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Hampstead (London)


Hampstead ist ein Londoner Stadtteil im Bezirk Camden und eines der bevorzugten Wohnviertel der englischen Hauptstadt.

Kein anderer Ort im Vereinigten Königreich verfügt über mehr Millionäre. Diese neue Klientel verdrängt zunehmend „Hampsteads traditionelle Intellektuelle“, die Pfeife rauchten, Bücher schrieben (die sich oft nicht verkauften) und sich für nukleare Abrüstung einsetzten.[1]

Toponymik

Sein ursprünglicher Name war Hamestede, der altenglischen Bezeichnung für das heutige englische Wort homestead, das so viel wie „Kleinsiedlung“ bedeutet.

Geschichte

Abgesehen von Funden, die belegen, dass bereits rund siebentausend Jahre vor Christus Jäger im Bereich des heutigen Hampstead lebten, wurde der Grundstein zum späteren Dorf erst rund achttausend Jahre später durch die Anlage einer kleinen Siedlung gelegt.

Die Entwicklung von Hampstead setzte allerdings erst im 17. und 18. Jahrhundert ein. Einen entscheidenden Anteil hieran hatte die Entdeckung des hiesigen Eisenwassers und seiner gesundheitsfördernden Wirkung, so dass der Ort sich zu einem beliebten Heilbad entwickelte. Obwohl Hampstead seit dem späten 18. Jahrhundert kein Kurort mehr ist, hat es sich den Status als beliebter Londoner Vorort für die wohlhabende Klientel erhalten, die gerne die Annehmlichkeiten der Großstadt in unmittelbarer Nähe haben wollte und es aber gleichzeitig auch vorzog, abseits von deren Lärm und Schmutz zu leben.

Ein weiterer Wachstumsschub setzte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein, nachdem Hampstead einen Bahnhof erhalten hatte und somit über die Schiene mit London verbunden war. Seit 1907 ist Hampstead auch an das Londoner U-Bahn-Netz angeschlossen. Bereits 1888 erfolgte die Eingemeindung zu London.

Höhenrekord

Unmittelbar vor dem Heath House, am Zusammentreffen des North End Way und der Heath Street, befindet sich die höchste Stelle Londons: sie liegt 134 Meter über N.N. und sechs Meter oberhalb des Kreuzes von St. Paul.

Bekannte Einwohner

Eine Vielzahl von bekannten Persönlichkeiten, vorwiegend aus der Künstlerszene, hat sich im Lauf der vergangenen Jahrhunderte in Hampstead niedergelassen und kein anderer Londoner Stadtteil verfügt über so viele Blue Plaques.

Kaum eine Künstlerfamilie aber war so mit Hampstead verbunden wie die Familie Du Maurier. 1870 hatte der seinerzeitige Punch-Mitarbeiter und spätere Schriftsteller George du Maurier seinen Wohnsitz im Haus Nummer 27 an der Church Row bezogen, in dem 1873 sein Sohn Gerald geboren wurde. Anschließend zog George du Maurier mit seiner Familie ins New Grove House am Hampstead Grove. Dort stellte er in seinem ersten Roman Peter Ibbetson gedankliche Verbindungen zwischen Hampstead und Passy, dem Ort seiner Kindheit, her: „Hampstead war mein Passy – der Leg-of-Mutton Pond mein Mare d’Auteuil; Richmond war mein Saint-Cloud, mit den Kew Gardens anstelle des Bois de Boulogne; und Hampton Court ergab ein schönes Versailles.“

Sein Sohn Gerald bezog 1916 die Cannon Hall am Cannon Place in Hampstead, die er bis zu seinem Tod am 11. April 1934 bewohnte. Dort wuchs seine Tochter Daphne auf, die in den 1930er Jahren mit ihrem Mann an der Hampsteader Well Road wohnte. Ihr Vater Gerald und ihr Großvater George sind auf dem Friedhof der Hampstead Parish Church an der Church Row begraben.

Dichter und Schriftsteller

Neben John Keats (er wohnte zunächst unter Nummer 46 des Well Walk und danach im heutigen Keats House am Keats Grove), einem der bedeutendsten Dichter der englischen Romantik, lebten eine Reihe von weiteren Schriftstellern und Dichtern in Hampstead. Zu den bekanntesten zählen John le Carré (Gayton Crescent No. 1), D. H. Lawrence (Willoughby Road No. 30 und Byron Villas No. 1, The Vale of Health), Katherine Mansfield (East Heath Road No. 17), Edgar Wallace (Vale Lodge, The Vale of Health) und H. G. Wells (Church Row No. 17) sowie die Literaturnobelpreisträger der Jahre 1913 und 1932, Rabindranath Thakur (Villas on the Heath No. 3, The Vale of Health) und John Galsworthy (Grove Lodge, Admiral’s Walk). Zu nennen wären ferner noch Thomas Masaryk (Platt’s Lane), der 1918 zum ersten Präsidenten der Tschechoslowakei gewählt wurde und dieses Amt bis 1935 ausübte, sowie die Kinderbuchautorin Eleanor Farjeon, die das Haus Nummer 20 am Perrins’s Walk von 1920 bis zu ihrem Tod 1965 für die Dauer von 45 Jahren bewohnte.

