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Hüffenhardt


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 292 m ü. NHN
Fläche: 17,62 km²
Einwohner: 2002 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74928
Vorwahl: 06268
Kfz-Kennzeichen: MOS, BCH
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 042
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Reisengasse 1
74928 Hüffenhardt
Webpräsenz: www.hueffenhardt.de
Bürgermeister: Walter Neff (SPD)
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Hüffenhardt ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg. Die Gemeinde liegt im Südwesten des Neckar-Odenwald-Kreises auf einer Anhöhe nur wenige Kilometer westlich des Neckars zwischen Odenwald und Kraichgau – rund 30 km südöstlich der Stadt Heidelberg.

Geografie

Die Gemeinde besteht aus zwei Ortschaften: Dem Hauptort Hüffenhardt mit 1536 Einwohnern im Süden der Gemarkung und dem Teilort Kälbertshausen mit 533 Einwohnern[2] im Norden. Die Nachbarorte sind im Norden Obrigheim und Hochhausen, im Osten Haßmersheim und Neckarmühlbach. Im Süden grenzen das zum Landkreis Heilbronn gehörige Siegelsbach und der Bad Rappenauer Ortsteil Wollenberg, und im Westen Helmstadt-Bargen, das zum Rhein-Neckar-Kreis gehört, an das Gemeindegebiet.

Das Gemeindegebiet liegt teilweise im Naturpark Neckartal-Odenwald zwischen 219 und 338 Meter Höhe. Ein Teil der Gemarkung wird nicht zum wenige Kilometer im Osten liegenden Neckar entwässert, sondern mit dem Wollenbach nach Westen. Im Wollenbachtal liegt die zu Hüffenhardt zählende Hüttigsmühle.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Hüffenhardt gehört die ehemalige Gemeinde Kälbertshausen. Zur Gemeinde Hüffenhardt in den Grenzen vom 31. Dezember 1974 gehörten das Gehöft Wüsthausen, die Häuser Hüttigsmühle und die Wüstung Hofsteden.[3]

In Kälbertshausen ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem eingerichtet.

Geschichte

Hüffenhardt

Die frühesten Besiedlungsspuren in Hüffenhardt, 1844 im Gewann Langherd entdeckte Grabhügel, datieren auf die Jungsteinzeit (3. Jahrtausend v. Chr.). Auch die Römer hinterließen Spuren. Eine durchgängige Besiedlung bis in heutige Zeit kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Das heutige Hüffenhardt entstand vermutlich erst im 10. Jahrhundert und wurde erstmals anlässlich einer Schenkung von Gütern des Erchenbert von Röttingen im Jahr 1083 an das Kloster Hirsau erwähnt. Das Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach im Schwarzwald besagt, dass ein Gut Hufelinhart um 1150 in den Besitz der Reichenbacher Mönche überging.

Im Hochmittelalter waren die Lehnsherren des unter Oberhoheit des Bistums Worms stehenden Ortes die Herren von Burg Guttenberg, also ab 1417 die Herren von Weinsberg, ab 1449 die Herren von Gemmingen. Die von Gemmingen hatten ab 1497 auch die hohe Gerichtsbarkeit (Blutbann) über den Ort. Darüber hinaus hatten das Ritterstift in Wimpfen, die Guttenberger Eucharius-Kaplanei, Wimpfener Bürger, ein Veit von Helmstatt und andere hier Besitztümer. Um 1525 wurde durch die Herren von Gemmingen die (lutherische) Reformation eingeführt.

Im Flurgebiet Bargen befand sich die abgegangene Burg Hüffenhardt von der 1900 Mauerreste ausgegraben wurden.

Um das Jahr 1600 hatte Hüffenhardt rund 400 Einwohner, doch der nachfolgende Dreißigjährige Krieg dezimierte die Bevölkerung auf sechs Haushalte. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden daher von den von Gemmingen auch Schutzjuden angesiedelt. 1806 kam Hüffenhardt als selbstständige Gemeinde zum neu geschaffenen Großherzogtum Baden. Dort gehörte es zunächst zum Bezirksamt Neckarbischofsheim. Als dieses 1864 aufgelöst wurde, kam Hüffenhardt zum Bezirksamt Mosbach, aus dem 1938 der gleichnamige Landkreis wurde. 1939 wurden 891 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1130.[4] Im Zuge der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 kam Hüffenhardt zum neuen Neckar-Odenwald-Kreis.

Religionen

Die Bevölkerung war von der Reformation bis nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem evangelisch geprägt. Durch die nach dem Krieg zuströmenden katholischen Flüchtlinge erhöhte sich der Anteil der Katholiken auf heute ca. 27 Prozent. In Hüffenhardt und Kälbertshausen besteht eine eigene evangelische Pfarrei. Hüffenhardt und Kälbertshausen sind Filialen der römisch-katholischen Pfarrei Siegelsbach.

Es gab eine kleine jüdische Gemeinde, deren Entstehung möglicherweise sogar ins 17. Jhdt. zurückgeht. Die Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 zerstört [5].

