Hamburg-Altstadt - LinkFang.de





Hamburg-Altstadt


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Hamburg-Altstadt
Stadtteil von Hamburg
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Höhe m ü. NN
Fläche 1,2 km²
Einwohner 1879 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 1566 Einwohner/km²
Postleitzahl 20095, 20099, 20457, 20459
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Hamburg-Mitte
Verkehrsanbindung
Bundesstraße 4
U-Bahn
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Hamburg-Altstadt (amtlicher Name zur Abgrenzung von Altona-Altstadt) ist der Stadtkern und gehört als Stadtteil zum Bezirk Hamburg-Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg.

Geografie

Der Stadtteil Hamburg-Altstadt liegt in Hamburg zentral zwischen Neustadt, HafenCity und St. Georg. Sein Westteil ist ein Teil der Hamburger Innenstadt. Die Grenze zur Neustadt im Westen bildet das Alsterfleet; nach Süden wird die Altstadt durch den Zollkanal, nach Osten und Norden durch die Gleisanlagen der Verbindungsbahn begrenzt.

Geschichte

Die Burgen

Auf dem Gebiet der Altstadt befand sich der älteste Siedlungskern Hamburgs rund um den Bereich des Domplatzes. Hier lag die von den Wikingern im Jahre 845 zerstörte Hammaburg, deren genaue Lage allerdings nicht bekannt ist.

Zum Befestigungssystem gehörte der etwa 300 Meter lange Heidenwall, der die Siedlung nach Osten schützte und von der heutigen Rosenstraße zum Schopenstehl verlief.

Von den verschiedenen im 11. Jahrhundert errichteten Burgen können im Keller des Gemeindehauses St. Petri noch die Fundamente der Bischofsburg besichtigt werden.

Weitere Einzelheiten zur Siedlungsentwicklung im Hauptartikel Geschichte Hamburgs.

Altstadt

Ab 1240 entstanden die ersten Teile der Wallanlagen. Der Verlauf zwischen der Alster und dem Oberbaum entsprach dem der späteren Wallanlagen.

Im Bereich der Altstadt gab es folgende Stadttore: Brooktor, Sandtor, Ellerntor, Winsertor, Niederntor, Steintor und Spitalertor. Die Alster wurde für den Mühlenbetrieb aufgestaut und parallel zum Rödingsmarkt in dessen Mitte ein Fleet verlief, wurde ein Wassergraben angelegt, der heute das Alsterfleet bildet und über das die Alster in die Elbe mündete. Das Nikolaifleet behielt seine Funktion als Hafen der Stadt.[1]

Zum Schutz des Hafens war im Westen eine Reihe von Baumpfählen in der Elbe bildeten den Baumwall, im Osten war der Hafen gegen Elbe und Bille durch den Oberbaum geschützt.

Die „alte“ Neustadt

Der Name Neustadt geht auf die Gründung der gräflichen Stadt durch Gustav Adolf III., Graf zu Schauenburg, Stormarn und Holstein um 1188 zurück. Die Gründung stand in Konkurrenz zur bischöflichen Stadt rund um die Petrikirche im Bereich der Domstraße. Zuvor befand sich dort die gräfliche Neue Burg, an welche die gleichnamige Straße in der Nähe der Nikolaikirche erinnert. Die Trostbrücke verbindet seit 1266 die beiden Teile der Altstadt. Die damals alte Neustadt gehört heute zum Hamburger Stadtteil Hamburg-Altstadt.

Ausdehnung der Altstadt

Erstmals erwähnt wurden 1255 die Hauptkirche Sankt Jacobi und 1256 die Hauptkirche Sankt Katharinen. Beide Erwähnungen dokumentieren die Ausdehnung der Stadt in Richtung Osten im Zuge der Steinstraße (Jakobikirche) und nach Süden in die Elbmarsch (Katharinenkirche). Bis zur Besiedlung der Hamburger Neustadt (Kirchspiel St. Michaelis) im 17. Jahrhundert bestand damit die Altstadt Hamburgs aus den vier Kirchspielen St. Petri, St. Nikolai, St. Katharinen und St. Jakobi. Diese Kirchspiele hatten auch Bedeutung als Organisationseinheiten bei der Verwaltung der Stadt.

