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Hassel (Saar)


Hassel
Mittelstadt St. Ingbert
Höhe: 254 m
Fläche: 9,26 km²
Einwohner: 3500
Bevölkerungsdichte: 378 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66386
Vorwahl: 06894

Lage von Hassel im

Hassel ist ein Stadtteil der Mittelstadt St. Ingbert im saarländischen Saarpfalz-Kreis. Bis Ende 1973 war Hassel eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Sankt Ingbert.
Zu Hassel gehören die Höfe Geistkircherhof, Hofgut Hochscheid, Rittershof I und Rittershof II sowie Triebscheiderhof.

Geschichte

1230 wurde Hassel erstmals in einer Urkunde des Zisterzienserklosters Wörschweiler erwähnt.

Hassel gehörte ehemals zum Amt Kirkel in Pfalz-Zweibrücken. Die Edelleute Schorr besaßen Güter zu Hassel, legten sich die Bezeichnung „von Hasel“ zu und wurden 1720 unter dem Namen „von Schorrenburg“ in den Freiherrenstand erhoben. 1771 verkaufte die verwitwete Frau von Schorrenburg das Dorf Hassel an den nassau-saarbrückischen Rat Georg Andreas Dern.[1] 1778 gab Herzog Karl II. Hassel mit den fünf Höfen Alten-, Julianentaler-, Christianentaler-, Fronsbacher- und Mühlenhof seinem Minister Freiherr Ludwig von Esebeck zu Lehen.[2] „Im Jahr 1809 zählte Hassel 61 Haushaltungen (ohne die dazugehörigen Höfe).“[3] Als Folge des Wiener Kongresses gelangte Hassel 1816 mit dem benachbarten St. Ingbert zum Königreich Bayern. Als Folge des Ersten Weltkriegs und des Friedensvertrages von Versailles gehörte Hassel seit 1920 zum Saargebiet.[4]

Am 1. Januar 1974 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Hassel im Zuge der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform mit vier anderen Kommunen in die Stadt St. Ingbert eingegliedert.[5][6]

Evakuierung im Zweiten Weltkrieg

Die damalige Gemeinde Hassel gehörte – im Unterschied zu St. Ingbert – zur „Roten Zone“ zwischen der französischen Grenze und dem Westwall. Bei Kriegsausbruch 1939 mussten die Hasseler ihre Heimat verlassen und wurden „ins Reich“ evakuiert. Thüringen, Ober- und Unterfranken waren die wichtigsten Evakuierungsgebiete. Erst im Sommer 1940 konnten die Hasseler wieder in ihre Heimat zurückkehren. Zum zweiten Mal verließen viele Hasseler ihre Heimat als die amerikanischen Truppen im Herbst 1944 sich von Frankreich her näherten. Viele kehrten erst Monate nach dem Kriegsende zurück.

Schule und Schulen

Im Jahr 1809 gab es in Hassel ein Schulhaus für alle drei Konfessionen (Katholiken, Reformierte, Lutheraner) gemeinsam. Zu der Schule gehörten auch 1 Garten, 8 Morgen Ackerland und 1 Morgen Wiese. Da Hassel dem zweibrückischen Recht unterlag, musste der Lehrer reformiert sein, aber die Kinder in ihrer jeweiligen Religion „getreulich nach ihren Religionsgrundsätzen unterrichten“.[7]

In Hassel gab es mehrere Schulgebäude, von denen noch einige erhalten sind. Auf dem Marktplatz stand ein Schulhaus, das 1945 dem Krieg zum Opfer fiel. In der Lindenstraße (früher Hauptstraße) befanden sich zwei Schulhäuser, von denen eines bis 2015 als Wohnhaus genutzt, Ende 2015 aber abgerissen wurde. An der Stelle des anderen befindet sich die Filiale der Kreissparkasse. Wo heute das Rathaus steht, befand sich früher ebenfalls ein Schulhaus. Die frühere Eisenbergschule I (1951 eingeweiht) wurde an ein Unternehmen verkauft, das Seminare und Schulungen veranstaltet. Nur noch die Eisenbergschule II beherbergt bis heute die Grundschule.

Historische Gebäude

Das Herrenhaus des Triebscheider Hofs ist der Rest einer Anlage des 18. Jahrhunderts. Das auch heute noch landwirtschaftlich genutzte Anwesen liegt zwischen Hassel und Niederwürzbach.[8]

Von dem Jagdschlösschen, das der Freiherr von Esebeck in einem Waldtal (Schlossdell) erbauen ließ, lassen sich nur noch Spuren erkennen. Es wurde durch französische Revolutionstruppen zerstört.[9]

Das alte Waschhaus im Unnerdorf (ähnlich dem erhaltenen Waschhaus in Oberwürzbach) fiel dem Bau eines Kneippbeckens zum Opfer.

Auf Hasseler Gemarkung, jedoch nahe dem Weiler Rittersmühle steht das Ensemble Gut Ettental mit Herrenhaus, Wohn- und Stallgebäuden aus dem 18.-20. Jahrhundert.

Name

Die Aussprache des Namens „Hassel“ weist eine Besonderheit auf. Entgegen der Schreibweise mit zwei „s“, die üblicherweise eine Aussprache mit kurzem „a“ bedeutet, wird der Ortsname tatsächlich als „Hasel“, also mit einem langen „a“ ausgesprochen. Dass diese Aussprache die historisch ursprüngliche ist, lässt sich leicht an alten Karten nachweisen.

