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Hüfingen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 684 m ü. NHN
Fläche: 58,53 km²
Einwohner: 7595 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78183
Vorwahl: 0771
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 027
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 18
78183 Hüfingen
Webpräsenz: www.huefingen.de
Bürgermeister: Anton Knapp (SPD)
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Hüfingen ist eine Stadt im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie

Lage

Die Stadt liegt in 574 bis 917 Metern Höhe auf der Baarhochfläche, am Ostrand des südlichen Schwarzwaldes im Tal der Breg, rund vier Kilometer südlich von Donaueschingen.

Nachbargemeinden

Die Stadt grenzt im Norden an die Große Kreisstadt Donaueschingen, im Osten an die Stadt Geisingen im Landkreis Tuttlingen, im Süden an die Stadt Blumberg und die Gemeinde Wutach im Landkreis Waldshut sowie im Westen an die Städte Löffingen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und Bräunlingen.

Stadtgliederung

Zur Stadt Hüfingen mit den früher selbstständigen Gemeinden Behla, Fürstenberg, Hausen vor Wald, Mundelfingen und Sumpfohren gehören die Stadt Hüfingen und zehn weitere Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser. Zu den ehemaligen Gemeinden Behla, Hausen vor Wald und Sumpfohren gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zur ehemaligen Gemeinde Fürstenberg gehören das Dorf Fürstenberg und der Weiler Schächer. Zur Stadt Hüfingen in den Grenzen vor der Gemeindereform der 1970er Jahre gehören die Stadt Hüfingen und die Höfe Lehrhof, Oberer Schossenhof und Unterer Schossenhof. Zur ehemaligen Gemeinde Mundelfingen gehören das Dorf Mundelfingen und der Wohnplatz Jungviehweide.

Im Stadtteil Behla oder im Stadtteil Hausen vor Wald liegt wahrscheinlich die Wüstung Uaganesheim. Im Stadtteil Hüfingen oder Sumpfohren liegt die Wüstung Riedhausen, im Stadtteil Mundelfingen liegt der Burgstall Hardeck.[2]

Geschichte

Die frühesten archäologischen Funde auf der Gemarkung Hüfingen stammen aus der Bronzezeit. Vermutet wird eine frühe keltische Besiedlung, die von den Römern übernommen wurde. Diese errichteten im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. im Gewann Höhlenstein das Kastell Brigobannis, zu dem auch eine Badeanlage gehörte, die noch heute als „Römerbadmuseum“ zu besichtigen ist. Nach dem Rückzug der römischen Legionen besiedelten die Alamannen das Gebiet des heutigen Hüfingen. Aus dieser Zeit wurden mehrere große Gräberfelder entdeckt.

Der Name Hüfingen findet erstmals 1083 eine urkundliche Erwähnung. Die Besiedlung ging von einer Burg aus, um die sich eine kleine Burgstadt bildete. Außerhalb der Burgmauer entstand das Dorf Hüfingen, das aus einzelnen Gehöften bestand. 1274 tritt das Adelsgeschlecht der Herren von Blumberg als Besitzer Hüfingens urkundlich auf. 1382 oder 1383 ging der Besitz an die Herren von Schellenberg über. Burg, Stadt und Dorf wurden zu einer städtebaulichen Einheit verbunden, welche noch heute die Struktur der Altstadt bildet. In späteren Urkunden ist jedoch immer wieder von den „zwei Städten Hüfingen“ die Rede: Der eigentlichen Burgstadt (heute Hinterstadt genannt) und der in die befestigte Stadtanlage integrierten dörflichen Siedlung (die heutige Vorderstadt mit der Hauptstraße als Zentrum). Damals besaß jeder Stadtteil sein eigenes Schloss. Das Vordere Schloss wurde 1712 abgerissen und neu aufgebaut. In ihm befindet sich heute das Fürstlich Fürstenbergische Altenpflegeheim.

Im Jahre 1480 stifteten Ritter Konrad III. von Schellenberg und sein Bruder Burkhard III. von Schellenberg gemeinsam mit dem Schultheißen, dem Rat der Stadt und den Hüfinger Handwerksleuten die Unserer-lieben-Frauen-Bruderschaft und große Jahrzeit, welche bis ins 18. Jahrhundert hinein sowohl im kirchlichen wie auch im kommunalen Leben von Hüfingen eine große Rolle spielte.[3]

1620 ging Hüfingen an die Grafen von Fürstenberg über, die Hüfingen zur Oberamtsstadt und damit zu einem wichtigen Verwaltungszentrum ihres Territoriums ausbauten.

