Halle-Kasseler Eisenbahn - LinkFang.de





Bahnstrecke Halle–Hann. Münden

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Halle (Saale) Hbf – Hann. Münden
Regional-Express überquert im Sommer 2007
die ehemalige innerdeutsche Grenze
Strecke Halle–Hann. Münden und Südteil der Hann. Südbahn
Streckennummer (DB):6343
Kursbuchstrecke (DB):590 (Halle–Nordhausen)
600 (Nordhausen–Eichenberg)
611 (Eichenberg–Hann. Münden)
Streckenlänge:193,5 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:120 km/h
Zweigleisigkeit:Halle–Eichenberg Ostkopf
Eichenberg–Hann. Münden
Bundesland (D): Sachsen-Anhalt, Thüringen,
Niedersachsen, Hessen
Betriebsstellen und Strecken[1][2]
von Cottbus
von Berlin
von Magdeburg
von Halberstadt
0,0 Halle (Saale) Hbf 106 m
ehem. Hafenbahn Halle (Verbindung zur HHE)
nach Leipzig
Güterstrecke von Halle (Saale) Gbf
Güterverbindungsstrecke von Leipzig
3,2 Abzw Halle-Thüringer Bahn
3,5 Abzw Halle-Kasseler Bahn
nach Merseburg
4,0 Halle-Rosengarten
4,7 Halle-Wörmitz (Abzw)
Halle-Silberhöhe
5,6 Halle-Wörmitz West (Abzw)
Halle Südstadt
7,7 Halle Südstadt Abzw Sa
8,8 Saale 85 m
9,1 Angersdorf Abzw Awo
S-Bahn-Strecke nach Halle-Nietleben
ehem. Strecke Halle-Nietleben–Merseburg
9,9 Angersdorf (ehem. Schlettau b. Halle)
Güterstrecke nach Merseburg
12,7 Zscherben 110 m
A 143
15,9 Teutschenthal Ost 113 m
ehem. von Salzmünde
18,3 Teutschenthal 105 m
21,0 Wansleben am See 101 m
23,0 Amsdorf 94 m
von Schraplau
Weida
26,7 Röblingen am See 97 m
ehem. zur Zuckerfabrik Erdeborn
29,1 Erdeborn 110 m
34,5 Helfta 150 m
ehem. zur Halde Hermann-Schacht
37,7 Lutherstadt Eisleben 171 m
ehem. zur Krug-/Karl-Liebknecht-Hütte
41,5 Wolferode 202 m
von Hettstedt
46,6 Blankenheim Bez. Trennungsbf 260 m
Blankenheimer Tunnel (875 m) 262 m
48,4 Blankenheim (Kr. Mansfeld-Südharz) 259 m
52,6 Riestedt 218 m
Gonna
59,2 Sangerhausen 158 m
nach Erfurt
65,9 Wallhausen (Helme) 147 m
A 38
71,6 Bennungen 152 m
75,6 Roßla 153 m
79,4 Berga-Kelbra (Keilbahnhof)
Thyraliesel nach Stolberg (Harz)
Thyra
ehem. Kyffhäuser Kleinbahn
(ehem. Trasse)
Landesgrenze Sachsen-Anhalt / Thüringen
84,4 Aumühle
84,6 Görsbach 160 m
Zorge
89,4 Heringen (Helme) 166 m
A 38
97,1 Nordhausen 183 m
Südharzstrecke nach Northeim
ehem. Helmetalbahn (nie in Betrieb)
A 38
Helme
101,8 Werther 202 m
105,3 Wolkramshausen 228 m
nach Erfurt
108,6 Nohra (Wipper) 217 m
A 38
111,5 Wipperdorf ehem. Pustleben 220 m
115,4 Bleicherode Ost 226 m
ehem. nach Herzberg
Bode
A 38
118,9 Gebra (Hainleite) (ehem. Bf)
123,9 Sollstedt 261 m
127,6 Bernterode 266 m
130,4 Bernterode West (Abzw)
Strecke nach Deuna Werkbf (Zementwerk)
Wipper
132,9 Gernrode-Niederorschel
135,6 Hausen (Eichsfeld) 314 m
von Gotha
139,4 Leinefelde 340 m
ehem. nach Wulften
143,3 Beuren 323 m
146,3 Wingerode 305 m
148,6 Bodenrode 295 m
ehem. von Schwebda
Leine (3 x)
155,1 Heilbad Heiligenstadt 248 m
159,7 Uder (Hp)
Leine
167,0 Arenshausen 210 m
ehem. Strecke nach Friedland (Han) bis 1884
B 80
Landesgrenze Thüringen / Niedersachsen
169,1 Eichenberg Ostkopf (Abzw)
Eichenberger Kurve nach Göttingen
169,2 Landesgrenze Niedersachsen / Hessen
Strecke von Göttingen
170,5 Eichenberg [3] 231 m
Strecke nach Bebra
172,5 Eichenberg Eschenwiese (Üst)
B 80
ehem. Gelstertalbahn nach Velmeden
B 27, B 80
175,7 Witzenhausen Nord 184 m
181,4 Witzenhausen-Gertenbach 147 m
Landesgrenze Hessen / Niedersachsen
185,0 Hedemünden 142 m
188,0 Werra
Laubach
189,0 Werratalbrücke, A 7
189,1 Werratalbrücke, SFS Göttingen–Kassel
ehem. Hannöversche Südbahn von Göttingen
193,5 Hann. Münden 140 m
Hannöversche Südbahn nach Kassel

