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Hellenthal


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hellenthal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: EuskirchenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 137,83 km²
Einwohner: 8094 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53940
Vorwahlen: 02482 02448 und 06557Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: EU, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 66 020
Gemeindegliederung: 60 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
53940 Hellenthal
Webpräsenz: www.hellenthal.de
Bürgermeister: Rudolf Westerburg
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Hellenthal ist eine Gemeinde in der Eifel und gehört zum Kreis Euskirchen. Neben seiner selbst für Eifeler Verhältnisse auffallend großen Anzahl von Ortschaften und Weilern (s. u.) ist Hellenthal überregional bekannt durch die Oleftalsperre, sein Wildgehege mit Greifvogelstation und das Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt. Die große Modellbahnausstellung ArsTecnica und die internationale Krippenausstellung „Krippana“ liegen nahe dem Ortsteil Losheim an der deutsch-belgischen Grenze. Im Frühjahr, zwischen Mitte April und Mitte Mai, blühen Millionen wilder Narzissen in den Tälern im deutsch-belgischen Grenzgebiet.

Geographie

Geographische Lage

Hellenthal ist die südlichste Gemeinde Nordrhein-Westfalens. Südlich des Ortsteils Kehr befindet sich der südlichste Punkt des Bundeslands, der Losheimer Landgraben.

Gemeindegliederung

Zugehörige Orte und Weiler, Besonderheiten in Klammern:

Nachbargemeinden

Monschau Schleiden Kall
Bütgenbach Nettersheim
Büllingen Hallschlag, Ormont, Scheid, Roth Dahlem

Geschichte

„Mit dem Einmarsch französischer Truppen im Herbst 1794 wurden die mittelalterlichen Territorialherrschaften hinweggefegt. Das Land erhielt eine neue verwaltungsmäßige Gliederung, die der französischen zentralistischen Ordnung folgt. Reifferscheid, Kronenburg und Schleiden wurden Kantonshauptorte, denen Mairien (Bürgermeistereien) unterstellt waren. Preußen, das unser Gebiet im Jahre 1819 nach einer kurzen Episode unter der Herrschaft von Mecklenburg-Strelitz übernahm, behielt die einmal getroffene Verwaltungseinteilung weitgehend bei: Hellenthal, Hollerath und Udenbreth bildeten je eine Bürgermeisterei im Kreis Blankenheim, der zunächst mit dem Kreis Gemünd vereinigt und, nachdem die Verwaltung 1829 nach Schleiden verlegt wurde, fortan den Namen ‚Kreis Schleiden‘ führte.[2]

Seit dem Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919, der die Abtrennung der Kreise Eupen und Malmedy diktierte, liegt in Hellenthal auf einer Länge von 17 km die Westgrenze des früheren Deutschen Reiches und der heutigen Bundesrepublik zum Königreich Belgien.[3]

Im Dezember 1944 verlief die Westfront in der Gegend von Hellenthal. Am 16. Dezember begann die Wehrmacht die Ardennenoffensive: sie rückte zwei Wochen lang vor und verlor dieses Gelände in den Wochen darauf wieder.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1969 wurden die bisherigen Gemeinden Hellenthal, Hollerath, Losheim und Udenbreth aufgrund des Gesetzes zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Schleiden zur neuen Gemeinde Hellenthal zusammengeschlossen.[4] Zweieinhalb Jahre später mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (Aachen-Gesetz) zum 1. Januar 1972 gab Hellenthal drei Fluren (Kerperscheid) an die Nachbarstadt Schleiden ab. Zugleich wurden Flächen aus der Gemeinde Kall (die Orte Bungenberg, Hecken, Heiden, Kreuzberg, Linden, Manscheid, Oberschömbach, Unterschömbach, Paulushof, Wildenburg und Winten der ursprünglichen Gemeinde Wahlen) in die Gemeinde Hellenthal eingegliedert.[5]

Der Ort Hellenthal hatte am 31. Dezember 2014 insgesamt 1925 Einwohner.

Politik

Sitzverteilung im Gemeinderat
      
Ratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 59,91 %
 %
50
40
30
20
10
0
46,32
28,30
7,91
5,86
6,52
5,08
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+10,99
+2,20
-4,49
-4,79
+0,49
-4,10
-0,32
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Bürgermeister

  • Hauptamtlicher Bürgermeister: Rudolf Westerburg (parteilos)
  • 1. stellvertr. Bürgermeister: Werner Wamser (SPD)
  • 2. stellvertr. Bürgermeisterin: Barbara Wand (CDU)

Gemeinderat

Aufgrund der letzten Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat von Hellenthal wie nebenstehend zusammen.[6]

Wappen und Siegel

Der Gemeinde Hellenthal ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten Köln vom 8. Juli 1988 das Recht zur Führung eines Wappens und eines Dienstsiegels verliehen worden.[7]

Wappenbeschreibung:

„Geteilt von Blau und Silber; oben ein silbernes Antoniuskreuz, unten ein roter Herzschild, überhöht von einem 5-lätzigen blauen Turnierkragen.“[8]

Wappenbegründung:

Das Antoniuskreuz gilt als Wahrzeichen Hellenthals, es befand sich – innerhalb eines Tartschenschildes – auf dem Schlussstein des Hauptportals und als Bekrönung des Dachreiters an der um 1520 erbauten Antonius-Kapelle in Hellenthal. Im unteren Schildteil das Stammwappen des Adelsgeschlechts von Reifferscheid, weil ein Teil von Hellenthal zur Herrschaft und zum Kirchspiel Reifferscheid gehörte.

