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Hamburg-Othmarschen


Othmarschen
Stadtteil von Hamburg
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Fläche 6,0 km²
Einwohner 14.672 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 2445 Einwohner/km²
Postleitzahl 2....
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Altona
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Othmarschen ist ein Stadtteil im westlichen Hamburg. Er gehört zum Bezirk Altona und zählt darin zu den Elbvororten.

Geografie

Flüsse und Bäche

Historisch gab es die Flottbek (ursprünglich wohl Vlothbeke) (Quellgebiet nördlich der Straße Quellental im Westerpark), die Teufelsbek (für den Namen des Schiffsanlegers Teufelsbrück an der Elbe verantwortlich, Quellgebiet an der Baurstraße beim Othmarschen-Park) sowie die Röbbek im Bereich der Straßen Röbbek und Seestraße (Quellgebiet am Groß-Flottbeker Markt). Die Röbbek ist nur noch durch den Straßennamen erhalten. Das ursprüngliche Bachbett trocknete aus, wurde verfüllt und ist nur noch an wenigen Stellen durch leichte Bodenabsenkungen nachweisbar. Flottbek und Teufelsbek sind ebenfalls weitestgehend ausgetrocknet (auch durch Grundwasserveränderungen beim Elbtunnelbau bedingt), teilweise auch verrohrt. Ein Grabenteilstück der Teufelsbek ist in der Walderseestraße zwischen Reventlowstraße und A7-Anschlussstelle erhalten. Ebenso ist der Verlauf der Teufelsbek und der Flottbek im Jenischpark erkennbar; beide Bäche entwässern in die Elbe.

Benachbarte Stadtteile

Othmarschen grenzt im Süden an die Elbe, im Norden an Groß Flottbek, im Osten an Ottensen und im Westen an Nienstedten. Es umfasst den östlichen Teil der Gemarkung Klein Flottbek.

Geschichte

Othmarschen wurde 1317 als villa Othmerschen erstmals urkundlich erwähnt.[1] Bei dem Namen handelt es sich um ein Kompositum, dessen Grundwort der mnd. Plural merschen für hd. „Marschen“, „Sumpfländereien“ ist. Das Bestimmungswort könnte als „öde“, „unbewohnt“ zu deuten sein. Obwohl es für die Herkunft von einem Personennamen keine Belege gibt, insbesondere die Existenz eines Einsiedlers namens Otmar nicht nachweisbar ist, und es seit längerem als widerlegt gilt, dass der Ortsname früher Otmarsheim oder Otmarshusen gelautet hat, halten sich bis heute entsprechende (Fehl-) Deutungen.

Im Mittelalter war es ein Bauerndorf mit wenigen Höfen und gehörte zur Hamburger St. Petri-Gemeinde. Erst 1547/1548 gelangte es mit dem Bau einer Ottenser Kirche zum neuen Kirchspiel Ottensen. 1759 entstand der reetgedeckte Röperhof der Familie Röper am heutigen Agathe-Lasch-Weg. Er ist der letzte erhaltene Rest des historischen Othmarscher Dorfkerns. Etwa zur selben Zeit entstanden an der heutigen Elbchaussee die ersten Landhäuser wohlhabender Kaufleute. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein war Othmarschen ein kleiner Vorort. Zusammen mit Övelgönne zählte es 1855 lediglich 362 Einwohner. 1868 kam Othmarschen zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein. 1882 entstand an der Strecke der Vorortbahn Altona-Blankenese die erste Haltestelle, namentlich die Bedarfshaltestelle Groß-Flottbek-Othmarschen. 1883 gründete der Fabrikant Ferdinand Ancker gemeinschaftlich mit anderen Teilhabern das Terrain-Consortium, das das Bauprojekt Villenanlage Neu-Othmarschen, eine Gartenstadt für Wohlhabende, realisierte. 1890 fiel Othmarschen zusammen mit Bahrenfeld und Övelgönne an Altona. Seit 1897 ist Othmarschen an das S-Bahn-Netz angeschlossen; die Bedarfshaltestelle wurde nunmehr reguläre Haltestelle der S-Bahn, lange Zeit als Haltestelle Großflottbek-Othmarschen, nunmehr als Othmarschen. 1893 ist im Ort eine Pferdebahn eingerichtet worden. 1899 führte eine Straßenbahn nach Altona, im folgenden Jahr wurde der Bau der Christuskirche am Roosensweg beendet. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz kam Othmarschen 1937/1938 zusammen mit Altona nach Hamburg. 1939 erhielt Othmarschen den östlichen Teil Klein Flottbeks hinzu. Die 1960er- und 1970er-Jahre veränderten das alte Othmarschen beträchtlich: Der historische Dorfkern musste dem Bau der Bundesautobahn 7 und des in Othmarschen beginnenden Elbtunnels weichen.

