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Hebei


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hebei (Begriffsklärung) aufgeführt.
河北省
Héběi Shěng
Abkürzung: (Pinyin: Jì)
Hauptstadt Shijiazhuang
Fläche

 – Gesamt
 – Anteil an der
VR China

Rang 13 von 33

187.700 km²
1,98 %
 

Bevölkerung

 – Gesamt 2010
 – Dichte

Rang 6 von 33

70.340.000 Einwohner
359 Einwohner/km²

Verwaltungstyp Provinz
Gouverneur Zhang Qingwei
ISO-3166-2-Code CN-13
Bezirksebene 11 Städte
Kreisebene 108 Kreise, 36 Stadtbezirke, 22 Städte, 6 Autonome Kreise
Gemeindeebene 889 Gemeinden, 1.019 Großgemeinden, 274 Straßenviertel, 51 Nationalitäten-Gemeinden, 1 Amtsgebietsstelle

Hebei (chinesisch 河北, Pinyin Héběi, früher auch Ho-pei oder Hopeh transkribiert) ist eine Provinz im Norden der Volksrepublik China. Die Abkürzung für den Provinznamen lautet (冀), der sich von der Präfektur Ji ableitet, in welcher sich die Provinz einmal befand.

Zhili (chinesisch 直隸 / 直隶, Pinyin Zhílì, W.-G. Chih-li) war vor 1928 der alte Name von Hebei, als die Provinz direkt dem Kaiserhof unterstellt war.

Die Provinz hat eine Fläche von 187.700 km² und eine Bevölkerung von 67,44 Millionen. Der Name, zusammengesetzt aus (河 – „Fluss“) und běi (北 – „Norden“), bedeutet „nördlich des Flusses“ und bezieht sich auf den Gelben Fluss (Huáng Hé).

Hebei umschließt die Städte Peking und Tianjin. Im Nordosten grenzt Hebei an die Provinz Liaoning, im Norden an die Innere Mongolei, im Westen an Shanxi, im Süden an Henan und im Südosten an Shandong. Im Osten wird Hebei vom Gelben Meer begrenzt.

Geschichte

Die Ebenen von Hebei waren vor 450.000 Jahren die Heimat des Peking-Menschen, einer Unterart des Homo erectus.

Seit dem 5. Regierungsjahres (1406) von Kaiser Yongle sowie während der Qing-Dynastie hieß die Provinz „Bei Zhili“ (北直隸, Běi Zhílì, Pei Chih-li ‚Nord-Zhili‘), früher Petschili oder Pe-Tschili transkribiert, und wurde 直隸, Zhílì ‚direkt regiert‘ (durch den kaiserlichen Hof). Nach dem Sturz des Kaiserreiches war (Bei)Zhili die Heimatprovinz einiger Generale, einer Fraktion der in Peking herrschenden Nördlichen Militaristen. Im Jahr 1928 wurde der Name in seine heutige Bezeichnung geändert, um auszudrücken, dass es eine gewöhnliche Provinz ist.

Nach der Besetzung der Mandschurei 1931 und der Errichtung des Marionettenstaates Mandschukuo 1932 wurde Hebei zur Pufferzone zwischen den nationalchinesischen Kuomintang in Peking und den Japanern, die 1933 auch die nördlichen Nachbarprovinzen Rehe sowie Chahar besetzt hatten: 1935 setzten die Japaner in Tongzhou den aus kollaborierenden chinesischen Militaristen gebildeten Autonomen Militärrat von Ost-Hebei ein, nach dem Tongzhou-Zwischenfall waren 1937–1945 Hebei und Peking von japanischen Truppen besetzt.

Im Rahmen der administrativen Neugliederung der Volksrepublik China nach 1949 wurde die Provinz um Chengde (Jehol) und Zhangjiakou (Kalgan), die ehemaligen Hauptstädte der aufgelösten Provinzen Rehe und Chahar, vergrößert.

Am 28. Juli 1976 wurde die Stadt Tangshan von einem heftigen Erdbeben erschüttert, mit einer Serie von kleineren Beben im Verlaufe des ganzen Jahrzehnts. Nach offiziellen Angaben kamen insgesamt über 240.000 Menschen ums Leben (siehe Beben von Tangshan 1976).

Administrative Gliederung

Hebei setzt sich aus elf bezirksfreien Städten zusammen:

Die bezirksfreien Städte bestehen insgesamt wiederum aus 36 Stadtbezirken, 108 Kreisen, 6 Autonomen Kreisen (drei für die Mandschu, zwei für die Hui und einen für Mongolen und Mandschu), 22 kreisfreien Städten. Gouverneur der Provinz ist seit 2011 Zhang Qingwei.[1]

Geographie

Die Provinzhauptstadt heißt Shijiazhuang.