Zur Entwässerung des im Mündungsdelta von Alster und Bille gelegenen Gebiets wurden Fleete angelegt. Sie dienten später dem Warenverkehr. Einige Fleete wurden durch den Bau der Speicherstadt im südlichen Teil des Kirchspieles St. Katharinen (südlich vom Zollkanal) in den 1880er Jahren entbehrlich. Dabei wurden ca. 20.000 Einwohner umgesiedelt. Weitere Fleete wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit Trümmerschutt verfüllt.

Etliche Straßennamen erinnern noch an die alten Fleete: Gröningerstraßenfleet, Steintwietenhof (ehemaliges Deichstrassenfleet, über welches die Steintwiete verlief), Steckelhörnfleet und Katharinenfleet. Übrig blieben nur das breite Nikolaifleet, das kleine Becken des Mönkedammfleets und das Alsterfleet. Die Ansätze von Steckelhörnfleet und Gröningerstraßenfleet sind noch bei der Katharinenbrücke und bei der Zollenbrücke zu erkennen.

Citybildung

Nach Fertigstellung der Wallanlagen 1624 begann man im Bereich der Hamburger Innenstadt mit der Umgestaltung des Alsterlaufs. Erst 1624 entstand der Alsterdamm (heute Ballindamm).

Durch den Hamburger Brand wurden 1842 große Teile der Altstadt zerstört. Mit dem Neuaufbau wurde von den überkommenen engen mittelalterlich geprägten Straßenstrukturen und den häufig auch klein parzellierten Grundstücken abgegangen und die Chance für eine Modernisierung der Stadt genutzt. Die wichtigsten Architekten der Zeit nach dem Brand waren Jean David Jollasse, Alexis de Chateauneuf und Auguste de Meuron, von deren Bauten allerdings nur noch die Alte Post erhalten geblieben ist. Der aufblühende Handel und später auch die Reichsgründung führten zu geänderten Bedürfnissen in der Gestaltung der Bauten.[2] Die Aufhebung der Torsperre und die Bahnhöfe der neuen Eisenbahn erforderten eine geänderte Infrastruktur zur Verbesserung der Mobilität.

Ab 1900 wurden Hamburgs Eisenbahnanlagen wesentlich umgestaltet. Dabei wurde der Hamburger Hauptbahnhof, der jedoch knapp in St. Georg liegt, 1906 eröffnet. Ab 1906 wurde die Mönckebergstraße angelegt, unter der seit 1912 die erste U-Bahn Hamburgs mit den Haltestellen Rathausmarkt (heute Rathaus) und Barkhof (heute Mönckebergstraße) verläuft. Im Bereich zwischen dem Ballindamm an der Binnenalster und der Steinstraße entstanden große Kontorhäuser und Kaufhäuser, überwiegend mit Sandsteinfassaden.

Mit der Sanierung der Südlichen Altstadt, zwischen dem Deichtor und der Brandstwiete, dem Zollkanal und der Steinstraße in der Zeit von 1914 bis 1938 erhielt das Straßennetz der Altstadt nahezu die heutige Form. Das Kontorhausviertel löste die letzten alten Straßen im Gängeviertel ab.

Einzelne Gebiete

City-Hof

Der City-Hof bezeichnet eine Gruppe von vier Hochhäusern (Architekt: Rudolf Klophaus). In den 1950er-Jahren gebaut (Fertigstellung circa 1958), waren dies die ersten Hochhäuser der Hamburger Innenstadt seit dem Bau des Klockmann-Hauses in den 1930er-Jahren. Die Fassade des City-Hofs war im Originalzustand mit quadratischen, weißen Keramikplatten verkleidet und durch bündig sitzende Holzfenster gegliedert. Dieser Zustand wurde 1972 durch den Einsatz von Kunststofffenstern und eine Verkleidung der Fassade mit grauen Eternitplatten im Jahre 1977 grundlegend verändert. Die ursprüngliche Keramikfassade ist unter den Eternitplatten nach wie vor erhalten. Außerdem neu für Hamburg war eine Einkaufspassage, die mit den heutigen Maßstäben sogenannter Einkaufserlebnisse nicht zu vergleichen ist. Daher befinden sich heute neben Galerien für moderne Kunst Geschäfte des täglichen Bedarfs für die Beschäftigten im Kontorhausviertel in der Passage.