Die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden (zusammen mit einem Teil der Hannöverschen Südbahn auch Halle-Kasseler Bahn genannt) ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Niedersachsen. Sie verläuft von Halle (Saale) über Sangerhausen, Nordhausen, Leinefelde nach Eichenberg und weiter über Hann. Münden auf der Hannöverschen Südbahn nach Kassel.

Verlauf

Die Bahnlinie steigt von Halle kommend über Lutherstadt Eisleben in das Mansfelder Land hinauf. Bei Blankenheim liegt der einzige Tunnel der Strecke. Von dort aus senkt sich der Verkehrsweg wieder, bis er bei Sangerhausen die Goldene Aue erreicht, eine Ebene zwischen Harz und Kyffhäuser. An deren Westende erreicht die Bahnstrecke das thüringische Nordhausen. Von hier aus steigt sie wieder an, berührt Bleicherode und durchquert über Leinefelde und Heilbad Heiligenstadt das Eichsfeld. Sie wechselt bei Eichenberg vom Tal der Leine in das der Werra und folgt ihr bis Hann. Münden in Niedersachsen.

Bis zur Elektrifizierung wurden Güterzüge auf den Anstiegen auf beiden Seiten des Blankenheimer Tunnels (Blankenheimer Rampe oder Riestedter Rampe) nachgeschoben. Dazu waren im Bahnbetriebswerk Röblingen am See 120 Jahre lang Lokomotiven stationiert.

Geschichte

Planung und Eröffnung

Bereits bei der Planung der Thüringer Bahn war 1838 eine Variante über Nordhausen diskutiert worden, die sich nicht gegen die Trasse über Erfurt durchsetzen konnte. Trotz erheblichen Druckes aus der Region schlossen der Staat Preußen und die Magdeburg-Köthen-Halle-Leipziger Eisenbahn-Gesellschaft erst 1862 einen Vertrag, der eine Strecke von Halle nach Heiligenstadt vorsah.

Zwar war Kassel Ziel, der weitere Verlauf blieb aber noch umstritten, zumal die günstige Trasse durch Werra- und Fuldatal über das Königreich Hannover führte. Preußen war an einer Direktverbindung nach Kassel interessiert, die unabhängig von der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft war.

Im Januar 1863 wurde formal die Konzession erteilt, kurz darauf begannen die Bauarbeiten. Am 1. September 1865 wurde der Verkehr von Halle über Eisleben bis Sangerhausen aufgenommen, am 10. Juli 1866 bis Nordhausen und am 9. Juli 1867 über Leinefelde und Heiligenstadt bis Arenshausen. Nach der Annexion des Königreichs Hannover infolge des Krieges von 1866 versuchte Preußen der Bahngesellschaft einen Verlauf über Großalmerode, Helsa und Kaufungen vorzuschreiben, um den Kaufunger Wald mit seinen Glashütten und Bergwerken zu erschließen. Das hätte eine aufwendige und steigungsreiche Trasse erfordert.