Andere große Städte sind Baoding, Chengde, Handan, Qinhuangdao, Tangshan und Zhangjiakou.

Hebei wird im Norden durch den Yanshan (Berg Yan) und im Westen durch den Taihang Shan (Berg Taihang) begrenzt. Im Südosten gibt es drei Ebenen, die Teil der nordchinesischen Ebene sind.

In der Provinz gibt es reiche Vorkommen an Kohle und Eisenerz.

Hebei hat ein kontinentales Monsunklima mit einem jährlichen Niederschlag von 400 bis 800 mm. Im Sommer kommt es häufig zu starken Regenfällen.

Wirtschaft

Die Wirtschaft von Hebei stützt sich vor allem auf die Landwirtschaft. Die hauptsächlichen Produkte sind Getreide (v.a. Weizen, Mais, Sorghum) und Baumwolle. Hebei ist Chinas wichtigster Baumwollproduzent. Daneben gedeihen Erdnüsse, Sojabohnen und Sesam.

Die Industrie von Hebei umfasst vor allem Baumwollspinnen, Kohleverarbeitung, Stahlindustrie, Eisenindustrie, Metallverarbeitung, Chemie- Erdöl- und Elektroindustrie, Keramikherstellung und Lebensmittelindustrie.

Demographie und Autonomie

Von den im Zensus 2000 ermittelten 66.684.419 Einwohnern der Provinz Hebei waren 95,65 % Han-Chinesen. An zweiter Stelle standen mit 3,18 % der Bevölkerung die Mandschu, an dritter Stelle die muslimischen Hui mit über 0,8 %. Die vier für die Mandschu-Minderheit eingerichteten autonomen Kreise (Fengning, Kuancheng, Qinglong, Weichang) – drei davon in der Verwaltungseinheit Chengde (Qinglong gehört zu Qinhuangdao) – machen jedoch 12,3 % der Provinzfläche aus gegenüber den beiden für die Hui eingerichteten autonomen Kreisen Dachang (Langfang) und Mengcun (Cangzhou), die nur 0,3 % der Fläche umfassen.

Nennenswert sind noch Mongolen, die vor allem im Norden Hebeis ansässig sind und über 0,25 % der Bevölkerung ausmachen. Sie teilen sich mit den Mandschu den autonomen Kreis Weichang (4,8 % der Provinzfläche). Von den 56 offiziell anerkannten Nationalitäten Chinas ist nur eine nicht unter den Einwohnern Hebeis vertreten.

Verkehr

Hebei hat das dichteste Netz an nationalen Fernverkehrsstraßen und Eisenbahnlinien. Shijiazhuang und Shanhaiguan sind die beiden wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte der Provinz. Qinhuangdao ist einer der wichtigsten Häfen in Nordchina, während Shijiazhuang das Luftverkehrszentrum ist.

Tourismus

In Shanhaiguan, in der Nähe von Qinhuangdao befindet sich das Ende der Großen Mauer. Sie verläuft durch den nördlichen Teil der Provinz. Der Shanhaiguan ist der wichtigste Pass im Osten der Großen Mauer. Am Dachvorsprung des Osttores hängt eine Holztafel mit der Inschrift: „Erstes Tor auf Erden“ (Tianxia diyi guan). Sie wurde 1472 von einem Absolventen der kaiserlichen Prüfungen angefertigt.

Die Stadt Chengde mit ihren Tempeln gehört zum Weltkulturerbe der Vereinten Nationen. Chengde, früher unter dem Namen Jehol (auch Rehe = heißer Fluss) bekannt, liegt 250 Kilometer nordöstlich von Peking. Hier befand sich in der Qing-Dynastie der Sommerpalast des Kaisers, wo er mit seinem Hof von Mai bis Oktober residierte. Der Gebäudekomplex bedeckt 5,6 Quadratkilometer, er umfasst unter anderem neun Höfe, elf lamaistische Tempel, Gärten und Pavillons. Die Tempel sind Nachbildungen berühmter Tempel aus ganz China, z.B. aus Tibet.

Einzelnachweise

  1. Zhang Qingwei elected governor of N China's Hebei Province Xinhua am 10. Januar 2012 (abgefragt 24. April 2012)

Weblinks

 Commons: Hebei  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Provinz (China)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hebei (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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