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Hanstein (Adelsgeschlecht)


Hanstein ist der Name eines alten Adelsgeschlechts aus dem Eichsfeld. Später gelangten die Herren von Hanstein auch in Hessen, Thüringen und Pommern zu Besitz und Ansehen. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Geschichte

Herkunft

Erstmals erwähnt wird die Familie im Jahre 1122 mit „Lamberdus vicedominus“ in Rusteberg als Zeuge in einer Urkunde des Erzbischofs von Mainz für das Kloster Hasungen.[1] Ein weiterer früher Angehöriger des Geschlechts war „Theodorico vicedomino“ in Apolda, erzbischöflich Mainzer Ministerialer, der 1171 urkundlich erscheint. Er wird dort als Sohn von „Heidenrico vicedomino“ in Rusteberec und Bruder des „Helmwico“ genannt.[2] Am 31. Dezember 1235 und am 1. Januar 1236 zu Hasungen erscheinen „Theodericus vicedominus de Rustberge“ und „Heithenricus de Hanenstenge“, Bruder von „Geismar“, urkundlich. Mit „Heithenricus“, der sich als erster von Hanstein nennt, beginnt die Stammreihe.[3]

Burg Hanstein, der gleichnamige Stammsitz der Familie, liegt bei Bornhagen im heutigen thüringischen Landkreis Eichsfeld. Die Burg war ursprünglich im Besitz der Grafen von Northeim. Sie gelangte 1209 an die Erzbischöfe von Mainz, die sie den Enkeln von Heithenricus, Heinrich dem Älteren und Lippold, 1308 mit allem Zubehör als Mannlehn übertrugen.[4]

Ausbreitung und Linien

Heinrich starb ohne Nachkommen, doch konnte Lippold den Stamm fortsetzen. Seine Enkel, Lippold der jüngere und Dittmar, wurden die Begründer der beiden Hauptlinien des Geschlechts, der Lippolds- oder Besenhauser Linie, benannt nach dem gleichnamigen Gut bei Friedland, und der Dittmars- oder Ershauser Linie, benannt nach dem heutigen Ortsteil von Schimberg.[4]

Die Lippolds-Linie teilte sich in einen älteren und einen jüngeren Ast. Caspar († 1603), Sohn Lippolds und Nachkomme in der 6. Generation von Lippold, dem Stifter dieser Linie, war Oberaufseher in der Grafschaft Henneberg und begründete den älteren Ast. Ein weiterer Sohn Lippolds, Melchior, wurde Stifter des jüngeren Astes. Die Dittmars-Linie bildete ebenfalls zwei Äste, die von den Söhnen von Heinrich von Hanstein, Nachkomme Dittmars in der 4. Generation, begründet wurden. Den ersten Ast teilten die Söhne von Georg Thilo von Hanstein († 1632), Jobst Dietrich und Georg Burchard, in zwei Zweige. Georg Burchard von Hansteins Urenkel Otto, Werner und Heinrich von Hanstein teilten dann den zweiten Zweig in drei weitere Äste.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts hatten die Mitglieder der Familie die Burg Hanstein verlassen und sich in deren Umgebung angesiedelt. So entstanden die Adelssitze und Rittergüter zu Bornhagen, Ober- und Unterstein, und Besenhausen (vor 1307–1896), die Güter in Wahlhausen und Werleshausen an der Werra, Rothenbach sowie die entfernteren Besitzungen zu Ershausen und Wiesenfeld. Später konnte auch Grundbesitz in den Herzogtümern Sachsen-Weimar (Schloss Oberellen) und Sachsen-Meiningen (Henfstädt) und im Fürstentum Anhalt erworben werden, so 1620 das Gut Einberg (Rödental). In jüngerer Zeit waren Angehörige in Pommern im Landkreis Stolp und in Ostpreußen begütert. Im Königreich Hannover gehörten sie wegen des Besitzes eines Gutes in Friedland zum landsässigen Adel der Göttingischen Landschaft.[4]

Bereits im 18. Jahrhundert gehörten die Herren von Hanstein zur Reichsritterschaft im Rheinischen Ritterkreis. Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts waren sie auch im Ritterkanton Rhön-Werra des fränkischen Ritterkreises immatrikuliert.[5]

Ein Familienverband besteht seit 1447.