Die Bahngesellschaft sträubte sich und baute zuerst nur den ohnehin vorgesehenen Anschluss über Friedland (Han) nach Göttingen (1. August 1867 eröffnet), von wo aus über die Hannöversche Südbahn bereits eine – zwar etwas längere als die vorgesehene – Verbindung nach Kassel bestand. Die übrigen Arbeiten wurden verzögert.

1869 hatte sich die Bahngesellschaft durchgesetzt, Arenshausen wurde über Eichenberg, Witzenhausen-Nord (oberhalb der Stadt und auf der anderen Werraseite) und Hedemünden mit Hann. Münden verbunden. Von dort bis Kassel wurde die bestehende Hannöversche Südbahn zweigleisig ausgebaut. Am 13. März 1872 waren die Arbeiten beendet.

Entwicklung bis 1945

Der Verkehr entwickelte sich schnell. Schon nach wenigen Jahren wurden mehrere Anschlussstrecken in Betrieb genommen, so 1869 die Südharzstrecke Nordhausen–Northeim und Wolkramshausen–Erfurt (Nordhausen-Erfurter Eisenbahn) und 1870 die Bahnstrecke Gotha–Leinefelde. Ab 1876 wurde in Eichenberg die Bahnstrecke Göttingen–Bebra, Teil der späteren Nord-Süd-Strecke, von Friedland nach EschwegeBebra gequert.

Am 1. Juni 1876 wurde die Strecke verstaatlicht, auch um sie in das Projekt der Kanonenbahn einzubinden.[4] Diese strategische Bahn benutzte die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden zwischen Blankenheim bei Sangerhausen und Leinefelde. Dazu wurde 1879 die Berlin-Blankenheimer Eisenbahn aus (Berlin/Magdeburg–Güsten–) Hettstedt östlich des Blankenheimer Tunnels angeschlossen. Ebenfalls noch 1879 wurde diese mit einer Verbindung Sangerhausen–Erfurt ergänzt. Ab Leinefelde wurde die Strecke Richtung Gotha für die Kanonenbahn benutzt. Der Ausbau der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden war nicht nur militärisch motiviert, sondern auch ein Druckmittel für die Verstaatlichung der Thüringer Bahn (1882/86).

Bereits 1884 wurde die Verbindung Arenshausen–Friedland wieder aufgegeben. Die Trasse dieser Bahnlinie ist heute noch als verbuschter Damm erkennbar.

Zusammen mit Südharzstrecke, Sollingbahn und der Bahnstrecke Ottbergen–Altenbeken stieg die Strecke Nordhausen–Halle zu einer der wichtigsten Ost-West-Güterstrecken auf; ein etwas geringerer Verkehr lief von Magdeburg und Halle über Nordhausen und Kassel nach Frankfurt. Im Personenzugverkehr fuhren beispielsweise auf dem Abschnitt Leinefelde–Eichenberg im Sommer 1939 werktags vier Schnellzugpaare, fünf Eilzugpaare und zehn Personzugpaare.[5]

Nordwestlich von Nordhausen nahe der Südharzstrecke wurde 1943 das Konzentrationslager Dora-Mittelbau eingerichtet, zu dem ausgedehnte unterirdische Waffenfabriken gehörten. Um den Durchgangsverkehr aus diesem Bereich herauszuhalten, wurde begonnen, eine Verbindung der Südharzstrecke bei Osterhagen mit der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden zwischen Nordhausen und Werther zu bauen. Der Bau dieser „Helmetalbahn“ kostete mehreren hundert Zwangsarbeitern das Leben. Fertiggestellt wurde sie nicht mehr, ihr Verlauf wurde ab 1945 von der innerdeutschen Grenze gequert. Dämme und Brückenreste sind noch heute zu sehen.[6]

In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs war die Strecke mit Rüstungs- und Militärtransporten, aber auch mit Häftlingszügen überlastet. Reparaturen fanden kaum noch statt. Der Hauptbahnhof in Halle wurde am 31. März 1945 schwer beschädigt. Deutsche Truppen sprengten Anfang April auf dem Rückzug die Werrabrücke. Am 7. April wurde im Bahnhof Sangerhausen ein Munitionszug getroffen, der daraufhin explodierte. Zehn Tage später war der gesamte Bereich der Strecke amerikanisch besetzt.

Schon im Mai 1945 wurde der Verkehr abschnittsweise wiederaufgenommen.