Hüfingen war 1631/1632 von Hexenverfolgungen betroffen. Acht Frauen und ein Mann gerieten in einen Hexenprozess. Mindestens acht Personen wurden hingerichtet. Das bekannteste Opfer war der Hüfinger Notar und Richter Mathias Tinctorius.[4]

Nachdem 1806 die Fürstenberger ihre staatliche Selbständigkeit verloren, wurde Hüfingen Sitz eines Großherzoglich Badischen Bezirksamtes. Diesen Status behielt die Stadt bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Ab 1935 befand sich in Hüfingen das Reichsarbeitsdienst-Lager der Abteilung 2/263 Heinrich von Fürstenberg, das sich zuvor in Pfohren bzw. Donaueschingen befunden hatte.[5]

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Städte und Gemeinden nach Hüfingen eingemeindet:

  • 1. April 1970: Sumpfohren
  • 1. Dezember 1971: Stadt Fürstenberg
  • 1. Januar 1972: Behla
  • 1. März 1972: Hausen vor Wald
  • 1. Januar 1975: Mundelfingen

Wappen der eingemeindeten Städte und Gemeinden

Religionen

Hüfingen blieb auch nach der Reformation vorwiegend römisch-katholisch geprägt. In der Stadt gibt es heute noch sieben katholische Kirchen. Aber auch die wenigen evangelischen Christen verfügen mit der Friedenskirche über ein eigenes Gotteshaus.

Die Muslime Hüfingens verfügen über zwei Moscheen: Die Mescidi Aksa Camii (Diyanet), und die Tuna Camii/Donau Moschee (Milli Görüş)

Politik

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis:[6]:

Partei / Liste Stimmenanteil + / - Sitze + / -
CDU 47,6 % − 3,5 8 − 3
SPD 28,9 % + 2,6 5 − 1
FW/FDP/UWV 26,1 % − 3,4 4 − 2
Grüne Liste Hüfingen 4,3 % (+ 4,3) 1

+ / −: Differenz zur Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau ein schwebender silberner Turm mit schwarzen Öffnungen.“

Die Stadtfarben sind Blau-Weiß.

Städtepartnerschaften

Hüfingen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Heimattage Baden-Württemberg fanden 2012 im Städtedreieck Donaueschingen/Bräunlingen/Hüfingen statt.

Museen

  • Römerbadmuseum (siehe auch separaten Artikel Kastell Hüfingen)
  • Stadtmuseum für Kunst und Geschichte
  • Schulmuseum

Musik

  • Stadtmusik Hüfingen
  • Hüfinger Vokalkreis – Singing Voices e. V.

Bauwerke

Brauchtum

Hüfingen ist bekannt für seine Blumenteppiche am Fronleichnamstag. Bereits seit 1842 besteht diese Tradition, nachdem der Hüfinger Bildhauer Franz Xaver Reich (1815–1881) den Brauch aus Italien mitgebracht hatte. Die Teppiche werden von den Einwohnern am Fronleichnamstag morgens ab 4 Uhr gelegt und bleiben den ganzen Tag über liegen, um auch auswärtigen Besuchern die Gelegenheit zu geben, diese besonderen Teppiche anzusehen. Insgesamt bedecken die Bildteppiche aus Blüten mit religiösen Motiven eine Fläche von etwa 750 Quadratmetern. Das durchgehend fast 500 Meter lange und 1,80 m breite Band aus Wiesenblumen kann allerdings nur in Jahren mit günstiger Vegetation gelegt werden.

Hüfingen zählt zu den traditionsreichen Orten der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht. Die Narrenzunft ist Gründungsmitglied der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte; die Hauptfigur ist der „Hansel“, ein Weißnarr mit kunstvoll bemaltem Gewand (Narrenhäs). Als „Erznarr“ gilt bei der Hüfinger Fasnet der „Baptistle“, eine Einzelfigur mit Flickengewand und umgehängtem Fenster.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Hüfingen liegt an der Höllentalbahn von Donaueschingen nach Freiburg im Breisgau und ist auf dieser Strecke Halt der im Zwei-Stunden-Takt verkehrenden Interregio-Express-Züge von Neustadt (Schwarzwald) über Donaueschingen nach Ulm. Die Regional-Express-Züge zwischen Neustadt (Schwarzwald) und Rottweil halten hingegen nicht in Hüfingen. In Hüfingen zweigt darüber hinaus die aus Donaueschingen kommende Bregtalbahn nach Bräunlingen ab, die früher sogar bis Furtwangen reichte. 2003 wurde diese Strecke im Zuge des Ringzug-Konzepts reaktiviert. Hüfingen erhielt dadurch einen neuen, näher an der Ortsmitte liegenden Bahn-Haltepunkt, an dem sowohl die Züge von Neustadt nach Ulm, als auch die Ringzüge halten. Seit 2003 verbindet der Ringzug Hüfingen werktäglich stündlich mit Bräunlingen, Donaueschingen und dem Oberzentrum Villingen-Schwenningen. Hüfingen besitzt mit seiner Kombination aus Regional-Express und Ringzug einen guten Anschluss an den Schienenverkehr. Den ÖPNV gewährleistet der Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar.

