Harreshausen - LinkFang.de





Harreshausen


Harreshausen
Höhe: 121 (118–122) m ü. NHN
Einwohner: 1084 (30. Jun. 2014)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64832
Vorwahl: 06073

Lage der Babenhäuser Ortsteile

Harreshausen ist einer der fünf Stadtteile von Babenhausen im Landkreis Darmstadt-Dieburg im Süden von Hessen.

Lage

Der Ort liegt in der Region Starkenburg, 8 km südlich von Seligenstadt, an den ersten Ausläufern des nördlichen Odenwaldes auf einer Höhe von 121 m ü. NHN an der Gersprenz. Südlich des Ortes befindet sich 3 große Baggerseen.

Geschichte

Territorialgeschichte

Das Dorf wurde im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Es bestehen zwei Möglichkeiten, wie es an die Herren und Grafen von Hanau gelangte:

  1. 1318 wurde der Zehnte von Harreshausen mit Zustimmung des Landesherrn Gottfried von Eppstein auf 20 Jahre weiter verpachtet. 1320 schenken zwei Witwen das Dörfchen „Hareshusen“ nebst Zubehör dem Kloster Fulda. Als Konrad IV. von Hanau sich 1373 für seine Wahl zum Fürstabt des Klosters hoch verschulden musste, hatte das gleich nach seinem Regierungsantritt in Fulda die Konsequenz, dass er versuchte, die eingegangenen Schulden aus dem Reichsstift Fulda zu refinanzieren. Schon 1374 verpfändet er deshalb die Burg Otzberg, die Stadt Hering und das Amt Umstadt für 23.875 Gulden an seinen Neffen, Ulrich IV. von Hanau. In diesem Zusammenhang könnte auch Harreshausen an Hanau gekommen sein. 1383 fiel der Zehnte von Harreshausen an das Schloss Babenhausen. Es gehörte also zu Hanau.
  2. Die Alternative besteht darin, dass Adelheid von Münzenberg, Tochter Ulrichs I. von Münzenberg, als sie noch vor 1245 (das genaue Jahr ist nicht überliefert) Reinhard I. von Hanau heiratete, unter anderem auch Harreshausen als Heiratsgut in die Ehe einbrachte. Das macht es aber schwierig, die oben genannten eppsteinischen und fuldischen Rechte zu erklären.

Seitdem Harreshausen zur Herrschaft Hanau, später der Grafschaft Hanau und nach der Landesteilung von 1456 zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg gehörte, war es Bestandteil des Amtes Babenhausen. Das Dorf hatte 1447 ein eigenes Landsiedelgericht. Grundbesitz im Ort hatten auch die von Wasen und von Düdelsheim. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736, erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1643 die Grafschaft Hanau-Münzenberg. Aufgrund der Intestaterbfolge fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg an den Sohn der einzigen Tochter von Johann Reinhard III., Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt. Umstritten zwischen den beiden Erben war die Zugehörigkeit des Amtes Babenhausen und seiner Dörfer zu Hanau-Münzenberg oder zu Hanau-Lichtenberg. Es kam fast zu einer kriegerischen Auseinandersetzung, als Hessen-Kassel mit schon sorgsam in Hanau stationiertem Militär den größten Teil des Amtes Babenhausen besetzte, so auch Harreshausen. Die Auseinandersetzung konnte erst nach einem langjährigen Rechtsstreit vor den höchsten Reichsgerichten 1771 mit einem Vergleich beendet werden, dem so genannten Partifikationsrezess. Harreshausen wurde Hessen-Kassel darin endgültig zugesprochen. Schon in den Jahren 1722-23 ließ Graf Johann Reinhard III. von Hanau das Alte Jagdschlösschen Harreshausen errichten. Das sich auf dem Gelände befindende Jagdzeughaus wurde schon 1779 wieder abgebaut und ist der Grundstock des Zeughauses Hanau gewesen. 1807 kam das Amt Babenhausen mit Harreshausen unter französische Verwaltung. 1811 wurde es dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen. Es gehörte dann zu folgenden übergeordneten Verwaltungseinheiten:[2]

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Harreshausen im Rahmen der Gebietsreform in Hessen nach Babenhausen eingegliedert und ist seither ein Stadtteil Babenhausens.[3]

Kirche

Die Kirche von Harreshausen war eine Filialkirche von Altdorf. Kirchliche Mittelbehörde war das Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Montat. Mit der Reformation in der Grafschaft Hanau-Lichtenberg wurde der Ort lutherisch.

Ortsname

Im Laufe der Jahrhunderte wird der Ort in historischen Dokumenten mit wechselnden Ortsnamen genannt:[2]

  • Hardirshusen (13. Jahrhundert)
  • Hareshusen (1320)
  • Hardershusen (1344)
  • Hardershusen (1383)
  • Hardenshusen (1435)
  • Herdershusen (1448)
  • Harderßhusen (1469)

Einwohnerentwicklung

Belegte Einwohnerzahlen sind:[2]

  • 1829: 380 Einwohner
  • 1939: 364 Einwohner
  • 1961: 599 Einwohner
  • 1970: 846 Einwohner
Harreshausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
393
1840
  
427
1846
  
459
1852
  
477
1858
  
468
1864
  
447
1871
  
433
1875
  
425
1885
  
429
1895
  
397
1905
  
364
1910
  
384
1925
  
391
1939
  
364
1946
  
621
1950
  
616
1956
  
591
1961
  
599
1967
  
775
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Wissenswert

Am Ortsausgang befanden sich seit 1680 drei Mühlen unmittelbar nebeneinander, zwei auf der rechten, eine auf der linken Seite der Gersprenz.

Sehenswert ist die sogenannte Schöne Eiche, die sich etwas außerhalb des Orts befindet. Nördlich davon befand sich das wüst gegangene Dorf Hildenhausen (1328 bis etwa vor 1447 urkundlich nachweisbar).

Literatur

  • Barbara Demandt: Die mittelalterliche Kirchenorganisation in Hessen südlich des Mains = Schriften des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde 29 (1966), S. 91, 112f.
  • Max Herchenröder: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Dieburg. 1940, S. 158ff.
  • Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamenbuch. Band 1: Starkenburg. 1937, S. 296f.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 108.
  • Regina Schäfer: Die Herren von Eppstein. Herrschaftsausübung, Verwaltung und Besitz eines Hochadelsgeschlechts im Spätmittelalter. Wiesbaden: Historische Komm. für Nassau, 2000, S. 371f. ISBN 3-930221-08-X.
  • Dagmar Söder: Kulturdenkmäler in Hessen. Kreis Offenbach = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. 1987, S. 777ff.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stadt Babenhausen - Zahlen und Fakten , abgerufen am 15. Mai 2015
  2. 2,0 2,1 2,2 „Harreshausen, Landkreis Darmstadt-Dieburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 1. September 2012.
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 223

Kategorien: Ort im Landkreis Darmstadt-Dieburg | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Darmstadt-Dieburg) | Babenhausen (Hessen)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Harreshausen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.