Trennung 1945

Nach der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen wurde die Bahn zwischen Arenshausen und Eichenberg unterbrochen. Der letzte Zug über die spätere Innerdeutsche Grenze fuhr am 24. Juli 1945, als die US-Truppen Thüringen an die Sowjetarmee übergaben. Bei den folgenden durch die Sowjetarmee überwachten Demontagen kam es am 16. April 1946 bei Eisleben durch den Eingriff von sowjetischen Soldaten in den Eisenbahnbetrieb zu einem schweren Eisenbahnunfall. 24 Menschen starben und zahlreiche weitere wurden verletzt.

In den Folgejahren wurden Vertriebene, entlassene Kriegsgefangene und andere „Displaced Persons“ mit der Bahn nach Arenshausen gefahren, von dort mussten sie zu Fuß nach Friedland in das dortige Grenzdurchgangslager. Bis 1952 gab es Bemühungen, die Strecke wiederzueröffnen. Stattdessen wurde die Grenze immer undurchlässiger. Ab 1952 lag der Bahnhof Arenshausen in der „Sperrzone“, die Züge fuhren bis Arenshausen, durften aber nur mit Sondergenehmigung benutzt werden. Die Gleise über die Grenze von Arenshausen bis Eichenberg wurden abgebaut.

Wiederaufbau und weiterer Ausbau in der DDR

Bis 1947 wurde das zweite Gleis weitgehend demontiert, von Halle nach Sangerhausen aber schon bis 1954 wiederaufgebaut. 1965 wurde die Strecke bei Berga-Kelbra verlegt, um die Helme aufstauen zu können (Talsperre Kelbra).

Der Bahnhof Sangerhausen wurde nach dem Krieg 1964 im Stil der Moderne wiederaufgebaut.

Der Abbau von Kali und die neugegründete Zementindustrie bei Deuna führten bis 1979 zum zweigleisigen Ausbau bis Sollstedt, der Güterverkehr nahm immer weiter zu. 1986 wurde die Elektrifizierung von Halle bis Leinefelde beschlossen, die im Januar 1989 begann und 1993 abgeschlossen wurde.

Wiederaufbau und weiterer Ausbau in der Bundesrepublik

Die Brücke über die Werra bei Hedemünden und die der Hannöverschen Südbahn über die Fulda bei Ihringshausen waren zerstört, konnten aber bereits im August 1945 wieder eingleisig befahren werden; ab 1949 waren die Strecken wieder durchgehend zweigleisig. Außerdem ist seit dem 25. September 1964 der westliche Teil der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden elektrifiziert. Dabei wurde der Bahnhof Eichenberg umgebaut und die „Hallesche Ausfahrt“ abgehängt.

Bis zur Eröffnung der über Kassel führenden Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg war der Westteil der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden Teil der Zubringerstrecke zwischen Kassel und Göttingen zum auf der Bahnstrecke Göttingen–Bebra stattfindenden Intercity-Verkehr.

Göttingen war Umsteigebahnhof, während die Intercity-Züge den direkten Weg von Bebra nach Göttingen ohne Halt in Eichenberg nahmen und Kassel umfuhren.

Im Zusammenhang mit der Schnellfahrstrecke gab es Planungen, die Streckenteile zwischen Eichenberg und Kassel auf eine eingleisige Regionalstrecke zu reduzieren.

Beim Bau der Schnellfahrstrecke wurde die Hannöversche Südbahn im Bereich Fuldatal-Ihringshausen und Vellmar verlegt, wobei kein Bahnhof mehr vorgesehen war. Die Gemeinde Fuldatal erreichte aber in einem jahrelangen Rechtsstreit mit der Bundesbahn die Wiederherstellung eines Bahnhofs.

Die Hannöversche Südbahn wurde zwischen Göttingen und Hann. Münden über Dransfeld in zwei Schritten zwischen 1980 und 1995 stillgelegt und schließlich abgebaut. So wie ihr südliches Ende Hann. Münden–Kassel der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden zur Ergänzung als Halle-Kasseler Bahn zugezählt wird, benutzt die Hannöversche Südbahn seitdem mit Eichenberg–Hann. Münden einen Teil der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden.

