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Habach


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Habach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-SchongauVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Habach
Höhe: 652 m ü. NHN
Fläche: 12,16 km²
Einwohner: 1151 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82392
Vorwahl: 08847
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 126
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hofmark 1
82392 Habach
Webpräsenz: www.habach.de
Bürgermeister: Michael Strobl jun. (UWG)
}

Habach ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Habach.

Geografie

Lage

Die Gemeinde Habach liegt in der bayerischen Region Oberland im Alpenvorland auf einer Linie zwischen Murnau und Penzberg. Zur Landeshauptstadt München im Nordosten beträgt die Entfernung etwa 50 Kilometer, nach Garmisch-Partenkirchen und zur Zugspitze im Südsüdwesten ungefähr 30 Kilometer.

Nachbargemeinden

Das Gemeindegebiet wird größtenteils durch Felder und Wälder begrenzt. Kurze Grenzstrecken sind durch den Grenzbach im Südosten, einen namenlosen Bach im Südwesten und den Steinbach im Nordwesten gegeben.[2]

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend) sind: Antdorf, Sindelsdorf, Großweil, Riegsee und Obersöchering.

Entfernungen von Ortskern zu Ortskern


Antdorf
3 km

Obersöchering
4,5 km

Sindelsdorf
4 km

Riegsee
5 km

Großweil
6 km

Ortsteile

In Habach gibt es neben dem Dorf Habach folgende sieben amtliche Ortsteile:[3]

Es existiert nur die Gemarkung Habach.

Geschichte

Habach wurde in der Lebensbeschreibung des hl. Ulrich um 983 erstmals erwähnt. Ein St. Ulrich geweihtes Kloster wurde durch Graf Norbert von Hohenwart, Augsburger Domherr und späteren Bischof von Chur, im 11. Jahrhundert wohl als Chorherrenstift gegründet. Am 23. April 1330 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer an Habach wie auch an weitere 16 oberbayerische Klöster und Stifte das Hofmarksrecht. Habach gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Weilheim des Kurfürstentums Bayern. Das Kloster Habach und dessen offene Hofmark wurden 1802 säkularisiert. Habach und Dürnhausen bildeten die Gemeinde Habach. 1978 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform die Verwaltungsgemeinschaft Habach mit den Gemeinden Antdorf, Sindelsdorf und Obersöchering eingerichtet.[4]

Etymologie

Auf die erste Erwähnung Habachs 983 in der Lebensbeschreibung des Hl. Ulrich als Monasterium Hewibahc folgt eine weitere im Jahr 1073 als „Hegibach […] ad fontem ubi Maior Hegibach oritur“ (deutsch „Hegibach bei der Quelle, wo der Größere Hegibach entspringt“). Es folgen Belege Habachs als Heibach (1083), Hegibach (1085), Hegebach (1173–1175), Heibach (1190–1192), Haibach (ca. 1260), Hevbach (1312), Haebach (1335) und schließlich 1399 als Habach.

Das Bestimmungswort des ursprünglichen Gewässernamens lautete wohl *hegi, althochdeutsch für Hecke; also bedeutet Habach Heckenbach.[5]

Einwohnerentwicklung

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2005 2010 2014
Anzahl der Einwohner[6] 428 379 409 510 480 788 640 567 723 934 1052 1196 1150

Politik

Gemeinderat

Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
22,5 %
58,5 %
19 %
DÜL c
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-30
-35
-40
-45
+22,5 %p
-41,5 %p
+19 %p
DÜL c
Anmerkungen:
a CSU/Parteilose
b Unabhängige Wählergemeinschaft Habach-Dürnhausen
c Dürnhausner Liste
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen
Partei/Liste Wahl 2014[7] Wahl 2008[8] Wahl 2002[9]
Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze
CSU/Parteilose 22,5 % (+22,5) 3 (+3)
UWG1 58,5 % (-40,4) 7 (-5) 98,9 % (-0,2) 12 (±0) 100,0 % 12
Dürnhausner Liste 19,0 % (+19,5) 2 (+2)
ohne Wahlvorschlag 1,1 % (+1,1) 0
Gesamt 100 % 12 100 % 12 100 % 12
Wahlbeteiligung 67,8 % (-1,9) 69,7 % (-2,5) 72,2 %

Bürgermeister

Während der Zeit des Chorherrenstifts Habach (1073–1802) hatte der jeweilige Propst quasi die politische Führung inne. Von 1802 bis 1818 lag diese beim Gemeindeobmann, bis 1871 beim Gemeindevorsteher und anschließend schließlich beim Bürgermeister.