Reichenstraße

Die südlich der heutigen Großen und Kleinen Reichenstraße Richtung Hauptstrom der Elbe liegende ehemalige Insel ist bereits um 850 besiedelt worden. Es handelt sich damit um die älteste Besiedlungserweiterung aus der Hammaburg hinaus in das Marschengebiet. Das Gebiet der ehemaligen Insel wird (nach heutigen Straßennamen) durch die Trostbrücke im Westen, die Große und die Kleine Reichenstraße im Norden sowie die Willy-Brandt-Straße im Süden begrenzt. Im Osten war in etwa der Hopfensack die Grenze. Dort wo sich heute die Flächen der Reichenstraßen befinden, lag früher das Reichenstraßenfleet. Die Grundstücke verliefen vom Fleet nach Süden bis zum Gröningerstraßenfleet, auf dessen Gebiet heute die Willy-Brandt-Straße verläuft. Während zum Reichenstraßenfleet hin die Wohn- und Geschäftsräume erbaut wurden, lagen die Speicher Richtung Gröningerstraßenfleet.

Ab 1866 wurde das Reichenstraßenfleet zugeschüttet, um eine breite Straße vom Berliner Bahnhof zum Stadtzentrum anlegen zu können.[3] Eines der wenigen erhaltenen Originalbauteile aus der Großen Reichenstraße ist das Portal des Cranz’schen Haus (Große Reichenstraße 49), das sich heute in den Wallanlagen in der Nähe des Museums für Hamburgische Geschichte befindet.

Cremon

Die Marschinsel Cremon wurde 1188 eingedeicht und den Siedlern der Neuen Burg als Weide zugewiesen. Bereits kurze Zeit später wurde die Insel besiedelt. Richtung Hafen am Nikolaifleet wurden die Häuser erbaut. Hinter den Häusern wurde ein Entwässerungsgraben, das spätere Katharinenfleet, gegraben. Die jenseits des Katharinenfleets gelegenen Grundstücke dienten zunächst weiter als Weide und wurden erst später bebaut. Im Mittelalter wurde dann außendeichs direkt am Nikolaifleet gebaut.

Grimm

Die Grimm wurde bald nach dem Cremon besiedelt. Die Besiedlung erfolgte ähnlich wie beim älteren Cremon, jedoch ohne rückwärtiges Entwässerungsfleet. Auf dem Grimm liegt die im Ursprung aus dem 13. Jahrhundert stammende Hauptkirche St. Katharinen. Das Kirchspiel war nach der Besiedlung von Cremon und Grimm zur geistlichen Versorgung der Bevölkerung beider Inseln gegründet worden.

Deichstraße

Jenseits von Cremon und Grimm liegt die Deichstraße. Das Gebiet wurde von der Neuen Burg aus um 1200 bebaut. Am Nikolaifleet befand sich seit dem Mittelalter der Hamburger Hafen. In der Deichstraße ist der Große Brand von 1842, der praktisch die gesamte damalige Kernstadt zerstörte, ausgebrochen. Dass die alte Bausubstanz in den 1970er-Jahren nicht abgerissen wurde, ist dem „Verein Rettet die Deichstraße“ zu verdanken, der mit Spendengeldern und dem Verkauf von Andenken die Restaurierung verschiedener Gebäude ermöglichte.

Fußgängerbrücken über die Willy-Brandt-Straße (früher: Ost-West-Straße) und den Zollkanal erlauben heute einen touristischen Rundgang vom Rathausmarkt über die Ehemalige Hauptkirche St. Nikolai (Hamburg) und die Deichstraße zur Speicherstadt.

