAGIS)
Einwohner: 380 (31. Aug. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34519
Vorwahl: 05633

Heringhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee im Landkreis Waldeck-Frankenberg im Nordwesten von Nordhessen (Deutschland) mit etwa 380 Einwohnern.

Geographische Lage

Heringhausen liegt im Upland im Naturpark Diemelsee am östlichen Ufer des Diemelarms des Diemelstausees, der den Ober- und Mittellauf der Diemel trennt. Das Dorf befindet sich auf dem Gebiet der ehemaligen Grafschaft und des späteren Fürstentums Waldeck. Hindurch verläuft die Landesstraße 3078. Durch die nördlichen Ortsteile am Eisenberg fließt die Florenbeck, und sie mündet in einen kleinen Arm des Diemelsees, der, wie der angrenzende Siedlungsbereich, Florenbicke genannt wird[2].

Geschichte

Am 14. Januar 1023 wird der Ort als Hardinghuson in den Güterverzeichnissen des Klosters Kaufungen urkundlich als Schenkung an dieses durch Kaiser Heinrich II erwähnt.[3][4] Die Reformation wurde ab 1550 durch Pfarrer Daniel Dillen (1550 bis 1601) eingeführt. Im Jahre 1822 erwähnt Johann Gunther Friedrich Cannabich, dass es in Heringhausen 206 Einwohner eine Pulvermühle und einen „Waffenhammer“ gibt.[5] Per Wahlgesetz vom 23. Mai 1849 wurde der Ort durch Emma Fürstin zu Waldeck und Pyrmont (I.) dem Wahlkreis VIII. des Reichsfürstentums Waldeck-Pyrmont zugeordnet.[6]

Die Volksschulen in Ihringshausen und Sandershausen nutzten im Herbst 1944 das Gasthaus Giesing als Unterkunft für einige ihrer Schüler im Rahmen der Kinderlandverschickung.[7]

Am 31. Dezember 1971 bildeten Heringhausen und zwölf weitere Gemeinden die neue Gemeinde Diemelsee.[8]

Historische Ortsnamen

In den Urkunden des Klosters Kaufungen sind die Ortsnamen Hardinghuson, Herdinchußen, Herdynckhusen, und Hertighusin als frühe Ortsnamen belegt.[4] Auf der ältesten Kirchenglocke findet sich neben der Jahreszahl 1674 der Hinweis auf den Ortsnamen „Herdinghausen“. Ein weiterer Hinweis auf diesen ehemaligen Ortsnamen finden sich auf einem Denkmal. Im 20. und 21. Jahrhundert findet sich gelegentlich die Fehlschreibungen des Ortsnamens als „Heringshausen“.

Wüstungen in der Gemarkung

In der Gemarkung Heringhausen befinden sich mehrere Wüstungen. Teilweise sind diese Stellen noch heute unbewohnt; teilweise findet sich Bebauung und Besiedlung aus dem 20. Jahrhundert sowie Hinweise auf die alten Siedlungen durch die Flur- oder Straßennamen.

Wüstung Giffelde

Giffelde bezeichnet eine ehemalige Wüstung, auf der sich heute ein Campingplatz befindet. Auf diese weist der Straßenname „Im Giffeld“ hin. Bodenrechtlich befindet sich das Areal heute in der Gemarkung von Stormbruch.[9] Varnhargen erwähnt 1825 als Gebietsbezeichnung „im Giffelde“ (siehe Varnhagen Seite 47).[10] Georg Landau erwähnt 1836 den Gutsnamen Hiuelde als möglichen Vorgänger dieser Wüstung.[11]

Wüstung Kotthausen

1194 und am 11. August 1309 wird Kotthausen (auch Cozhausen, Cothusun, Cothusen, Kothausen) in Urkunden des Klosters Flechtdorf erwähnt.[12][13] Im Jahr 1497 wird Kotthausen als Wüstung genannt. Den Aufzeichnungen Johann Varnhagen ist zu entnehmen: „Die Heringhäuser haben Wiesen zu Kothausen, und die Herren zu Padberg tragen einen Hof zu Kothausen von dem Hause Waldeck zu Lehen.“ (siehe Varnhagen Seite 52)[10] Hier kam es mehrfach zu Grenzstreitigkeiten zwischen Kurköln und den Waldecker Grafen, die sich entschieden gegen den Einfluss Kurkölns auf ihrem Territorium zur Wehr setzten. Kotthausen ist seit 1968 über die Landesstraße 3393 erreichbar und durch Ortshinweistafeln gekennzeichnet. Im Ortslexikon des Landes Hessen[14][15][16] und in Kartenwerken des 21. Jahrhunderts sind die Siedlungsabschnitte Kotthausen 1 bis 3 verzeichnet. In dem Gebiet finden sich heute zwei Bauernhöfe ein Campingplatz sowie die Siedlungen am Fresenberg und Voßhol.

