Hawk-Eye - LinkFang.de





Hawk-Eye


Dieser Artikel beschreibt ein System zur Ballverfolgung im Sport. Für weitere Verwendungen siehe Hawkeye.

Hawk-Eye (dt. Habicht-Auge) ist ein computergestütztes System zur Ballverfolgung im Sport, so beispielsweise im Tennis, Snooker und Cricket. Strittige Situationen, bspw. das „Aus“ des Balls, können durch das System im Nachhinein nahezu zweifelsfrei geklärt werden. Entwickelt wurde das System im Jahr 2001 von Paul Hawkins, einem britischen Mathematiker. Im Juli 2012 wurde von der FIFA das durch das IFAB erlaubte Hawk-Eye testweise auch im Fußball eingeführt; weiter im Rennen ist neben dieser neuen Torlinientechnologie auch das sogenannte GoalRef-System, der „Chip im Ball“.[1]

HawkEye Ltd. ist ein Tochterunternehmen von Sony Europe.

Verfahren

Das System basiert auf der Verwendung von mindestens vier Hochgeschwindigkeitskameras, die das Spielfeld aus verschiedenen Blickwinkeln heraus erfassen. Ein Computer identifiziert zunächst in den zum selben Zeitpunkt geschossenen Einzelbildern der Kameras den Ball. Anschließend kann er durch Triangulierung (Position der Kameras und Winkel der jeweiligen Kamera zum Ball sind bekannt) die Position des Balls berechnen. Um die Genauigkeit des Verfahrens zu erhöhen, werden in der Praxis meist sechs oder mehr Kameras verwendet. Zur Veranschaulichung wird die Flugbahn des Balls anschließend für die Zuschauer in einer 3D-Animation dargestellt.

Im Cricket wird darüber hinaus auch die potentielle Flugbahn des Balles nach Berührung mit dem Batsman (Schlagmann) berechnet. Beim Fußball wird dem Schiedsrichter dagegen auf einer speziell präparierten Armbanduhr signalisiert, ob ein Tor gefallen ist oder nicht.[2] Das Hawk-Eye ist im Fußball erstmals bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2012 zum Einsatz gekommen.

Cricket

Hawk-Eye wurde im Cricket erstmals im Mai 2001 vom britischen Fernsehsender Channel 4 während eines Test Matches zwischen England und Pakistan eingesetzt. Doch diente es lediglich als Service für die Fernsehzuschauer, ohne dass die Schiedsrichter das System verwenden konnten.

Zum Einsatz kommt es in erster Linie in den Fällen, in welchen der Schiedsrichter (umpire) über das Ausscheiden des Batsman nach der LBW-Regel entscheiden muss.[3] Aber auch zur nachträglichen Analyse der Flugbahn des Balles nach dem Wurf und der Reaktion des Batsman darauf bietet es anschauliche Grafiken.[4]

Der International Cricket Council (ICC) verwendete das System zunächst während einer Testphase in der Saison 2008/09. Spieler konnten erstmals LBW-Entscheidungen des Schiedsrichters durch einen Third Umpire überprüfen lassen, der dabei jedoch keinen Zugriff auf die vorausberechnete Flugbahn das Balles hatte, sondern lediglich die Bahn bis zur Berührung mit dem Batsman einsehen konnte.

Heute (2012) wird Hawk-Eye als Teil des Decision Review Systems (DRS) genutzt. Der Third Umpire kann dabei ohne Einschränkung auf das System zugreifen.[5] Allerdings ist das DRS, aufgrund des Widerstandes des indischen Verbandes, für Länderspiele nicht verbindlich vorgeschrieben.[6]

Tennis

Seit seiner Einführung bei Tennisturnieren im Jahr 2006 wurde das System unter anderem von Roger Federer kritisiert,[7] da es ungenau sei. Mittlerweile wird es bei drei der vier Grand Slam-Turniere eingesetzt. Lediglich bei den French Open wird darauf verzichtet, da der Ball auf Sand einen sichtbaren Abdruck hinterlässt.[8]

Fußball

Die englische Premier League verwendet Hawk-Eye seit der Saison 2013/14 für strittige Torentscheidungen. Dafür wurde in jedem Premier-League-Stadion das System installiert.[9]

Die erste internationale Begegnung, bei der das System eingesetzt wurde, war das Freundschaftsspiel England gegen Deutschland am 19. November 2013 in Wembley.

In Deutschland kam Hawk-Eye erstmals am 30. Mai 2015 beim Finale des DFB-Pokal 2014/15 im Olympiastadion in Berlin zum Einsatz, eine strittige Torentscheidung gab es dabei aber nicht.

Seit dem ersten Spieltag der Saison 2015/16 wird das System auch in der deutschen Bundesliga verwendet.[10] Dort kam es am 15. August 2015 erstmals im Darmstädter Merck-Stadion am Böllenfalltor in der Begegnung zwischen Darmstadt 98 und Hannover 96 zum Einsatz.[11]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. "GoalRef" oder „Hawk-Eye“: Perfekt – Torlinien-Technologie bei WM 2014. Archiviert vom Original am 20. Mai 2013, abgerufen am 7. Juni 2013.
  2. Jan Kluczniok: Nie wieder Wembley-Tore: FIFA führt Torlinientechnik ein. In: netzwelt. Abgerufen am 6. Juli 2012.
  3. Hawk-Eye Demonstration
  4. Hawk-Eye (Cricket)
  5. Third Umpire – Decision Review System (engl.) (PDF; 449 kB)
  6. ICC pushes again for DRS, BCCI says no (engl.)
  7. London Evening Standard Federer: Hawk-Eye must be scrapped
  8. The Telegraph French Open 2010: Novak Djokovic claims 'no sense' in using Hawk-Eye in Paris
  9. Premier League Hawk-Eye Webseite der Premier-League (englisch)
  10. Torlinientechnologie: Das ist „Hawk-Eye“ Abgerufen am 4. Dezember 2014
  11. Premiere: Hawk-Eye in Darmstadt erstmals im Einsatz Abgerufen am 17. August 2015

Kategorien: Schiedsrichterwesen | Cricket | Fußball | Snooker | Tennisausrüstung

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hawk-Eye (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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