Hafen am Nikolaifleet

Seit dem 12. Jahrhundert, entwickelte sich das Nikolaifleet zum Hauptumschlagplatz Hamburgs. Da sowohl Ebbe (wegen Niedrigwassers) als auch bei Flut (wegen der Brückendurchfahrten) ein Ein- und Auslaufen der größer werdenden Schiffe immer schwieriger wurde, wurde ein Elbhafen gebaut.

Siehe auch: Hamburg-Klostertor

Einkaufsviertel

1910 wurde als Entlastung der Steinstraße die Mönckebergstraße durch die alte Bebauung durchgebrochen. Sie war als Haupteinkaufsstraße konzipiert und lief der bisherigen ersten Adresse Großer Burstah bald den Rang ab. Auch heute noch konzentriert sich hier der Hamburger „Shopping“-Bereich. Wohnbebauung ist in diesem Bereich der Altstadt kaum noch vorhanden.

Kontorhausviertel

Kirchen

Hamburg war ursprünglich in vier Kirchspiele eingeteilt: St. Jacobi, St. Katharinen, St. Nikolai und St. Petri. Als fünftes Kirchspiel kam später St. Michaelis in der Neustadt hinzu. Mit der Reformation, die in Hamburg durch Johannes Bugenhagen durchgeführt wurde, wurde Hamburg lutherisch. Erst durch die Reglemente über die fremden Religionsverwandten konnten auch französische Reformierte und englische Anglikaner ihren Gottesdienst legal in Hamburg ausüben. Die römisch-katholische Gemeinde hingegen musste lange auf die Privatkapelle in der kaiserlichen Gesandtschaft ausweichen und bekam erst spät den Kleinen Michel in der Neustadt zum Gottesdienst zugewiesen.

Einwohnerentwicklung

Das Viertel ist durch Kaufhäuser, Ladengeschäfte und Kontorhäuser geprägt. Es gibt nur noch wenige Wohnungen, sie liegen in den späten Bauten des Kontorhausviertels. In den 1930er Jahren, als diese Bauten entstanden, war kein Bedarf an weiteren Büroraum. Im Bereich des Katharinenfleets westlich der Katharinenkirche entstanden in den 1970er Jahren neue Wohnungen.

Einwohner
2004: 1.774
2006: 1.556

Politik

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und zur Bezirksversammlung gehört Hamburg-Altstadt zum Wahlkreis Hamburg-Mitte. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis:[4]

  • SPD: 39,1 % (–10,1)
  • Linke: 15,6 % (+7,6)
  • Grüne: 13,6 % (–1,6)
  • CDU: 10,7 % (−6,3)
  • FDP: 8,9 % (+4,8)
  • AfD: 6,8 % (+6,8)
  • Übrige: 5,3 % (–1,0)

Museen

Direkt neben dem Hauptbahnhof liegt die Hamburger Kunsthalle. Im Neubau (Galerie der Gegenwart) wird Kunst des 20. Jahrhunderts ausgestellt.

Theater

Das Thalia Theater ist die zweitgrößte Sprechbühne der Stadt.

Bauwerke

Medien

Hauptartikel: Medien in Hamburg

Weblinks

 Commons: Hamburg-Altstadt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Karte von 1250 aus E. H. Wichmann: Atlas zur Geschichte Hamburgs, 1896, bei historische Karten Hamburgs
  2. Ralf Lange: Architektur in Hamburg - Der große Architekturführer. Junius Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-586-9 S. 6, 11
  3. Manfred F. Fischer: Das Chilehaus in Hamburg. Architektur und Vision. Mit 28 Bildtafeln von Klaus Frahm, Gebr. Mann Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-7861-2299-7, S. 16.
  4. http://www.wahlen-hamburg.de/wahlen.php?site=left/gebiete&wahltyp=3#index.php?site=right/ergebnis&wahl=973&gebiet=34&typ=4&stimme=1&gID=4&gTyp=2

Kategorien: Stadtteil von Hamburg | Historischer Stadtkern in Deutschland

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