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Hedwig Jaenichen-Woermann

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Hedwig Jaenichen-Woermann (* 1. November 1879 in Hamburg; † 22. Dezember 1960 in Wustrow) war eine deutsche Bildhauerin, Malerin und Kunsthandwerkerin.

Leben

Woermann wurde als Tochter des Hamburger Reeders Adolph Woermann und Nichte des Kunsthistorikers und Kunstgaleriedirektors Karl Woermann am 1. November 1879 geboren. Ihre Tante Marie Woermann war ebenfalls Malerin. In ihrer Jugend war sie als „Malweib“ in der Künstlerkolonie Worpswede Schülerin von Fritz Mackensen und arbeitete dort mit Ottilie Reylaender und Paula Modersohn-Becker zusammen. Ab 1900 studierte sie drei Jahre lang Bildhauerei bei Antoine Bourdelle in Paris, bevor sie für fünf Jahre als freischaffende Künstlerin in Rom lebte und arbeitete. Dort lernte sie den Bildhauer Johann Jaenichen kennen, den sie am 29. Februar 1908 heiratete. In diesem Jahr stellte sie erstmals im Kunstsalon E. Arnold in Dresden sowie im Hamburger Kunstverein aus.

Woermann lebte mit ihrem Mann bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf einem Bauernhof in Sceaux bei Paris und nahm 1910 und 1911 am Pariser Herbstsalon, dem Société du Salon d’Automne teil. Mit Kriegsbeginn gingen sie nach Deutschland zurück; dabei musste Woermann jedoch ihre bisherigen bildhauerischen Werke zurücklassen.

In der neuen Wohnung in Hellerau bei Dresden waren die Platzverhältnisse eher beengt, sodass sie der Bildhauerei nicht nachgehen konnte und zu malen begann. Eine erste Ausstellung dieser Werke fand im Kunstsalon Emil Richter in Dresden in den Jahren 1917 und 1918 statt. 1919 zogen sie nach Wustrow um und erwarben dort in der Parkstraße das Storchenhaus. Es trug seinen Namen von darauf nistenden Störchen, die zu der Zeit ein beliebtes Fotomotiv der Gemeinde waren. Woermann wurde 1927 Mitglied im Verein der Künstlerinnen zu Berlin, verließ ihn aber nach drei Jahren bereits wieder. Reisen führten sie nach Südamerika, Asien und Afrika. In dieser Zeit entstanden auf Seide gemalte Rollbilder, die sie in der Galerie Neumann/Nierendorf in Berlin zeigte.

Für wenige Jahre wohnte und arbeitete die Künstlerin in Buenos Aires in Argentinien und stellte auch dort ihre Bilder aus. 1936 kehrte sie nach Wustrow zurück. Kurz nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen am 3. Mai beging das Ehepaar am 7. Mai 1945 einen Suizidversuch,[1] den Hedwig Jaenichen-Woermann überlebte. Die kommenden 15 Jahre lebte sie unter finanziellen Problemen in der Gemeinde und betrieb das Museum Woermann in ihrem Hause. 1958 musste sie das Storchenhaus verkaufen und starb zwei Jahre später. Ihr Grab befindet sich auf dem Fischlandfriedhof in Wustrow.

Werke

Woermanns Stil wird als feinfühlig und der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre zugeordnet. Ihre Bilder galten lange Zeit als verschollen, bis in den 1990er Jahren ein Teil in einem Nachlass auftauchte. Der Landkreis Ribnitz-Damgarten erwarb 1996 insgesamt 80 Bilder. Eines davon ist in der Kirche Wustrow in der Nordempore zu sehen. Wolf Karge schreibt über Woermann: „Ohne Frage war Hedwig Woermann eine der interessantesten Persönlichkeiten der deutschen Kunstszene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Durch ihr Elternhaus ausgestattet mit neuhanseatischem Selbstbewusstsein und ebensolcher Weltsicht ging sie ihren künstlerischen Weg ohne Selbstzweifel.“[2]

Ausstellungen

  • 1908: Kunstsalon E. Arnold, Dresden; Hamburger Kunstverein
  • 1910: Pariser Herbstsalon
  • 1911: Pariser Herbstsalon
  • 1917: Kunstsalon Richter, Dresden
  • 1918: Kunstsalon Richter, Dresden
  • 1926: Frühjahrsausstellung der Akademie der Künste Berlin
  • 1927: Frühjahrsausstellung der Akademie der Künste Berlin
  • 1927: Frauenschaffen des 20. Jahrhunderts, Kunstgewerbeschule Hamburg
  • 1927: Große Berliner Kunstausstellung
  • 1928: Große Berliner Kunstausstellung
  • 1928: Frühjahrsausstellung des Vereins der Künstlerinnen zu Berlin
  • 1929: Große Berliner Kunstausstellung
  • 1929: Galerie Neumann/Nierendorf, Berlin
  • 1931: Galerie „La Renaissance“, Paris
  • 1931: Klubräume des neuen Sportpalastes, Paris
  • 1932: Klubräume des neuen Sportpalastes, Paris
  • 1932: Galerie Müller, Buenos Aires
  • 1933: Plaza-Hotel, Buenos Aires
  • 1933: Galerie Witcomb, Buenos Aires
  • 1935: Galerie Leandro Martins, Rio de Janeiro, Brasilien
  • 1937: Galerie Leandro Martins, Rio de Janeiro, Brasilien
  • 1946: Kunstkaten, Ahrenshoop

Einzelnachweise

  1. Joachim Gauck: Winter im Sommer – Frühling im Herbst: Erinnerungen. Siedler Verlag, 2010, ISBN 978-3-641-03901-1, S. 20 (Digitalisat in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. Oktober 2013]).
  2. Wolf Karge: Hedwig Woermann: 1879–1960; eine Künstlerin zwischen Buenos Aires und Wustrow. Hrsg. Anläßlich der Personalausstellung in der Galerie im Kloster des Kunstvereins Ribnitz-Damgarten e.V. und der Kunstscheune Barnstorf/Wustrow vom 6. Juli bis 28. August 1996. Landkreis Nordvorpommern, 1996.

Literatur

Weblinks


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hedwig Jaenichen-Woermann (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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