Beschreibung des Siegels:
„im Siegelrund der Wappenschild der Gemeinde in schwarzweißer Umrisszeichnung, Umschrift oben: GEMEINDE HELLENTHAL, Umschrift unten: KREIS EUSKIRCHEN“

Kultur, Sehenswürdigkeiten und Tourismus

Museen

  • Besucherbergwerk „Grube Wohlfahrt“ (Rescheid)
  • ArsKRIPPANA, eine Krippen-Ausstellung (Losheim, Teil des Ardenner Cultur Boulevard)
  • ArsTecnica mit 110 m² großer Modellbahnanlage und verschiedenen Dioramen (Losheim, Teil des Ardenner Cultur Boulevard)
  • ArsFIGURA, eine Puppenausstellung (Losheim, Teil des Ardenner Cultur Boulevard)
  • Wetterpark Weißer Stein (Udenbreth)

Bauwerke

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Hellenthal

Tourismus

  • Auf dem Gemeindegebiet befinden sich zahlreiche Reste des ehemaligen Westwalles, u. a. an der Oleftalsperre und entlang der belgischen Grenze.
  • Wildgehege Hellenthal mit der Greifvogelstation Hellenthal
  • Der Nationalpark-Infopunkt Hellenthal informiert ausführlich über die touristischen Möglichkeiten im Nationalpark Eifel.
  • In den Ortsteilen Udenbreth und Hollerath werden mit Skihang, Rodelhügel und Langlaufloipen Wintersportmöglichkeiten angeboten.
  • Durch den Ort führt der Radwanderweg Eifel-Höhen-Route, der als Rundkurs um den Nationalpark Eifel führt.
  • Der Radwanderweg Tälerroute führt ebenfalls durch den Ort. Sie erschließt touristisch interessante Orte in Nordrhein-Westfalen auf familienfreundlicher Strecke.
  • Daneben gibt es einige lokale Radtouren:
  • Rundweg Oleftalsperre Hellenthal (13,5 km)
  • Urftseeroute Gemünd-Urfttalsperre und zurück (ca. 20 km)
  • Hellenthaler Höhenroute (25,5 km)
  • Oleftalbahn (siehe Verkehr)

Verkehr

Die Gemeinde Hellenthal liegt im Einzugsbereich der A 1. Die B 265 führt in Nord-Süd-Richtung durch das Gemeindegebiet; im Süden berührt die B 421 die Gemeinde.

Hellenthal ist Endpunkt der Oleftalbahn von Kall, mit weiterem Bahnhof in Hellenthal-Blumenthal. Seit Herbst 2010 finden jeden Sonn- und Feiertag im Sommerhalbjahr touristische Fahrten mit einem historischen MAN-Schienenbus bis Hellenthal statt.

Ein weiterer Bahnhof bestand in Hellenthal-Losheim an der 2004 zurückgebauten Vennquerbahn. Diese führte von Jünkerath über die belgische Grenze nach Waimes bzw. Malmedy.

Zentraler Verknüpfungspunkt im ÖPNV ist heute der Hellenthaler Busbahnhof. Von dort besteht mit dem Linienbus der RVK eine Verbindung durch das Schleidener Tal nach Kall. Die Anbindung der hinteren Ortsteile an den Busbahnhof wird über weitere Buslinien im direkten Anschluss sichergestellt. Diese Linien werden meist als Rufbus, d.h. nur auf telefonische Voranmeldung, bedient.

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Karl Haas (1890–?), jüdischer Händler (Metzger, diente im 1. WK, wie sein Bruder) aus Hellenthal-Kirschseiffen und Verfolgter während der Shoa, er emigriete 1939 nach Belgien, später in die Schweiz, dort Ankunft am 4. Dezember 1942, gegen ihn und seinen Bruder (Emil * 31. Mai 1880, Schicksal unbekannt) wurde ein "Steuersteckbrief wegen nicht bezahlter Reichsfluchtsteuer" erlassen, beide wurden im "Deutschen Fahndungsbuch von 1941" eingetragen
  • Willibald Kirfel (1885–1964), Indologe aus Reifferscheid
  • Peter Klinkhammer(1865–1945), Oberlehrer und „Vater des Skisports“ in Hollerath
  • Carl Pirath (1884–1955), Verkehrswissenschaftler
  • Albert Poensgen (1818–1880), aus dem Ortsteil Kirschseiffen, Industrieller
  • Julius Poensgen (1814–1880), aus dem Ortsteil Kirschseiffen, Industrieller und Kommerzienrat
  • Karl Reger (* 1930), Weihbischof im Bistum Aachen
  • Eugen Virmond (1844–1906), Chronist des Schleidener Oberthales
  • Reinhold Wirtz (1842–1898), Architekt und Diözesanbaumeister

Bekannte Wahlbürger

  • Hermann Ritter (1864–1925), „Professor von Hellenthal“, Lehrer in Reifferscheid, Schriftsteller
  • Fritz von Wille (1860–1941), Landschaftsmaler, lebte zeitweilig in Reifferscheid (von 1899 bis 1905 und von 1908 bis 1911)

Literatur

Weblinks

 Commons: Hellenthal  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hellenthal – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. www.hellenthal-eifel.com
  3. www.eifelverein.de
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 100.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 309.
  6. Gemeinde Hellenthal. Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 13. Oktober 2014.
  7. § 2 der Hauptsatzung der Gemeinde Hellenthal (PDF-Datei; 74 kB)
  8. Die Entstehungsgeschichte des Hellenthaler Wappens

Kategorien: Ort im Kreis Euskirchen | Hellenthal | Gemeinde in Nordrhein-Westfalen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hellenthal (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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