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Hedschas


Der Hedschas (arabisch الحجاز al-Hidschāz, DMG al-Ḥiǧāz) ist eine Landschaft im westlichen Saudi-Arabien.

Das Betreten von Teilen des Hedschas (der Städte Mekka und Medina und deren Umgebung) ist Muslimen vorbehalten.

Geografie

Die Landschaft Hedschas ist 461.111 km² groß und umfasst den nordwestlichen Teil der arabischen Halbinsel bis etwa zum jemenitischen Bergland, in neuerer Zeit oft nur bis zur Grenze der Landschaft ʿAsīr.

Nach Norden ist der Hedschas nicht klar gegen die Schām (Großsyrien mit Jordanien und Palästina) genannte Region abgegrenzt. Im Westen bildet das Rote Meer die natürliche Begrenzung.

Auf der Höhe des Wādī Hamadh beginnt die Landschaft Midian, die oft nicht zum eigentlichen Hedschas gezählt wird und die bis ʿAqaba reicht. Die trockene Küstenebene der Tihāma wird ebenfalls häufig nicht zum Hedschas gezählt. Die Abgrenzung nach Osten zum Nedschd (Nedschd heißt Hochland) ist wenig klar.

Bodengestalt, Klima

Von der Küste des Roten Meers steigt das Gebirge bis auf 2.446 m an, um dann nach Osten langsam abzufallen. Die Niederschläge variieren von Jahr zu Jahr und erreichen maximal 600 mm, im Durchschnitt, je nach Höhenlage, meist nur zwischen 100 und 300 mm. An der Küste wird es im Sommer sehr schwül.

Gliederung

Der historischen Landschaft Hedschas entspricht heute keine Verwaltungseinheit in Saudi-Arabien.

Lage Provinz Arabisch Hauptstadt Fläche
km²
Bevölkerung
2004 1)
Dichte Gouvernements
Tabuk تبوك Tabuk 146.072 691.517 4,7 6
al-Madina المدينة Medina 151.990 1.512.076 9,9 7
Makka مكة Mekka 153.128 5.797.971 37,9 12
al-Baha الباحة al-Baha 9.921 377.739 38,1 7

Bevölkerung

Im Hedschas leben über sechs Millionen Menschen, überwiegend sunnitische Araber. Unter der arabischen Bevölkerung der Region ist iǧāzi, ein eigentümlicher Dialekt des Arabischen, verbreitet. Die bedeutendsten Städte sind Mekka, Medina, Dschidda, Taif, Tabuk, Yanbu, al-Wadschh und Rabigh. Große wirtschaftliche Bedeutung haben die Pilgerfahrten der Muslime zu den heiligen Stätten Mekka und Medina.

Wirtschaft

Durch das Wüstenklima ist nur Beduinenwirtschaft und in wenigen Oasen Landwirtschaft möglich. Der Handel spielt traditionell eine wichtige Rolle. Auch die jährliche Pilgerfahrt (Haddsch) ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Geschichte

Der Hedschas war im 7. Jahrhundert unter Mohammed der Ausgangspunkt des Islams, der sich nach der Gründung des Kalifats über weite Teile des Nahen Osten und Nordafrikas ausdehnte. Allerdings verlor das Land schon sehr bald seine politische Bedeutung, als die Umayyaden 661 ihre Residenz nach Damaskus verlegten. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Hedschas meist von Ägypten aus beherrscht, unter anderem von Fatimiden, Ayyubiden und Mamluken. 1517 übernahmen die Osmanen die Kontrolle. Allerdings war die Oberherrschaft oft eher formaler Natur; sie basierte in den Eyâlets auf dem Lehenswesen.

Größere Bedeutung hatten die in Mekka regierenden Scherifen der Haschimiten. Hussain I. ibn Ali, seit 1908 Großscherif von Mekka, begann während des Ersten Weltkrieges 1916 mit dem Aufstand gegen die Osmanen, wobei er von Lawrence von Arabien und Großbritannien unterstützt wurde. Allerdings wurden die Versprechungen Großbritanniens betreffs der Gründung eines arabischen Königreichs nach dem Krieg nicht eingehalten. Auch als König des Hedschas (1916–1924) konnte sich Hussain gegen die Wahhabiten und Abd al-Aziz ibn Saud nicht behaupten. 1926 wurde das Königreich Hedschas mit dem Nadschd vereinigt und 1932 Teil des Königreichs Saudi-Arabien.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Hejaz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Geographie (Saudi-Arabien)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hedschas (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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