Durch die Bundesstraßen 27 (BlankenburgLottstetten), 31 (BreisachSigmarszell) und 33 (WillstättRavensburg) ist Hüfingen mit dem überregionalen Straßennetz verbunden.

Bildung

Mit der Lucian-Reich-Schule besteht in Hüfingen eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Ab dem Schuljahr 2013/2014 wurde zunächst in den 5. Klassen die Gemeinschaftsschule eingeführt. Mit jedem folgenden Schuljahr wird die Gemeinschaftsschule eine weitere Klassenstufe umfassen, in gleichem Maße verringert sich die Zahl der Klassenstufen im Werkrealschulmodell. Ab Schuljahr 2018/2019 werden alle Klassen als Gemeinschaftsschule geführt[7]. Außerdem gibt es mit der Schellenbergschule im Ortsteil Hausen vor Wald eine weitere Grundschule. Für die jüngsten Einwohner bestehen 2 Kindertagesstätten und 4 Kindergärten.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Theodor Burger (1827–1911), Ehrenbürger der Stadt Gengenbach, Pfarrer der Stadt Hüfingen[8]
  • Hermann Kast (1888–1967), Leiter der Jugendhilfeeinrichtung Mariahof [9]
  • Karl Bromberger (1873–1965), Unternehmer
  • Gottfried Schafbuch (1898–1984), Hüfingen Ratsschreiber und Heimatdichter
  • Max Gilly (1921–2008), langjähriger Bürgermeister
  • Eva von Lintig (* 1931), langjährige Stadträtin, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes

Söhne und Töchter der Stadt

Personen die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

  • August Vetter: Chronik der Stadt Hüfingen, herausgegeben von der Stadt Hüfingen, 1984
  • Beatrice Scherzer / Hermann Sumser: Hüfingen – Führer durch eine alte Stadt, ISBN 3-9805125-1-7
  • Stadt Hüfingen (Bildband), Dold-Verlag, ISBN 3-927677-37-X
  • Peter Albert: Hüfinger Fasnet, Hrsg. Narrenzunft Hüfingen, 1992
  • Hugo Siefert: Begegnungen mit dem 925-jährigen Hüfingen, in: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar, Band 52 (2009), S. 17–42. (online)
  • Franz Xaver Kraus (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden. Beschreibende Statistik / im Auftrage des Grossherzoglichen Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts und in Verbindung mit Josef Durm, Ernst Wagner, Band 2: Kreis Villingen. Freiburg i. B. 1890, S. 32–38 (online bei der UB Heidelberg)

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 565–568
  3. Thomas H. T. Wieners: Aus Sorge um das Seelenheil. Die Geschichte der Hüfinger „Unserer-lieben-Frauen-Bruderschaft und großen Jahrzeit“, in: Almanach 2007. Jahrbuch des Schwarzwald-Baar-Kreises, Folge 31, S. 141–144.
  4. Kazuo Muta: Hexenverfolgung in der Grafschaft (Fürstentum) Fürstenberg. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5580/
  5. Hüfingen: Die dunklen Seiten der Baar , Badische Zeitung, 10. Januar 2014, abgerufen am 17. Januar 2014
  6. Website der Stadt Hüfingen: Vorläufiges Endergebnis der Gemeinderatswahlen 2014
  7. Stadt Hüfingen - Schulen. Abgerufen am 24. Oktober 2013.
  8. Burger wurde 1901 auch zum Ehrenbürger der Stadt Gengenbach ernannt, wo er seit 1888 als Pfarrer wirkte. Julius Roschach: Die Ehrenbürger unserer Stadt. In: Gengenbacher Blätter 1988, 53.
  9. http://www.huefingen.de/de/Unser-Hüfingen/Ehrenbürger

Weblinks

 Commons: Hüfingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Topographia Sueviae: Hüfingen – Quellen und Volltexte

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