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Heiligenschein


Dieser Artikel beschreibt den Heiligenschein in der Bildenden Kunst. Für die Naturerscheinung siehe Heiligenschein (Naturerscheinung).

Der Heiligenschein (lateinisch nimbus „Wolke“, griechisch ᾶλων hálōn „Umfeld“, auch Glorie, Glorienschein, Gloriole, Strahlenschein, Aureole) ist eine Leucht- oder Lichterscheinung um den Kopf oder ganzen Körper einer Personendarstellung. Unterformen des Nimbus, die den kompletten Körper der Persondarstellung umfassen, sind die kreisförmige Aureole und die mandelförmige Mandorla. Der Nimbus ist in der Kunst ein Symbol für Mächtige, Erleuchtete, Heilige oder Götter. Eine Leucht- oder Lichterscheinung, eine Sonnenkrone oder Strahlenkranz um den Kopf oder Körper von Darstellungen besonderer Menschen ist gleichförmig aus allen Kulturen überliefert.

Darstellung

In der Kunst wird der Nimbus bei heiligen, herrschaftlichen oder göttlichen Figuren in vielfältiger Weise dargestellt. Umgibt er die ganze Gestalt in Kreisform, so heißt er Aureole, in Mandelform Mandorla. Hinter dem Haupt ist der Glorienschein ein Nimbus. Außerdem gab es Maler, die den Nimbus dynamisch mit den Bewegungen des Kopfes in Beziehung setzten. Er wurde leuchtend und strahlend gemalt, als ob er ein Licht aussende (in der Regel weiß, gelb, silbern oder golden). Noch lebende Persönlichkeiten wurden zeitweise mit eckigem Nimbus dargestellt.

Christentum und Islam

In der christlichen Kunst verkleinerte sich der Umfang des Heiligenscheins mit der Zeit, bis der Nimbus nur noch als Kreisscheibe, als System von mehreren konzentrischen Kreisen oder als Ring dargestellt wurde, der sich hinter oder über dem Kopf der Figur befindet. Im Unterschied zum Nimbus der Heiligen wird der Heiligenschein Jesu Christi oft etwas anders dargestellt, vor allem auf Ikonen.

Im schiitischen Islam wird vor allem Ali ibn Abi Talib mit Nimbus dargestellt.

Mogulmalerei

Ab 1580 wurde die Nimbus-Darstellung vielfach in der Indischen Mogulmalerei für bedeutende Persönlichkeiten und Herrscher des Mogulreiches verwendet.[1]

Symbolik

In der antiken Kunst war der Nimbus ein Zeichen der Macht oder des Göttlichen und wurde so auch den Darstellungen verschiedener Gottheiten gegeben. Auch vergöttlichte römische Kaiser sind teilweise mit Nimbus auf ihren Münzen abgebildet. Ebenso wurden Sonnengötter wie z. B. Mithras und Helios oft mit einem Strahlenschein oder Sonnenkrone um den Kopf abgebildet; hier ist die Aureole offenbar ein Symbol für die strahlende Sonne, die diese Götter sinnbildlich verkörperten. Im Zoroastrismus symbolisiert der Strahlenschein die heilige Flamme (oder das heilige Licht).

In der christlichen Kunst wurde ab dem 2. Jahrhundert die antike Gloriole zuerst dem Gottessohn Jesus Christus und den Päpsten, dann dem dreifaltigen Gott und den Engeln, später der Gottesmutter Maria und letztlich den Heiligen gegeben. Dabei ist die Form des Kreuznimbus der göttlichen Dreifaltigkeit aus Gott dem Sohn, Gott dem Vater und Gott dem Heiligen Geist vorbehalten und kennzeichnet diese.

In Übernahme der antiken und der christlichen Symboliken findet sich der Nimbus dann auch im Heiligen Römischen Reich des Mittelalters, etwa ziert er den Doppeladler – aber auch hier finden sich schon spät-oströmische Darstellungen des nimbierten Adlers. So wurde der Nimbus im Laufe der Zeit das Begleitzeichen bei Darstellungen von Göttern oder höheren Wesen. Heute wird das Wort Nimbus gerne als sprachliches Bild verwendet, ohne dass damit die bildliche Vorstellung verbunden ist.

Manche Formen der christlichen Mystik haben aus der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor, wie sie im Neuen Testament berichtet und von den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes beobachtet wird, die besondere Lehre des Taborlichts entwickelt.

Literatur

Weblinks

 Commons: Heiligenschein (Kategorie Aureola)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Gloriole – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen

  1. Bamber Gascoigne: Die Großmoguln. Glanz und Größe mohammedanischer Fürsten in Indien. Sonderausgabe. Prisma-Verlag, Gütersloh 1987, ISBN 3-570-09930-X, S. 146 ff.

Kategorien: Symbol (Religion) | Heiligenverehrung | Religiöse Kunst

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Heiligenschein (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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