Standeserhebungen

Graf von Pölzig

Die von Alexander Freiherr von Hanstein (1804–1884) aus Coburg begründete, seit 1826 gräfliche Linie, erlosch 1903. Alexander war der Stallmeister von Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg-Saalfeld und hatte eine Affaire mit Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg, der jungen Frau von Herzog Ernst. Nach dem Bekanntwerden musste Luise das Herzogtum 1824 verlassen und bekam dafür das Fürstentum Lichtenberg zugeteilt. Alexander folgte ihr. Nach dem Tod von Herzog Friedrich IV. wurde Luise Alleinerbin des Hauses Sachsen-Gotha-Altenburg, verzichtete aber auf ihre Ansprüche und wurde dafür zur Fürstin von Lichtenberg erhoben. Am 31. März 1826 erfolgte ihre Scheidung von Herzog Ernst. Alexander wurde zur Schaffung der standesmäßigen Voraussetzungen für eine Ehe mit Luise am 19. Juli 1826 von Herzog Friedrich von Sachsen-Altenburg in den Grafenstand erhoben. Ihm wurde die kleine, zwischen Gera und Altenburg gelegene Grafschaft Pölzig und Beiersdorf zugeteilt. Als Gegenleistung für die Grafschaft und den Grafentitel musste er seine eigenen Landgüter an Herzog Ernst abgeben. Die am 18. Oktober 1826 in St. Wendel geschlossene Ehe zwischen Alexander Graf von Pölzig und Luise Herzogin von Sachsen-Gotha-Altenburg blieb kinderlos. Nach dem Tod von Luise (30. August 1831) kam das Fürstentum zurück an Herzog Ernst und Alexander heiratete am 18. April 1833 die 21-jährige Marie Therese von Carlowitz aus Greiz. Aus der Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor.

Eine „legitimierte“ Linie

Nach Überlieferung besteht zudem eine Verwandtschaft zu einer Linie, die schon über mehrere Generationen das Wappen des gleichnamigen Uradelsgeschlechts führte. Der Stammvater dieses Zweiges Franz Hanstein († 1637) war Beamter beim Mühlenamt zu Braunschweig und angeblich ein Sohn von Kurt von Hanstein († 1599) zu Witzenhausen und Frielingen. Eine preußische Adelsanerkennung durch Allerhöchste Kabinettsorder als von Hanstein erfolgte am 12. Februar 1855 zu Berlin für den preußischen Major außer Dienst Emil Hanstein. Seinem Bruder Hermann Hanstein, Pfarrer am Invalidenhaus, wurde am 26. Februar 1870 zu Berlin, seinem Bruder Johannes Hanstein, Universitätsprofessor, am 18. Mai 1881 zu Berlin, seinem Bruder Ludwig Hanstein, Pfarrer am Invalidenhaus, am 13. August 1880 zu Babelsberg und seinem Bruder Wolfgang Hanstein, Oberpfarrer und Superintendant außer Dienst, zusammen mit der Schwester Emilie Hanstein am 18. Mai 1881 der Adel anerkannt.[6]

Wappen

Stammwappen

Das Stammwappen zeigt in Silber drei (2,1) zunehmende schwarze Halbmonde. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken steht eine mit drei schwarzen und zwei silbernen Hahnenfedern besteckte, silberne Säule, die von zwei auswärts gekehrten schwarzen Halbmonden beseitet ist.

Aufgrund der Wappenähnlichkeit ist eine Stammesverwandtschaft mit den von Bodenhausen aus dem nahe gelegenen Bodenhausen bei Göttingen wahrscheinlich.

Orts- und Gemeindewappen

Elemente aus dem Wappen der Familie Hanstein, die drei Halbmonde, erscheinen noch heute in einigen thüringischen und fränkischen Kommunalwappen.

Bekannte Familienmitglieder

Literatur

Das Familienarchiv derer von Hanstein auf Besenhausen wird heute im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt verwaltet.

Weblinks

 Commons: Hanstein (Adelsgeschlecht)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Urkundenbuch des Eichsfeldes 1. S. 29. Nummer 47.
  2. Urkundenbuch des Eichsfeldes 1. S. 74. Nummer 126.
  3. Urkundenbuch des Eichsfeldes 1. S. 150–151. Nummer 263, 265.
  4. 4,0 4,1 4,2 Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 4, S. 190–192.
  5. Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. C. H. Beck, München, 2007, ISBN 978-3-406-54986-1, 7. Auflage, S. 253.
  6. Genealogisches Handbuch des Adels (= Adelslexikon) Band IV, Band 67 der Gesamtreihe, S. 429.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hanstein (Adelsgeschlecht) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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