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Helmut Steinberger


Dieser Artikel befasst sich mit dem Rechtswissenschaftler Helmut Steinberger. Zum Schauspieler Helmut Steinberger siehe Helmut Berger.

Helmut Steinberger (* 18. Dezember 1931 in München; † 6. Juli 2014) war ein deutscher Völkerrechtswissenschaftler. Von 1975 bis 1987 war er Richter des Bundesverfassungsgerichts, ab 1995 Richter am Schiedsgerichtshof der OSZE, zu dessen Vizepräsident er 2001 gewählt wurde.

Steinberger wuchs in Palling und Mannheim auf, nach dem Abitur am Chiemgau-Gymnasium Traunstein studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München als Hundhammer-Stipendiat zuerst Wirtschafts- später Rechtswissenschaft.[1] Er wechselte während des Studiums an die Universität Heidelberg und nach dem 1. Staatsexamen 1958/59 für einen Forschungsaufenthalt als Forschungsassistenz am Institute of International and Foreign Trade Law, Georgetown Law Center an die Georgetown University in Washington, D.C.[1]

Nach Beendigung seiner juristischen Ausbildung mit dem zweiten Staatsexamen 1961 wurde Steinberger 1963 an der Universität Heidelberg promoviert. Neben einer Tätigkeit am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht und nach weiterem Forschungsaufenthalt in Washington, D.C. folgte im Jahr 1971 die Habilitation für die Fächer Deutsches und ausländisches Öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsphilosophie. In der Folge nahm Steinberger einen Ruf auf eine Professur an die Universität Mannheim an, wo er von 1974 bis 1975 das Amt des Dekans der Juristischen Fakultät bekleidete.

Von 1973 bis 1975 war Steinberger Mitglied des völkerrechtswissenschaftlichen Beirats des Auswärtigen Amtes. Steinberger war von 1981 bis 1987 "Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied" am Heidelberger MPI für ausländisches und öffentliches Recht und Völkerrecht, von 1987 bis zu seiner Emeritierung 1997 war er "Wissenschaftliches Mitglied" der MPG und Direktor an diesem Institut.

Steinberger wurde 1975 auf Vorschlag von CDU und CSU vom Bundesrat in den 2. Senat des Bundesverfassungsgerichts gewählt, wo er bedeutsame Entscheidungen auf dem Gebiet des Europa- und Völkerrechts mitprägte, wichtig etwa der Solange-II-Beschluss, die Entscheidung zum NATO-Doppelbeschluss oder die Anerkennung der Entscheidungen des EGMR für die Auslegung der Grundrechte des Grundgesetzes.[1]

Steinberger war Mitglied des American Law Institutes.

Nach Beendigung seiner Amtszeit am Bundesverfassungsgericht wurde Steinberger Ordinarius für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der Universität Heidelberg. Vorgänger auf seiner Planstelle am Bundesverfassungsgericht war Walter Seuffert, sein Nachfolger Paul Kirchhof.

2001 wurde er zum Vizepräsidenten des Schiedsgerichtshofs der OSZE berufen.

1987 wurde Helmut Steinberger mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Festschrift für Steinberger

  • Hans-Joachim Cremer (Hrsg.): Tradition und Weltoffenheit des Rechts : Festschrift für Helmut Steinberger, herausgegeben am Max-Planck-Institut für Ausländisches Öffentliches Recht und Völkerrecht (Heidelberg), Berlin : Springer 2002, ISBN 3-540-42954-9 (enthält auch eine Bibliographie der Schriften Steinbergers)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Hans-Joachim Cremer: „Nachruf: Bundesverfassungsrichter a. D. Prof. Dr. iur. Helmut Steinberger.“ In: ZaöRV 2014, 685–688.


Kategorien: Richter (Bundesverfassungsgericht) | Person (München) | Gestorben 2014 | Geboren 1931 | Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband | Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut Steinberger (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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