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Hans Koch (Unternehmer)


Hans Koch (* 21. April 1897; † 9. Februar 1995 in Meinerzhagen im Sauerland[1]) war ein deutscher Erfinder, Unternehmer sowie Mitgründer einer anarchistisch-kommunistischen Kommune. 1948 gründete er in Pinneberg die Firma Hans Koch & Sohn (heute Hako GmbH in Bad Oldesloe).

Leben

Hans Koch, Sohn eines Juristen, schloss sich als Jugendlicher der Wandervogel-Bewegung an. Sein Freund Peter Kollwitz, Sohn von Käthe Kollwitz, wurde im ersten Weltkrieg gleich im ersten Jahr 1914 neben ihm erschossen. Koch selbst wurde 1916 nach seiner zweiten Verwundung aus der Armee entlassen. Aufgrund dieser Erfahrungen wurde Koch Pazifist und Sozialist.

Noch während des Krieges ging er nach Berlin, wo er mit Freunden in einer alternativen Wohngemeinschaft lebte, die von ihnen als "Kommune- Anarchisten"bezeichnet wurde. Diese alternative Wohngemeinschaft lehnte die zentralistischen Ordnungen ebenso ab wie die bürgerliche Gesellschaft mit ihren Zwängen sowie die Parteien. Als rebellisch-aufsässige Gruppe geriet die Berliner Wohngemeinschaft bald ins Visier der Geheimpolizei. Hans Koch und seine Freunde flohen daraufhin nach Bayern. In Blankenburg (südlich von Donauwörth) stand eine in Konkurs gegangene Missionsprokuratur zum Verkauf. In Süddeutschland lernte er auch die Schriftstellerin, Mäzenin und Salonnière Hertha Koenig kennen. Die eigentlich aus Norddeutschland stammende Schriftstellerin lebte rund 10 Jahre auf dem Einödhof Aich im oberbayerischen Prutting.

Hans Koch war schon damals eine charismatische Persönlichkeit mit großer Überzeugungskraft. Obwohl Hertha König und der Schriftsteller Georg Kaiser aus dem literarischen Salon ihn kaum kannten, überredete er beide ihnen als Kommune die beträchtliche Kaufsumme für das Anwesen in Blankenburg zu geben, um dort - als einen großartigen gesellschaftlichen Entwurf - eine Landkommune zu gründen.

Die Landkommune in Blankenburg geriet ebenfalls schnell unter Beobachtung der örtlichen Behörden. Nach der Niederschlagung der Räterepublik im Frühjahr 1919 unterstellten die Behörden der Kommune den Räterepublikführer und Münchner KPD-Mitglied, Max Levien, versteckt zu haben. Für wenige Tage mussten sie in Untersuchungshaft. Vor Gericht verteidigte sich Hans Koch so eindrucksvoll, dass der Staatsanwalt ihn anschließend fragte, ob seine Tochter nicht auch nach Blankenburg kommen könne.

1920 war die Kommune in Blankenburg am Ende; Koch hatte sie allerdings schon vorher verlassen. Er ging zurück nach Berlin und versuchte dort eine Schokoladenfabrik und ein kommunales Kino zu gründen, beides kam nicht zustande. Daraufhin schloss er sich der landwirtschaftlichen Kommune in Harxbüttel (heute Stadtteil von Braunschweig) an.

In Harxbüttel hatte der Sozialist Hans Löhr Anfang der 20er Jahre auf dem elterlichen Anwesen (Flurstück „Horstkamp“) eine Landkommune gegründet. Dort pflanzte er vor allem Spargel, der dann in einer eigenen Konservenfabrik verarbeitet wurde.

Gründung von Hako

In der Harxbütteler Gemeinschaft hat Hans Koch dann die praktische Seite der eher idealistischen Landkommunen-Bewegung umgesetzt, denn er ging hin, die anstrengende Bodenbearbeitung zu mechanisieren. Hierzu besuchte er einen Erfinder in der Schweiz, der bereits 1919 eine Bodenfräse entwickelt hatte.

In Harxbüttel entwickelte er daraufhin seine erste Motorhacke, für die er am 6. August 1924 sein erstes Patent erhielt. Das Funktionsprinzip lässt sich noch heute an vielen Geräten für Landwirtschaft und Gärtnereien nachvollziehen: Ein Motor mit Schneckengetriebe, welches auf dem Rücken getragen wird, treibt über eine flexible Welle die Hackmesser an, die den Boden auflockern und das Unkraut ausreißen. Für die Finanzierung der Entwicklung hatte er den Reichsgeschäftsführer der bäuerlichen Kleinverbände gewinnen können: Es war der spätere Bundespräsident Heinrich Lübke. Ein Berliner Unternehmen übernahm dann den Bau und Vertrieb der Hacke. Die erste Motorheckenschere mit verschiedenem anzuschließenden Zubehör wurde ebenfalls in Harxbüttel entwickelt. Die Erfindung der ersten Motorheckenschere konnte er wiederum am 23. Juni 1925 erfolgreich zum Patent anmelden.

Von 1926 bis 1930 war Hans Koch Prokurist in einem Unternehmen in Hagen, welches Bodenfräsen herstellte. 1930 machte er sich dann selbstständig und gründete die Firma DiMoHa, "Die motorisierte Hand". Die Kleinmotorhacke wurde von einer Berliner Firma in Lizenz gefertigt. Auf einem Hof in Mecklenburg arbeitete er an deren Weiterentwicklung. 1940 stellte er eine neue Motorhacke zur Patentierung vor.

Kurz vor Kriegsende flüchtete Hans Koch vor den vorrückenden sowjetischen Truppen nach Pinneberg. 1948 gründete er dort die Maschinenbaufirma Hans Koch & Sohn. Abkürzung: Hako, die dann späteren Hako-Werke. Am Heiligabend 1948 wurde das neue Unternehmen ins Handelsregister eingetragen. 1954 erfolgte dann der Umzug nach Bad Oldesloe, wo das international tätige Unternehmen noch heute seinen Firmensitz hat. Mit der Hakorette, einer einachsigen Motorhacke, begann 1956 der Aufstieg des Unternehmens. Sowohl die DiMoHa als auch die Hakorette stehen im Deutschen Museum in München - als besondere technische Leistung.

Kurz nach dem Krieg lernte er den jungen Tyll Necker, den späteren BDI-Präsident kennen. Necker und Kochs Tochter Karin gingen beide zur Odenwaldschule in Heppenheim. Nachdem Tyll Necker 1955 die Tochter von Hans Koch heiratete und 1960 Mitgesellschafter der Hako-Werke wurde, zog sich Hans Koch immer mehr aus dem Unternehmen zurück, bis er 1966 endgültig aus der Firma ausschied. 1995 starb er in Meinerzhagen (Sauerland).

Anekdote

Hans Koch schrieb 1972 in einem Brief: "Alle Jahre geschäftlichen Erfolgslebens kann und werde ich vergessen - Blankenburg nie."

Weblinks

Einzelnachweise

  1. In Memoriam Hans Koch auf www.lions.de; abgerufen am 13. Januar 2016


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hans Koch (Unternehmer) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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