Verkehrsprojekt Deutsche Einheit

Ende November 1989 wurde die Schließung der 3,9 km langen Gleislücke zwischen Arenshausen und Eichenberg diskutiert und am 30. November der Planungsauftrag erteilt. Noch im Januar 1990 wurde eine Grenzübergangsstelle geplant. Wenige Wochen später waren dafür nur noch Container vorgesehen.[7] Bereits im Januar 1990 begannen die Bauarbeiten. Dazu gehörte auch der Ausbau beider Bahnhöfe mit Bahnsteigen für überlange Züge (476 Meter in Eichenberg).[5]

Beim Wiederaufbau des Streckengleises kam es zu der Kuriosität, dass beide Bahngesellschaften das jeweils rechte Gleis zuerst aufbauten und sich an der Grenze verfehlten. Auf der Ostseite folgte das zweite Gleis wenige Wochen später. Am 3. Mai war es durchgängig verlegt, am 26. Mai fuhr der erste Zug von Arenshausen nach Eichenberg.[7] Der reguläre Betrieb wurde am 27. Mai 1990 aufgenommen,[7] bis zum 30. Juni mit Pass- und Zollkontrollen.

In Eichenberg wurde der Bahnsteig der Halleschen Strecke östlich der bestehenden Anlage wieder errichtet. Die wiedereröffnete Verbindung wird eingleisig und höhengleich in die südwestliche Ausfahrt eingebunden. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit der Strecke deutlich begrenzt. Aus Hann. Münden wird die Nord-Süd-Strecke kreuzungsfrei unterfahren, aus Leinefelde nach Hann. Münden wird entweder links gefahren oder das komplette Gleisfeld gequert.

1991 wurden die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit beschlossen. Dazu gehörte, als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 6,[7] der Ausbau von Eichenberg nach Halle.

Das 170 Kilometer lange Projekt (davon 86 km im Land Thüringen) sollte 1994 abgeschlossen werden.[8] Die Strecke wurde bis 1994 für 268 Millionen € zweigleisig (bis auf Eichenberg) ausgebaut und elektrifiziert, zwischen Halle und Abzw. Bernterode West wurde im Rahmen des Projektes lediglich die im Januar 1989 begonnene Elektrifizierung fortgeführt und fertiggestellt.

Parallel dazu wurde für 1,4 Milliarden € die Südharzautobahn neu gebaut, die die Bahnlinie zwischen Bleicherode und Wallhausen fünfmal überquert.

1998 wurde am Nordostende von Eichenberg eine Verbindungskurve eröffnet, die Direktfahrten Halle (oder Erfurt)–Göttingen ermöglicht.

Zum Fahrplanwechsel am 23. Mai 1993 wurde der elektrische Zugbetrieb auf der nunmehr mit 120 statt vormals 50 bis 80 km/h befahrbaren Strecke aufgenommen. Dabei wurde eine Interregio-Linie von Halle über Kassel nach Frankfurt über die Strecke eingeführt. Es wurden täglich 34 Fern-, 30 Nah- und 102 Güterzüge erwartet.[8] Die Interregios über die Gesamtstrecke konnten sich nur zwei Jahre halten, ebenso nahmen die anfangs über Münden geführten Interregios von Hamburg nach Konstanz später den Weg über die Schnellfahrstrecke.

Im Jahr 2003 wurde eine Interconnex-Verbindung von Rostock über Berlin, Halle, Kassel und Köln nach Neuss angeboten, die sich aber nur wenige Monate halten konnte.

Im Rahmen eines Festaktes wurde zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 der Bahnhof Gernrode, der aufgrund von Verwechslungen mit Gernrode im Harz jahrzehntelang den Namen Niederorschel trug, in Bahnhof Gernrode-Niederorschel umbenannt.

Weitere Planungen

In den nächsten Jahren sind keine weiteren Ausbauten zu erwarten, die Strecke wird jedoch schrittweise mit elektronischen Stellwerken ausgestattet. Dabei wurde die Zugbeeinflussung (PZB 90) nachgerüstet. Daneben sind östlich von Leinefelde, insbesondere zwischen Sangerhausen und Angersdorf, erhebliche Sanierungen nötig; derzeit besteht noch eine Langsamfahrstelle im Bereich Halle-Rosengarten von 50 km/h. Im „ÖPNV-Plan“ des Landes Sachsen-Anhalt wird ein Ausbau dieses Abschnittes auf 140 km/h gefordert, davon erhofft sich das Land auch eine Stärkung des Güterverkehrs[9].

