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Helmut Lent


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Helmut Lent (* 13. Juni 1918 in Pyrehne, Kreis Landsberg/Warthe; † 7. Oktober 1944 in Paderborn), zuletzt Kommodore des Nachtjagdgeschwaders 3 war der zweiterfolgreichste Nachtjäger-Pilot der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Leben

Lent besuchte das Gymnasium und trat 1936 in die Luftwaffe ein. Am 1. März 1938 wurde er zum Leutnant befördert und kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 dem Zerstörergeschwader 76 zugeteilt.

Zu Beginn des deutschen Polenfeldzugs 1939 flog er Zerstörer vom Typ Messerschmitt Bf 110 und erzielte am 2. September seinen ersten Luftsieg. Im Luftgefecht über der Deutschen Bucht am 18. Dezember 1939 gelang ihm der Abschuss zweier britischer Bomber vom Typ „Vickers Wellington“. Im Norwegenfeldzug 1940 schoss Lent weitere vier Maschinen ab und erhöhte seine Abschussbilanz auf insgesamt acht Tagesabschüsse.

Anfang September 1940 begann Lent auf Nachtjagd umzuschulen und entwickelte sich hier zu einem Experten.

Am 30. August 1941 wurde Lent nach acht Tag- und 13 Nachtabschüssen das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen, am 8. Juni 1942 nach 41 Abschüssen das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Am 4. August 1943 erhielt der inzwischen zum Major beförderte Lent die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub. Nach seinem 100. Nachtabschuss erhielt er am 31. Juli 1944 als erster Nachtjäger der Luftwaffe das Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten.

Am 5. Oktober 1944 startete Oberstleutnant Helmut Lent um 12:46 Uhr in Stade am Steuer einer Junkers Ju 88. Mit an Bord waren der Funker Oberfeldwebel Walter Kubisch, der Kriegsberichterstatter Leutnant Werner Kark in der Funktion eines Bordschützen und Oberleutnant Hermann Klöss als zweiter Funker. Ziel war der nicht weit entfernte Fliegerhorst Paderborn, wo Lent den Kommodore des Nachtjagdgeschwaders 1, Oberstleutnant Hans-Joachim Jabs, aufsuchen wollte, um einsatztechnische Angelegenheiten zu besprechen. Kurz vor der Landung in Paderborn setzte der linke Motor der Maschine aus. Das Flugzeug kippte über die linke Tragfläche, war im Gleitflug nicht mehr zu halten, berührte eine Hochspannungsleitung und stürzte ab. Alle vier Besatzungsmitglieder wurden schwerverletzt geborgen. Kubisch und Klöss starben noch am selben Tag, Kark am nächsten Morgen und Lent zwei Tage nach dem Unfall.

Zum Zeitpunkt seines Todes war Helmut Lent der erfolgreichste Nachtjäger mit insgesamt 110 Luftsiegen, davon 102 Nachtabschüssen. Er wurde nur 26 Jahre alt. Hermann Göring – im Ersten Weltkrieg selber Pilot und seit Mai 1935 Oberbefehlshaber der Luftwaffe – hielt beim Staatsbegräbnis in der Reichskanzlei am 11. Oktober 1944 die Totenrede.[1] Lent und seine Besatzung wurden am 12. Oktober 1944 unter großer Anteilnahme der Stader Bevölkerung auf dem Garnisonsfriedhof in Stade beigesetzt. Postum wurde Helmut Lent zum Oberst befördert.

Auszeichnungen

Ehrungen

1964 wurde die Kaserne der Bundeswehr in Rotenburg nach Lent benannt.[3]

Am 2. Februar 2006 teilte der Standortälteste von Fürstenfeldbruck, Generalmajor Thomas Gericke, mit, dass die Straßen auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck durch den einheitlichen Namen „Straße der Luftwaffe“ neu benannt wurden. So wurde auch die Bezeichnung „Lentstraße“ getilgt.[4]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Helmut Lent  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hans-Peter Hagen: Husaren des Himmels: berühmte deutsche Jagdflieger und die Geschichte ihrer Waffe. Moewig, Rastatt 1998, ISBN 978-3-8118-1456-1.
  2. 2,0 2,1 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 502.
  3. www.kreiszeitung.de 23. Mai 2014: Kaserne verliert Namen
  4. http://www.merkur.de/lokales/regionen/fursty-poliert-geschichte-234397.html (25. April 2009)


Kategorien: Oberst (Luftwaffe der Wehrmacht) | Gestorben 1944 | Geboren 1918 | Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes | Träger des Deutschen Kreuzes in Gold | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut Lent (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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