Bevölkerung

  • Minderjährigenquote: 18,0 % (Hamburger Durchschnitt: 15,6 %)
  • Altenquote: 23,6 % (Hamburger Durchschnitt: 19,1 %)
  • Ausländeranteil: 9,3 % (Hamburger Durchschnitt: 13,6 %)
  • Arbeitslosenquote: 2,3 % (Hamburger Durchschnitt: 6,3 %)

Othmarschen zählt zu den reichsten Hamburger Stadtteilen. Das durchschnittliche Einkommen beträgt hier etwa 89.000 Euro jährlich und ist somit fast dreimal so hoch wie der Hamburger Gesamtdurchschnitt.

Politik

Für die Bürgerschaftswahl gehört Othmarschen zum Wahlkreis Altona. Bei der Bürgerschaftswahl 2015 entstand in Othmarschen folgendes Ergebnis[2]:

  • SPD 38,1 % (+0,3)
  • FDP 19,1 % (+2,8)
  • CDU 16,3 % (-10,6)
  • Grüne 14,6 % (+3,1)
  • Linke 4,8 % (+1,4)
  • AfD 4,4 % (+4,4)
  • Übrige 2,7 % (–1,5) der Stimmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Im Jenischpark sind die Kunstausstellungen des Jenischhauses und des Ernst-Barlach-Hauses zu sehen.

Bauwerke

Entlang der Elbchaussee sind etliche Villen verschiedener Stilrichtungen zu sehen. Andere Villen liegen weiter von der Elbe entfernt, etwa Haus K. in O. und Jenischhaus. Das über 250-jährige Gymnasium Christianeum ist seit 1974 in einem funktionalistischen Betonbau von Arne Jacobsen in Othmarschen untergebracht.

Parks

Der Elbstrand bei Övelgönne und der Elbuferweg sind beliebt bei Spaziergängern. Größere Grünanlagen sind der Jenischpark in Klein Flottbek und der Hindenburgpark am Elbhang.

Naturdenkmäler

In Othmarschen befinden sich die beiden größten Findlinge des Hamburger Raums:

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Den nördlichen Rand Othmarschens bildet die S-Bahnstrecke Altona–Blankenese (Linien S1/S11), hier befindet sich auch der unter Denkmalschutz stehende S-Bahnhof Othmarschen. Nach einer bereits bis 2006 erfolgten Restaurierung des historischen Bahnsteigdachs wird die Haltestelle zur Zeit barrierefrei ausgebaut, ein Aufzug wird ergänzt und Bahnsteig und Zugangsanlagen saniert.

Im Osten Othmarschens liegt die nördliche Einfahrt des Hamburger Elbtunnels der Bundesautobahn 7. Im März 2016 einigten sich alle Bürgerschaftsfraktionen im Rahmen des achtstreifigen Ausbaus der Autobahn auf eine Verlängerung des geplanten Hamburger Deckels von geplanten 730 m auf 2300 m bis nach Othmarschen.[3]

Entlang der Elbe ziehen sich, ebenfalls von Altona nach Blankenese, die Hauptverkehrs- und großbürgerliche Wohnstraße Elbchaussee und der Elbwanderweg.

Bildung

Othmarschen verfügte 2007 über elf Kindergärten und sieben Schulen, darunter drei Gymnasien, wozu eine der ältesten Schulen der Stadt, das humanistische Christianeum, zählt. Insgesamt besuchten 4.089 Schüler die Othmarscher Schulen.[4]

Persönlichkeiten

In Othmarschen geboren

Mit Othmarschen verbunden

Einzelnachweise

  1. Hierzu und zum Folgenden Wolfgang Laur: Die Orts- und Gewässernamen der Freien und Hansestadt Hamburg. Ein historisches Lexikon unter Einbeziehung relevanter Flurnamen, Neumünster 2012, S. 193 f.
  2. Wahlergebnis auf www.wahlen-hamburg.de, abgerufen am 23. Februar 2015.
  3. Bürgerschaft will den langen Autobahndeckel. NDR, 10. Februar 2016, abgerufen am 16. März 2016.
  4. Webseite Statistik Nord, abgerufen 15. Oktober 2009.
  5. F. W. Döbereiner (Hrsg.): Altonaer Adreßbuch für 1895. H. W. Köbner & Co, Altona, Othmarschen, S. 307 (online ).
  6. Matthias Röhe: Hamburg - hier lebten unsere Promis I. Books on Demand, Norderstedt 2016, ISBN 978-3-7347-4600-0.

Weblinks

 Commons: Hamburg-Othmarschen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Stadtteil von Hamburg | Ort an der Elbe

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-Othmarschen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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