Der „weitere Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans sieht im südlichen Teil der Hannöverschen Südbahn eine Verbindungsstrecke von Speele nach Mönchehof an der Bahnstrecke Kassel–Warburg vor, um Güterzügen aus und nach Hann. Münden vom und zum Ruhrgebiet den Fahrtrichtungswechsel in Kassel zu ersparen[10].

Das Projekt ist umstritten, der Verkehrsclub Deutschland und Pro Bahn fordern stattdessen den Ausbau der über Ottbergen führenden, vom Norden der Hannöverschen Südbahn nach Westen abzweigenden (Solling- und Eggebahn). Für den Güterverkehr wird schon jetzt die Eichenberger Kurve teilweise genutzt um ohne Kopfmachen auf der Hannöverschen Südbahn nach Norden, ab Hannover-Linden über die Bahnstrecke Hannover–Altenbeken, ab Hameln auf der Bahnstrecke Elze–Löhne und ab Löhne auf der Bahnstrecke Hamm–Minden ins Ruhrgebiet zu fahren.

Heutiger Betrieb

Personenverkehr

Die gesamte Strecke wurde im Fahrplan 2008 von einem Regional-Express Kassel–Halle im Zwei-Stunden-Takt befahren; alle weiteren Züge benutzen nur Teilstrecken. Teile der Strecken werden von den Regional-Express-Linien Göttingen–Leinefelde–Gotha–Erfurt–Gera–Zwickau/Glauchau, Nordhausen–Erfurt und Magdeburg–Erfurt, die auch im 2-Stunden-Takt verkehren, benutzt. Hinzu kommt die Linie Kassel–Leinefelde–Erfurt die seit 15. Dezember 2013 von DB Regio bedient wird (davor Erfurter Bahn). Auf allen diesen Linien gilt das Wochenendticket für Fernreisende. Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 bis zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 verkehrte am Freitag einmal der Intercity Kyffhäuser von Frankfurt (Main) Hauptbahnhof über Halle (Saale) Hauptbahnhof nach Leipzig Hauptbahnhof und am Sonntag wieder zurück.

Ergänzt werden diese Züge durch Regionalbahnen. In Halle befahren die Züge der Linie S 7 der S-Bahn Mitteldeutschland einen Teil der Strecke, die Saalebrücke wird gemeinsam genutzt. Die Verbindung Halle–Nordhausen wird von einer stündlich fahrenden Regionalbahnlinie bedient, die bis 2015 in Erinnerung an die Bergbautradition der Region „Kupfer-Express“ genannt wurde, bestehend aus Baureihe 143 mit Doppelstockwagen. Die Regionalbahn Nordhausen–Leinefelde verkehrt etwa stündlich, diese Züge fahren alle zwei Stunden weiter bis Heiligenstadt. Von Heiligenstadt bis Eichenberg fahren außerhalb des Berufs- und Schülerverkehrs nur die Regional-Express-Züge, von denen die Linie Erfurt–Kassel hier an allen Stationen hält. Eichenberg–Kassel wird von Triebwagen der Cantus Verkehrsgesellschaft auf der Linie aus Göttingen erschlossen. Diese Linie fährt in Kassel zum Hauptbahnhof, alle anderen nach Wilhelmshöhe.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 wurden einige Fahrten der Erfurter Bahn zwischen Kassel und Eichenberg gestrichen, von denen einige nach heftigen Beschwerden im April wieder eingeführt wurden.

Seit 13. Dezember 2015 wird die Strecke von der Abellio Rail Mitteldeutschland bedient, die sich in einer europaweiten Ausschreibung des Landes Thüringen durchsetzen konnte. Gefahren wird mit Talent-2-Triebwagen der Baureihe 442.

Güterverkehr

Auf der Gesamtstrecke herrscht der Güterverkehr vor. Damit hat sich die Arbeitsteilung wieder eingestellt, die schon vor 1945 auf den Ost-West-Hauptstrecken zwischen Harz und Thüringer Wald geherrscht hat; über Sangerhausen–Nordhausen (Bahnstrecke Halle–Hann. Münden) fährt der Güterverkehr, über Erfurt–Bebra (Bahnstrecke Halle–Bebra) der schnelle Personenverkehr. Einem weiteren Wachstum stehen die nicht kreuzungsfreie Einführung der Strecke in Eichenberg und der zur Weiterfahrt in Richtung Ruhrgebiet notwendige Fahrtrichtungswechsel in Kassel entgegen.