Maler

Zu den bekanntesten Malern, die einen Wohnsitz in Hampstead hatten, gehören neben John Constable (Well Walk No. 40, Downshire Hill No. 25 und Lower Terrace No. 2) unter anderem Roger Fry (Willow Road No. 22), Kate Greenaway (Frognal No. 39), John Heartfield (Downshire Hill No. 47), James McNeill (Heath End House, Spaniards Road), George Romney (Romney’s House, Holly Bush Hill) sowie Dante Gabriel Rossetti und Lizzie Siddal, die gemeinsam im Spring Cottage an der Downshire Hill lebten.

Schauspieler

Zu den bekannten Künstlern aus der Schauspielszene, die in Hampstead lebten, gehören (in aplhabetischer Reihenfolge) Peggy Ashcroft (Hill Mansions, Downshire Hill), Alan Bates (Lavender Cottage, The Vale of Health), Richard Burton – zeitweise mit Elizabeth Taylor – (Squire’s Mount), Marty Feldman (The Logs, Well Road), Jeremy Irons mit Sinéad Cusack (Well Walk No. 26), Peter O’Toole mit Siân Phillips (Heath Street No. 98), Paul Robeson (The Chestnuts, Branch Hill), Peter Sellers (Northwood Lodge, Oak Hill Park), Sarah Siddons (Capo di Monte, Windmill Hill) sowie der in Berlin geborene Conrad Veidt (Platt’s Lane No. 69).

Musiker

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten aus der Musikszene, die in Hampstead residierten, gehören unter anderem die Sänger Boy George,[2] Sam Smith[3] und Sting (Frognal No. 108) sowie der Pink Floyd-Schlagzeuger Nick Mason (Downshire Hill). Ferner lebten dort die Dirigenten Thomas Beecham (Bellmoor, East Heath Road) und William Walton (Hollyberry Lane) sowie die Ballerinas Tamara Karsawina (Frognal No. 108) und Anna Pawlowa. Letztere bewohnte das Ivy House an der Inverforth Close von 1912 bis zu ihrem Tod 1931, der sie allerdings auf ihrer Abschiedstournee in Den Haag ereilte.

Politiker

Zu den bekanntesten Politikern mit Wohnsitz in Hampstead gehören vier ehemalige Premierminister des Vereinigten Königreichs: Herbert Henry Asquith (Keats Grove No. 12), William Grenville (Littleworth, North End Way), Ramsay MacDonald (Frognal House, Frognal No. 103) und William Pitt (Pitt House, North End Avenue). Ferner lebten hier Michael Foot (Rosslyn Hill, Pilgrim’s Lane), der von 1980 bis 1983 Vorsitzender der Labour Party war, und Charles de Gaulle. Der spätere Staatspräsident von Frankreich fand von 1940 bis 1942 mit seiner Familie Unterschlupf im Frognal House an der Frognal (Street).

Wissenschaftler

Neben dem Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, der 1938 das Haus Nummer 20 an den Maresfield Gardens bezog, das bis 1982 von seiner jüngsten Tochter Anna bewohnt und 1986 in ein Museum umgewandelt wurde,[4] lebten unter anderem der Physiker J. D. Bernal (Downshire Hill No. 35), der Biologe Peter Medawar (Downshire Hill No. 25), der Mathematiker Karl Pearson (Well Road No. 7) und der Ägyptologe Flinders Petrie (Cannon Place No. 5 und Well Road) in Hampstead.

Weitere nennenswerte Anwohner

Der Zeitungsmagnat Alfred Harmsworth (Pitt House, North End Avenue), der Geheimagent George Blake und die Architekten Charles Rennie Mackintosh und Ernő Goldfinger lebten an der Willow Road lebten. Goldfinger machte sich durch seine Beton-Architektur bei einem Teil der Bewohner von Hampstead unbeliebt. Zu seinen größten Kritikern gehörte der Schriftsteller Ian Fleming, der sich mit dem Namen Goldfinger für den Bösewicht in seinem achten Buch Goldfinger der James Bond-Romanreihe gerächt haben soll. Der Name des bei vielen Anwohnern unbeliebten Architekten erlangte vor allem durch die anschließende Verfilmung des gleichnamigen Kinofilms Goldfinger internationale Bekanntheit.

Der erste Bischof von Neuseeland und spätere Bischof von Lichfield, George Augustus Selwyn ist in Hampstead geboren.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. David Wade (The Telegraph): Whatever happened to Hampstead Man? (englisch; Artikel vom 8. Mai 2004)
  2. Anna Dubuis (Evening Standard): Boy George locked in battle with council planners over plans to expand his Hampstead mansion (englisch; Artikel vom 2. März 2015)
  3. Natalie Corner (Daily Mirror): Sam Smith has bought a posh house right next door to Boy George (englisch; Artikel vom 30. Mai 2015)
  4. Internetpräsenz des Freud Museum London (englisch)

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hampstead (London) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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