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Helvetia


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Helvetia (Begriffsklärung) aufgeführt.

Helvetia ist die vom Volksstamm der Helvetier abgeleitete neulateinische Bezeichnung für die Schweiz und eine allegorische Frauenfigur, welche die Schweiz versinnbildlicht.

Entwicklung

Helvetia tauchte erstmals im 17. Jahrhundert als aus den Kantonsallegorien gebündelte Frauengestalt und Identifikationsfigur für die Eidgenossenschaft auf: 1672 brachte Johann Caspar Weissenbach sein Stück Eydtgenossisch Contrafeth Auff- und Abnemmender Jungfrawen Helvetiae auf die Bühne. Er und mehrere Künstler, die gleichzeitig Helvetia bildlich darstellten, schufen eine neue Identifikationsfigur für die Einheit der Eidgenossenschaft in Zeiten der Entzweiung vor allem durch konfessionelle Streitigkeiten. Diese zeugte auch vom gestiegenen Selbstbewusstsein und vom Anspruch auf einen souveränen Status, nachdem den eidgenössischen Orten im Westfälischen Frieden (1648) «Freiheit und Exemtion» vom Heiligen Römischen Reich gewährt worden war.

Mit dem wachsenden Nationalbewusstsein im 19. Jahrhundert und der Gründung des schweizerischen Bundesstaates 1848 gewann Helvetia an Bedeutung. Sie erschien auf Münzen und Briefmarken und in politischen und patriotischen Darstellungen.

Bis heute befindet sich das Bildnis der Helvetia auf den Münzen zu ½, 1 und 2 Franken (stehend). Das Porträt auf den Münzen zu 5, 10 und 20 Rappen bildet entgegen der landläufigen Meinung nicht die Helvetia, sondern die Libertas ab.

Auf Briefmarken und Münzen wird bis heute «Helvetia» als Landesbezeichnung verwendet, weil damit keine der vier Landessprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) der Schweiz bevorzugt wird. Aus demselben Grund wurde das lateinische Landeskennzeichen CH gewählt, die Abkürzung für Confoederatio Helvetica, Schweizerische Eidgenossenschaft.

Helvetia in der Kunst

An der Mittleren Brücke in Basel, auf der Kleinbasler Uferseite, befindet sich die Skulptur „Helvetia auf Reisen“, die 1980 von der Basler Künstlerin Bettina Eichin angefertigt wurde.

Siehe auch

Literatur

  • Gianni Haver: Dame à l’antique avec lance et bouclier: Helvetia et ses Déclinaisons, in: Gonseth M.-O./Knodel B./Laville Y./Mayor G. (Hg.): Hors-champs. Eclats du patrimoine culturel immatériel, Musée d’ethnographie de Neuchâtel, 2013, S. 274–282.
  • Georg Kreis: Helvetia – im Wandel der Zeiten. Die Geschichte einer nationalen Repräsentationsfigur. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1991, ISBN 3-85823-316-1.
  • Thomas Lau: «Stiefbrüder». Nation und Konfession in der Schweiz. Böhlau-Verlag, Köln u. a. 2008, ISBN 978-3-412-14906-2, S. 397–419, 455–459. (Zugleich Habil-Schrift 2005)
  • Thomas Maissen: Von wackeren alten Eidgenossen und souveränen Jungfrauen. Zu Datierung und Deutung der frühesten «Helvetia»-Darstellungen, in: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 56 (1999), S. 265–302.
  • Thomas Maissen: Die Schöpfung der Helvetia in der bildenden Kunst und in der Dichtung, in: Stefan Hess/Tomas Lochman (Hg.): Basilea. Ein Beispiel städtischer Repräsentation in weiblicher Gestalt, Basel 2001, S. 84–101.
  • Thomas Maissen: Die Geburt der Republic. Staatsverständnis und Repräsentation in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft (= Historische Semantik. Bd. 4). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-36706-6, S. 253–277 (Zugleich: Zürich, Univ., Habil.-Schr., 2001).
  • Marie-Louise Schaller: Helvetia. Vorbilder – Wunschbilder. Begleitheft zur Ausstellung in der Zentralbibliothek Luzern, 15. Mai – 11. Juli 1998, Luzern 1998.
  • Angela Stercken, Enthüllung der Helvetia. Die Sprache der Staatspersonifikation im 19. Jahrhundert (= Historische Anthropologie. Bd. 29). Reimer, Berlin 1998, ISBN 3-496-02641-3 (Zugleich: Basel, Univ., Diss., 1996).

Weblinks

 Commons: Helvetia  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Nationale Personifikation | Nationales Symbol (Schweiz)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Helvetia (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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