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Henry A. Wallace


Henry Agard Wallace (* 7. Oktober 1888 bei Orient, Adair County, Iowa; † 18. November 1965 in Danbury, Connecticut) war ein US-amerikanischer Politiker. Zunächst Mitglied der Republikanischen Partei, wechselte er später zu den Demokraten und wurde schließlich zu einem Mitbegründer der Progressiven Partei.

Von März 1933 bis September 1940 war er Landwirtschaftsminister, von Januar 1941 bis Januar 1945 Vizepräsident in der Regierung von Franklin D. Roosevelt. Nach Roosevelts Tod bekleidete er im Kabinett von Harry S. Truman von März 1945 bis September 1946 das Amt des Handelsministers. Wallace trat bei der Präsidentschaftswahl des Jahres 1948 als Kandidat der Progressiven Partei an.

Leben

Frühe Jahre

Der auf einer Farm geborene Henry A. Wallace war Sohn des späteren US-Landwirtschaftsministers Henry Cantwell Wallace. Nach seinem College-Abschluss 1910 war er Redakteur der Wallace's Farmer und publizierte darüber hinaus über die Agrarwissenschaften. Von 1925 bis 1935 war er Mitglied der Theosophischen Gesellschaft Adyar, engagierte sich in der Liberalkatholischen Kirche und kam unter den Einfluss des russischen Malers und Theosophen Nicholas Roerich.[1]

Landwirtschaftsminister 1933 bis 1940

Obgleich seine Familienmitglieder beständig Anhänger der Republikaner gewesen waren und auch er selbst - aus Familientradition - Mitglied dieser Partei war, wechselte Wallace – enttäuscht von der Landwirtschaftspolitik und restriktiven Lohnpolitik der Republikaner – im Jahre 1928 zur Demokratischen Partei. Er war Befürworter von Roosevelts New Deal, zudem ausgewiesener Landwirtschaftsexperte. Nachdem er bei den Wahlen von 1932 entscheidend zum Sieg der Demokratischen Partei in Iowa beigetragen hatte, berief Präsident Roosevelt ihn nach seinem Wahlsieg im Jahre 1933 als Landwirtschaftsminister in sein Kabinett; es war seine Aufgabe, die New-Deal-Politik im Landwirtschaftssektor umzusetzen.

Wallace blieb auf diesem Posten bis zum Jahre 1940 und vertrat die immer wieder kontroverse Diskussionen auslösende Landwirtschaftspolitik der Regierung Roosevelts im gesamten Zeitraum.

Vizepräsident und Handelsminister

Wallace legte das Amt des Landwirtschaftsministers im September 1940 nieder, um als Vizepräsidentschaftskandidat an der Seite Roosevelts bei der Wahl 1940 anzutreten. Nach gewonnener Wahl wurde er am 20. Januar 1941 in sein Amt eingeführt. Seine Vizepräsidentschaft war vom Zweiten Weltkrieg dominiert; so saß er wichtigen Arbeitsgruppen und Komitees für ökonomische Kriegsführung und zur Sicherung des Nachschubs für die amerikanischen Truppen vor und unternahm Good-Will-Reisen nach Süd- und Mittelamerika, die zum Kriegseintritt von zwölf Staaten auf Seiten der Alliierten führten.

Vor der Wahl 1944 wurden ihm Sympathien für den Kommunismus (insbesondere für Stalin) vorgeworfen, sodass nicht er, sondern Harry S. Truman als Roosevelts Vizepräsident nominiert wurde. Seine Amtszeit endete turnusgemäß am 20. Januar 1945. Im März 1945 jedoch bestellte Präsident Roosevelt Wallace als Handelsminister in das Regierungskabinett. Die Abstimmung im Senat, der die Ernennung von Ministern bestätigen muss, endete mit einem Patt im Plenum. In seiner Funktion als Senatspräsident gab der neue Vizepräsident Harry S. Truman das entscheidende Votum zugunsten Wallaces ab.

Roosevelt starb am 12. April 1945, so dass Truman nur 82 Tage nach Amtsantritt als neuer Präsident nachrückte. Wallace blieb auch unter ihm noch einige Zeit Handelsminister. Im September 1946 wurde er wegen erheblicher Meinungsverschiedenheiten in der Außenpolitik von Präsident Truman aus seinem Ministeramt entlassen. Zuvor hatte Wallace den Präsidenten bei einer öffentlichen Ansprache für dessen harte Haltung gegenüber der Sowjetunion kritisiert.

Präsidentschaftskandidat und späteres Leben

Für die Wahl des Jahres 1948 kandidierte er für die Progressive Partei gegen Präsident Truman und den Republikaner Thomas E. Dewey für das Amt des Präsidenten der USA. Jedoch erhielt Wallace bei dem Urnengang am 2. November 1948 lediglich 2,4 Prozent aller Stimmen und keinen einzigen Wahlmann, da er in keinem Bundesstaat die Stimmenmehrheit errang. Er zog sich daraufhin aus dem politischen Leben zurück und widmete sich bis zu seinem Tod im Jahr 1965 der agrarwissenschaftlichen Forschung.

Literatur

  • John C Culver, John Hyde American dreamer: the life and times of Henry A. Wallace. Norton, New York 2000, ISBN 978-0-393-04645-8 978-0-393-32228-6.
  • Thomas W Devine: Henry Wallace's 1948 presidential campaign and the future of postwar liberalism 2013, ISBN 978-1-4696-0203-5 978-1-4696-2208-8.
  • Mark L. Kleinman: A world of hope, a world of fear: Henry A. Wallace, Reinhold Niebuhr, and American liberalism. Ohio State University Press, Columbus, OH 2000, ISBN 978-0-8142-0844-1.
  • Graham J White, J. R Maze Henry A. Wallace: his search for a new world order. UNC Press, [Chapel Hill] 2015, ISBN 978-0-8078-5715-1.

Einzelnachweise

  1. Past Issues of Theosophical History

Weblinks

 Commons: Henry A. Wallace  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Kategorien: Handelsminister (Vereinigte Staaten) | Landwirtschaftsminister (Vereinigte Staaten) | Theosoph (Theosophische Gesellschaft) | Vizepräsident der Vereinigten Staaten | Mitglied der Demokratischen Partei (Vereinigte Staaten) | Mitglied der Republikanischen Partei (Vereinigte Staaten) | Gestorben 1965 | Geboren 1888 | Freimaurer (20. Jahrhundert) | Freimaurer (Vereinigte Staaten) | US-Amerikaner | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Henry A. Wallace (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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