Umleitungsstrecke

Hin und wieder werden bei Betriebsstörungen auf der Bahnstrecke Halle–Bebra die Intercity-Express- und Intercity-Züge über die komplette Bahnstrecke oder Abschnitte umgeleitet. Zuletzt trat dies insbesondere im Zusammenhang mit Baumaßnahmen im Erfurter Hauptbahnhof auf.

Die Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt wurde elektrifiziert, wodurch für die Bahnstrecke Halle–Bebra unter Teilbenutzung der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden eine schnelle Umleitungsstrecke zwischen Halle und Erfurt entstand.

Tarife

Der Abschnitt von Halle (S) bis Teutschenthal gehört zum Mitteldeutschen Verkehrsverbund MDV, der von Eichenberg nach Kassel zum Nordhessischen Verkehrsverbund NVV.

Zwischen den niedersächsischen Orten gelten auch die Fahrscheine des Verkehrsverbund Südniedersachsen, auch auf der Verbindung von Hedemünden nach Göttingen durch Hessen über Eichenberg. Hier gilt auch das Niedersachsenticket, ebenso darf man mit dem Hessenticket von Witzenhausen über das niedersächsische Hann. Münden nach Kassel fahren.

Fahrscheine der Deutschen Bahn gelten auch in den Zügen der Cantus und der Erfurter Bahn.

Bildergalerie

Literatur

  • Paul Lauerwald: Die Halle-Kasseler Eisenbahn. transpress Verlagsgesellschaft Berlin 1993, ISBN 3-344-70788-4.
  • Josef Högemann: Eisenbahnen im Harz – Band 1: Die Staatsbahnstrecken. Verlag Kenning, Nordhorn 1995, ISBN 3-927587-43-5.
  • Paul Lauerwald: Halle-Kasseler Eisenbahn. Herdam Verlag Quedlinburg-Gernrode 2015, ISBN 978-3-933178-35-0

Zu einzelnen Bereichen:

  • Wolfgang Koch, Werner Keller, Paul Lauerwald: Bahnhof Eichenberg – Glanz, Fall und Wiederaufstieg eines Eisenbahn-Knotenpunktes. Verlag Vogt, Hessisch Lichtenau 1990, ISBN 3-9800576-6-6.
  • Rudolf Wegner: Verkehr und Verkehrswege im Raum Hann. Münden – die Entwicklung in den letzten 200 Jahren. Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V., Hannoversch Münden 1992, ISBN 3-925451-21-8.
  • Paul Lauerwald: Vor 20 Jahren: Erster Lückenschluss im deutsch-deutschen Schienennetz nach 45-jähriger Teilung. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift 54, 2010, S. 161–165. ISSN 1611-1648 .
  • Rolf Enke: Rund um den Bahnhof Eisleben. Eigenverlag Lutherstadt Eisleben, 2009.

Weblinks

 Commons: Bahnstrecke Halle–Hann. Münden  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 6343 auf eisenbahn-tunnelportale.de
  3. Gleise in Serviceeinrichtungen (HEBG) (PDF)
  4. No. 14. Provinzial-Correspondenz. Vierzehnter Jahrgang. 5. April 1876, Textinhalt , Scan
  5. 5,0 5,1 Ralf Roman Rosberg: Grenze über deutschen Schienen 1945–1990. EK-Verlag, Freiburg 1990, ISBN 3-88255-829-6, S.129.
  6. Josef Högemann: Eisenbahn Altenbeken – Nordhausen. Verlag Kenning, Nordhorn 1991, ISBN 3-927587-06-0, S. 21.
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit (Hrsg.): Das Projekt Nr. 6. Broschüre, Mai 1994.
  8. 8,0 8,1 Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit mbH (Hrsg.): Information zu den Schienenverkehrsprojekten Deutsche Einheit im Land Thüringen. Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit mbH Stand Juni 1993. Juni 1993.
  9. ÖPNV-Plan des Landes Sachsen-Anhalt 2010–2015 (PDF)
  10. Bundesverkehrswegeplan 2003 (Memento vom 26. August 2006 im Internet Archive), S. 57

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