Die Landkarte von Tilemann Stella von 1564 verzeichnet „Hasel“ als Ortsnamen. Ebenso die Schmitt'sche Karte von Südwestdeutschland von 1797, deren Original sich im Kriegsarchiv Wien befindet. Die Schreibweise „Hassel“ lässt sich zum ersten Mal nachweisen auf den „Karten des Canton Bliescastel“ herausgegeben von Franz J. Much 1804/05. Es handelt sich dabei um die französische Schreibweise, bei der die Konsonanten nach einem langen Vokal verdoppelt werden. Ähnliches findet sich bei Ortsnamen in Lothringen (Waldwiese – Waldwisse) und im Elsass (Reichshofen – Reichshoffen, Oberhofen – Oberhoffen). Die Karte der Rheinlande (Feuille 14 „Deux Ponts“) von Jean Joseph Tranchot (1840), ebenfalls eine französische Karte, schreibt auch „Hassel“. Dagegen behält die Karte des Königlich Bayerischen Generalstabs von 1863 (im Maßstab 1:25.000) die Schreibweise „Hasel“. Erst der „Topographische Atlas von Bayern“, Blatt 108 (Zweibrücken West) von 1867 schreibt als erste deutsche Karte „Hassel“.

Hassel heute

Der Stadtteil Hassel zählt ca. 3.500 Einwohner und umfasst eine Fläche von 9,26 km², wovon 55,6 % von Wald und 28 % von Landwirtschaft belegt sind.

Die bebaute Ortslage wird durch ein ausgedehntes Waldgebiet (Sankt Ingbert-Kirkeler Waldgebiet), in welchem sich auch einige Aussiedler- bzw. Bauernhöfe befinden, umgeben. Naherholungsmöglichkeiten bieten der benachbarte Griesweiher und das Geißbachtal mit dem Sägeweiher.

Hassel gehört zum Biosphärenreservat Bliesgau.

Hassel gehört neben den Stadtteilen St. Ingbert-Mitte, Oberwürzbach, Rentrisch und Rohrbach zur Stadt St. Ingbert und ist nur wenige Autominuten von der Landeshauptstadt Saarbrücken entfernt.

Kirchen

In Hassel gibt es die Evangelische Kirche Hassel und die katholische Herz-Jesu-Kirche.

Politik

Ortsrat

Bei den Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 ergab sich folgendes amtliche Endergebnis:[10][11]

Parteien und Wählergemeinschaften Sitze
2014
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 3
FAMILIE Familienpartei Deutschlands 2
Gesamt 11

Ortsvorsteher

  • Markus Hauck (CDU)

Verkehr

1866 erhielt Hassel durch die Eröffnung der Würzbachbahn Schwarzenacker–Hassel Anschluss an das Eisenbahnnetz; ein Jahr später wurde die Strecke direkt bis nach St. Ingbert durchgebunden. Dabei wurde zwischen Hassel und St. Ingbert der Hasseler Eisenbahntunnel durchquert. 1895 folgte eine Neutrassierung zwischen Würzbach und St. Ingbert über Rohrbach. Dadurch erhielt Hassel einen neuen Bahnhof, der an der heutigen Bahnstrecke Landau–Rohrbach liegt.

Außerdem ist Hassel mit der Anschlussstelle St. Ingbert Mitte an die Bundesautobahn 6 angebunden.

Gewässer

Das Siedlungsgebiet von Hassel wird durch den Stockweiherbach entwässert. Kurz vor seiner Mündung in den Würzbach durchfließt der Stockweiherbach den Griesweiher.

Trivia

Der Name "Hassel" schmückt zusammen mit dem Wappen eine Zugeinheit der Bahn, die im Bereich des Saarlandes und der Pfalz verkehrt.

Weblinks

 Commons: Hassel (Saar)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hasel ist wieder in städtischer Hand, Wochenspiegel vom 23. Januar 2013. Online
  2. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Rheinland-Pfalz Saarland, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1988, S. 129f
  3. Wolfgang Krämer: Geschichte der Stadt St. Ingbert, St. Ingbert 1955 Bd II, S. 139
  4. Krämer, Bd II, S. 141 und S. 234f
  5. Neugliederungsgesetz – NGG vom 19. Dezember 1973, § 14, veröffentlicht im Amtsblatt des Saarlandes 1973, Nr. 48, S. 855 (PDF Seite 26; 499 kB)
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 808.
  7. Krämer, Bd II, S. 139; W. Krämer schreibt den Ortsnamen "Hasel"
  8. Dehio: Handbuch der Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland, Deutscher Kunstverlag, 1972, S. 291
  9. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Rheinland-Pfalz, Saarland, hrg. von Dr. Wilhelm Petry, Kröner, Stuttgart 1988, S. 130
  10. Vorläufiges Ergebnis der Wahl zum Ortsrat des Gemeindebezirks St. Ingbert-Hassel am 25. Mai 2014 Auf: st-ingbert.de, abgerufen am 27. Mai 2014
  11. Ortsratswahl 2014: So wählte der Saarpfalz-Kreis. In: Saarbrücker Zeitung, 27. Mai 2014

Kategorien: Ort im Saarpfalz-Kreis | Ehemalige Gemeinde (Saarpfalz-Kreis) | St. Ingbert

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hassel (Saar) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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