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Hausstauballergie


Klassifikation nach ICD-10
J30.3 Sonstige allergische Rhinopathie
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Als Hausstauballergie bezeichnet man eine Sensibilisierung und allergische Reaktion gegenüber dem Kot von Hausstaubmilben, die Rhinitis, Jucken und allergisches Asthma auslösen können. Durch eine Reihe von Maßnahmen können die Symptome vermieden oder gemildert werden.

Symptome und Beschwerden

Die Symptome der Hausstauballergie (eigentlich Hausstaubmilbenallergie) sind häufig Dauerschnupfen und Niesanfälle, Augenjucken, sowie angeschwollene, tränende Augenschleimhaut, Ohrenjucken, Halsschmerzen, Jucken oder Anschwellen der Nasen- oder Rachenschleimhaut, in einigen Fällen auch asthmatische Reaktionen, wie asthmatischer Husten.

Aus einem allergischen Schnupfen kann sich nach Jahren ein Asthma entwickeln. Man spricht dann auch von Etagenwechsel.

Ursachen

Ausgelöst wird diese Reaktion des Immunsystems – es handelt sich um eine allergische Reaktion vom Typ I („Soforttyp“) – nicht durch den Hausstaub direkt, sondern durch den Kot von Hausstaubmilben, die in dem Staub leben. Das hierbei wohl wichtigste Allergen ist das sogenannte P1-Antigen.[1]

Die nur unter dem Mikroskop sichtbaren Tierchen – zu nennen sind insbesondere Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae – ernähren sich von Hautschuppen (Dermatophagoides = Hautfresser), von denen jeder Mensch pro Tag ca. 1,5 g verliert.

Behandlung

Immer wieder äußerten Allergologen in der Vergangenheit die Vermutung, dass eine frühzeitig durchgeführte spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) Hausstaubmilben-Allergiker vor dem Auftreten weiterer Allergien schützen kann. Zur Wirksamkeit bei Hausstaubmilben-Allergie gibt es eine Reihe von Studien, die die Wirksamkeit entsprechender Präparate vor allem bei Kindern nahelegen.[2][3]

Aufgrund dieser Langzeit-Studien empfehlen die drei Allergologen-Berufsverbände DGAKI, ÄDA und GPA in ihrer Therapie-Leitlinie (Kleine-Tebbe 2006): „Präventive Aspekte, insbesondere vermindertes Asthmarisiko und weniger Neusensibilisierungen sind bei der Entscheidung zur SCIT (subkutane spezifische Immuntherapie) unbedingt zu berücksichtigen.“

Präventionsmaßnahmen zur Verringerung der Symptome

Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht ausreichend belegt.

Die folgenden Maßnahmen werden empfohlen:

  • Das Tragen einer Atemschutzmaske, z.B. wenn Textilien ausgeschlagen werden sowie beim Staubfegen oder zum beschwerdefreien Schlafen.
  • Regelmäßig Staub saugen; jedoch sollten es Hausstauballergiker vermeiden, viel Staub "aufzuwirbeln": besser Staub saugen als Staub kehren, Staubwischen nur mit feuchten Tüchern. Der Betroffene sollte möglichst nicht selbst Staub saugen; es empfiehlt sich, während dieser Hausarbeit gut zu lüften und einen allergikergeeigneten Staubsauger mit HEPA-Filter[4] oder Zentralstaubsauganlagen zu benutzen.
  • feucht aufwischen
  • Luftfeuchtigkeit durch Lüften dauerhaft niedrig halten[5]
  • Matratze, Betten, Kopfkissen auswechseln und kochfeste/allergikergeeignete Ware benutzen
  • milbenundurchlässige Bezüge für Matratze, Decke und Kopfkissen oder abwaschbare Matratzen/Kopfkissen
  • bei Lüftungsanlagen: regelmäßige Wartung der Filter
  • Gardinen waschen und Heizkörperreinigung (am besten feucht), speziell bei Flach- und Kompaktheizkörpern innen und dahinter
  • Plüschtiere, Polstermöbel und andere „Staubfänger“ aus dem Schlafzimmer entfernen
  • Glatte Böden häufig feucht wischen (mindestens jeden zweiten Tag) oder Teppichböden verwenden. Dadurch wird weniger Staub aufgewirbelt[4]
  • Eine vorbeugende Maßnahme gegen den Kot der Hausstaubmilben soll das in Apotheken frei verkäufliche Niem-Spray sein, mit dem Matratzen und Bettzeug regelmäßig jedes halbe Jahr eingesprüht werden können. Die im Niem-Öl enthaltene Substanz Azadirachtin besitzt eine gewisse Wirkung als Akarizid. Daneben gibt es als Antimilben-Spray die Zimtölsprays und Benzylbenzoeat-haltige Sprays, die eine begrenzt milbenvernichtende (akarizide) Wirkung haben. Die Wirksamkeit von Niem-Öl wird angezweifelt,[6] es gibt bisher nur anekdotische und vorläufige Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit bei Hausstauballergie. In einer wissenschaftlichen Vergleichsstudie ist es nicht gelungen, einen Effekt von Akariziden gegen allergisches Asthma durch Hausstaubmilben nachzuweisen.[7]

Literatur

  • Wilfried Diebschlag, Brunhilde Diebschlag: Hausstauballergien. Gesundheitliche und hygienische Aspekte. 2. Auflage. Herbert Utz Verlag, München 2000, ISBN 3-89675-931-0.
  • Harald Schicke: Hausstaubmilbenallergie erfolgreich behandeln. 4. Auflage. MZ Verlag, London/ Scheeßel 1997, ISBN 3-89240-119-5.

Quellen

  1. Karl Drößler, Diethard Gemsa: Wörterbuch der Immunologie. 3. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2000, ISBN 3-8274-0897-0, S. 109.
  2. G. B. Pajno, G. Barberio u. a.: Prevention of new sensitizations in asthmatic children monosensitized to house dust mite by specific immunotherapy. A six-year follow-up study. In: Clinical and Experimental Allergy. Band 31, Nummer 9, September 2001, S. 1392–1397, ISSN 0954-7894 . PMID 11591189 .
  3. A. Inal, D. U. Altintas, M. Yilmaz, G. B. Karakoc, S. G. Kendirli, Y. Sertdemir: Prevention of new sensitizations by specific immunotherapy in children with rhinitis and/or asthma monosensitized to house dust mite. In: J Investig Allergol Clin Immunol. 17(2), 2007, S. 85–91. PMID 17460946 .
  4. 4,0 4,1 daab.de
  5. Allergie gegen Hausstaubmilben - Tipps zur Vorbeugung. Abgerufen am 12. Januar 2015.
  6. Milbenvernichtungsmittel. Da lachen ja die Milben. (Memento vom 7. September 2012 im Webarchiv archive.is) In: ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit für 2004.
  7. P. C. Gøtzsche, H. K. Johansen: House dust mite control measures for asthma (Review). In: The Cochrane Library. Nr. 2, 2008. Published by JohnWiley & Sons.

Weblinks

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