Folgende Personen übten die Ämter aus:[10]

Amtszeit Name Partei Beruf Anmerkung
1802–1805 Andrä Karl Bauer Reindlbauer
1805–1814 Nikolaus Neuner Bauer Lenzschuster
1815–1823 Adam Neuner Bauer Lenzschuster
1824–1827 Josef Schwab Bauer Kramer
1828–1833 Kaspar Mayr Bauer Weber
1833–1848 Josef Kirnberger
1848–1851 Josef Schwab Bauer Kramer
1851–1854 Felix Kirchmayer Bauer Maurer
1854–1860 Andreas Reßler Bauer Zukler
1860–1869 Johann Promberger Bauer Wagner
1870–1882 Johann Jakob Schöttl Bauer Kailer
1882–1888 Ignaz Freisl Bauer Jaudenmühler, Ehrenbürger
1888–1894 Ignaz Kölbl Bauer Baur
1894–1900 Emmerich Schwaiger
1900–1919 Franz Promberger Bauer Wagner
1919–1934 Johann Freisl Bauer Bäcker
1934–1945 Peter Führmann
1945–1972 Ulrich Sonner Bauer Greinwald, Ehrenbürger
1972–1990 Josef Plinganser
1990–2000 Albert Metzler CSU/FW
2000–2008 Josef Neuner ohne Wahlvorschlag
seit 2008 Michael Strobl jun. UWG1
1 Unabhängige Wählergemeinschaft Habach-Dürnhausen

Gemeindefinanzen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2011 864.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 192.000 €.[6]

Wappen

Blasonierung: „In Blau ein silberner Regenbogen, darüber ein silbernes Ulrichskreuz, beseitet rechts von einer goldenen Ähre, links von einem senkrechten goldenen Eichenblatt, darunter ein goldenes Mühlrad.“ Das Wappen führt die Gemeinde seit dem 19. Juni 1987.[11]

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 2011 insgesamt 403, am Arbeitsort waren es insgesamt 99. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine Betriebe mit 20 oder mehr Mitarbeitern, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2010 22 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 416 ha. Davon waren 350 ha Wiesen und Weiden.[6]

Verkehr

Habach liegt an der Bundesstraße 472, die ca. 3,5 km östlich des Ortes auf die A 95 trifft. Außerdem zweigt von der Bundesstraße die Staatsstraße 2038 nach Iffeldorf ab. Der Ort ist auch mit den Buslinien 9654 und 9617 des RVO erreichbar.[12]

Dorfladen

Seit Mai 2012 existiert in Habach ein Dorfladen, der die Nahversorgung mit Lebensmitteln und anderen Waren sicherstellt. Rund 200 Familien des Dorfes sind an dem Unternehmen beteiligt.[13][14]

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2011):[6]

  • Kindergärten: 74 Kindergartenplätze mit 66 Kindern

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter von Habach

  • Hans Denck (1495–1527), deutscher Theologe und Täufer

Personen, die in Habach gewirkt haben

Ehrenbürger

Folgenden Personen wurde die Ehrenbürgerwürde verliehen:[15]

Name Lebensdaten Anmerkung
Ignaz Freisl 1867–1952 Mühlenbesitzer, Jaudenmühle, Bürgermeister von 1882 bis 1888
Josef Hammerl 1868–1948 Pfarrer von 1898 bis 1948
Ulrich Sonner 1870–1962 Ökonomierat
Eugen Job 1898–1984 Pfarrer von 1948 bis 1984
Ulrich Sonner 1901–1976 Bürgermeister von 1945 bis 1972

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Habach im BayernAtlas, abgerufen am 13. Mai 2016.
  3. Ortsteile - Gemeinde Habach. In: BayernPortal. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  4. Josef Freisl: Ein kurzer Überblick über die Geschichte Habachs. In: habach.de. 13. Juli 2008, abgerufen am 13. Mai 2016.
  5. Wolf-Armin Frhr. von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Verlag C. H. Beck, München 1991, ISBN 3-406-35330-4, S. 169
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Kommunalstatistik von Habach , abgerufen am 6. November 2010
  7. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 , abgerufen am 13. Mai 2016.
  8. Ergebnis der Wahl der Gemeinderäte in den kreisangehörigen Gemeinden in Bayern 2008 - Antdorf , abgerufen am 15. Mai 2016.
  9. Kommunalwahlen in Bayern 2002 - Antdorf , abgerufen am 13. Mai 2016.
  10. Zur Geschichte der politischen Führung von Habach. In: habach.de. 13. Juli 2008, abgerufen am 13. Mai 2016.
  11. Emma Mages: Wappen/Geschichte/Geografie – Gemeinde Habach. In: hdbg.eu. Haus der bayerischen Geschichte, abgerufen am 15. Mai 2013.
  12. Regionalverkehr Oberbayern - Liniennetzplan Liniennetzplan Landkreis Weilheim-Schongau (PDF-Datei; 683 kB)
  13. Chronologie Habacher Dorfladen . Abgerufen am 28. Mai 2016.
  14. Sarah Kanning: Der weite Weg zur Nahversorgung . In: Süddeutsche Zeitung. 5. Mai 2014, abgerufen am 28. Mai 2016.
  15. Ehrenbürger der Gemeinde Habach. In: habach.de. Abgerufen am 14. Mai 2016.

Weblinks

 Commons: Habach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Weilheim-Schongau | Habach | Gemeinde in Bayern

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