Wüstung Ratmaringhausen

Ratmaringhausen (Ratmerckhusen, Rattmigkhausen, Ratmigkusen) ist eine Wüstung, die sich am Westhang des Schörenbergs im Bereich des Diemeleinlaufes in den Diemelsee befand. Siedlungsreste sind nicht mehr erkennbar.[17] Varnhagen nennt 1825 eine Mühle Ratmerckusen zwischen Heringhausen und Gieberinghausen: Die Gieberinghäuser geben noch heutigentags Ratmaringhäuser- und Holzhäuser Zehnten und Ratmaringhausen wird also mit Holzhausen nächst zusammen liegen. Die Mühle zu Rattmigkhausen oder Ratmigkusen kommt 1637 vor. Sie stehet an der Dimel, nach Heringhausen hin und ist die Heringhäusermühle.(siehe Varnhagen Seite 56)[10]

Die Kirche

Die St.-Barbara-Kirche (Heringhausen) ist eine romanische Kleinbasilika. Sie hat in ihrer Bauart große Ähnlichkeit mit der Berndorfer Kirche. Wie diese ist sie etwa um 1180 errichtet worden. Ähnlichkeiten mit den Baustil der Flechtdorfer Klosterkirche lassen sich im Glockengeschoss, mit rundbogigen Schallöffnungen mit Doppelarkaden und Mittelsäulen, wie in auch anderen Kirchen der Region erkennen. Ein weiterer Hinweis, der auf eine Entstehung im 12. Jahrhundert hindeutet. Der Bruchsteinbau befindet sich unweit des Diemelseeufers. Die älteste Glocke stammt aus dem Jahre 1674. Die Nachbarorte Ottlar und Stormbruch waren Filialkirchen des Kirchspiels Heringhausen.[18][5]

Sehenswürdigkeiten

  • Die romanische Kirche aus dem 10. Jahrhundert

Sonstiges

Einzelnachweise

  1. „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee , abgerufen im September 2015.
  2. Heringhausen, LAGIS Kartenmaterial 1:50000
  3. Schenkungsurkunde 1023 , Deutsche Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii e.V. bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
  4. 4,0 4,1 Hermann von Roques, Urkundenbuch des Klosters Kaufungen in Hessen 1900, Seite 20, Urkunde
  5. 5,0 5,1 Johann Guntherfriedrich Cannabich, Neueste Kunde von Baden, Nassau, Hohenzollern, Lippe, Waldeck, Anhalt der Schwarzburgischen und Reußischen Lander (1827), Seite 397, Originalausgabe
  6. A. Rauch, Parlamentarisches Taschenbuch enthaltend die Verfassung ..., Erlangen, 1849, Seite 200 bis 201 (Originaldokument )
  7. Heringhausen, KLV-Lager Ku 023, Gasthaus Giesing. Topografie des Nationalsozialismus in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408 und 409.
  9. „Giffelde, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  10. 10,0 10,1 10,2 Johann Varnhagen, Grundlage der Waldeckischen Landes- und Regentengeschichte, Band 1, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1853 Online Buchvorschau
  11. Georg Landau, Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, Band 3, Seite 25 Originalausgabe
  12. Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Westfälische Zeitschrift, 1845, Seite 63 (Dokument, Latein )
  13. Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Regesta historiae Westfaliae, 1864, Seite 84 (Dokument, Deutsch )
  14. „Kotthausen 1, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  15. „Kotthausen 2, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  16. „Kotthausen 3, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  17. „Ratmaringhausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  18. Artikel aus der HNA Waldeckische Allgemeine aus der Serie Kirchen im Waldecker Land

Literatur

  • Ulrich Bockshammer, Ältere Territorialgeschichte der Grafschaft Waldeck, Seiten 38 und 42, Schriften des Hessischen Amts für geschichtliche Landeskunde, Marburg 1958.
  • Thomas Klein (Hrsg.), Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 - 1945, Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn,
    Reihe B: Mitteldeutschland (außer Preußen), Band 16: Mitteldeutschland (Kleinere Länder), Teil V: Waldeck, 1981, ISBN 3-87969-131-2.
  • Gottfried Ganßauge, Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel. 3. Kreis des Eisenberges, Kassel, 1939 Seiten 87 bis 90.

Weblinks

 Commons: Diemelsee  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Heringhausen (Diemelsee) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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