Eingemeindungen

Kälbertshausen wurde am 1. Januar 1975 nach Hüffenhardt eingemeindet.

Politik

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für acht Jahre direkt gewählt. Bei der Wahl 2010 setzte sich Walter Neff mit 60,6 Prozent der abgegebenen Stimmen durch. Er löste am 12. März 2010 Bruno Herberich ab, der seit 1994 amtierte und nicht mehr kandidiert hatte.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 12 Sitze und wird in direkter Wahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Hinzu kommt der Bürgermeister als Gemeinderatsvorsitzender.

Wappen

In gespaltenem Schild vorn in Rot eine gestürzte goldene (gelbe) Pflugschar, hinten in Blau zwei goldene (gelbe) Balken. Die Pflugschar im vorderen, in den badischen Farben tingierten Feld des Wappens ist das Fleckenzeichen Hüffenhardts, das auch auf Grenzsteinen und in den Gemeindesiegeln seit dem 18. Jahrhundert vorkommt. Das linke Feld zeigt das gemmingische Wappen in Anspielung auf die frühere Ortsherrschaft von 1449 bis 1805, die Herren von Gemmingen.

Die Gemeinde Hüffenhardt führte in reichsritterschaftlicher Zeit ein Wappen mit einer Pflugschar, zwei Löwen als Schildhaltern sowie einer Krone. Die Regierung des Großherzogtums Baden hat 1895 Schildhalter und Kronen in Wappen von Landgemeinden beanstandet und auf die Änderung der betroffenen Gemeindewappen gedrängt. Ein Wappenvorschlag von 1904 mit einer einzelnen goldenen Pflugschar auf rotem Grund wurde zunächst vom Gemeinderat abgelehnt. Das heutige Wappen wurde von der Landesarchivdirektion 1960 festgelegt.

Gemeindepartnerschaften

Mit Champvans in Frankreich besteht seit 19. April 1980 eine Partnerschaft und mit Máriakálnok in Ungarn seit 28. Mai 2005.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke und Denkmäler

Die barocke evangelische Kirche stammt in ihrer heutigen Gestalt von 1738, damals wurde das Kirchenschiff neu erbaut. Im Inneren der von einem historischen Tonnengewölbe überspannten Kirche befindet sich auf einer zweigeschossigen hölzernen Empore eine historische Overmann-Orgel. Die Brüstung der Empore ist im ersten Emporengeschoss umlaufend mit in Öl gemalten Bibelszenen verziert. Der Altar ist aus Holz mit Furnier- und Intarsienarbeiten, was im Kraichgau und Kleinem Odenwald eher selten anzutreffen ist. Hinter dem Altar befindet sich eine barock verzierte historische Kanzel. Der Taufstein wurde im späten 18. Jahrhundert gestiftet. In der Kirche befindet sich außerdem ein historisches Helmstatt-Epitaph mit einer nahezu lebensgroßen Sandsteinplastik.

Vor der evangelischen Kirche befinden sich ein Ehrenmal für die Kriegsteilnehmer 1870/71 und ein Kriegerdenkmal von 1927 für die Gefallenen 1914-18 (nach dem Krieg erweitert um die Namen der Toten 1939-45). Das historische evangelische Pfarramt und ein moderner Brunnen runden das Ensemble um die evangelische Kirche ab.

Die katholische Kirche ist ein moderner Zweckbau des 20. Jahrhunderts.

  • Das Rathaus ist ein schmucker Fachwerkbau aus dem Jahr 1559, der in der heutigen Form seit einer Renovierung von 1861 besteht. Vor dem Rathaus befindet sich ein neuzeitlicher Ortsbrunnen mit einer Mädchengestalt. Im gesamten Ortskern von Hüffenhardt sind weitere historische Fachwerkhäuser und weitere Brunnen erhalten.
  • Neben dem klassizistischen Schulhaus der Volksschule von 1895/96 mit seiner Backsteinfassade besteht auch noch das 1848 erbaute evangelische Schulhaus.

  • Am Geburtshaus von Karl Schramm erinnert eine Gedenktafel an den Heimatdichter.
  • Längs der Landstraße nach Siegelsbach befinden sich mehrere historische Wegmarken, darunter neben Wegkreuzen die außergewöhnliche Ruhbank mit Stundenstein und der Husarenstein genannte Sühnestein für einen 1799 getöteten französischen Soldaten.
  • Auf einer Anhöhe am Ortsrand in Richtung Kälbertshausen befindet sich ein weithin sichtbarer Wasserturm.

Kultur

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hüffenhardt der Heimatort des Kunstmalers Edgar John, nach dem hier inzwischen eine Straße benannt ist. Im Ort befindet sich außerdem das Geburtshaus des Heimatdichters Karl Schramm, nach dem ebenfalls eine Straße benannt ist.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Hüffenhardt ist Endpunkt der Krebsbachtalbahn nach Neckarbischofsheim Nord. Der reguläre Personenverkehr wurde zum 1. August 2009 eingestellt. An Sonn- und Feiertagen von Mai bis Oktober findet ein Ausflugsverkehr mit Uerdinger Schienenbussen statt.

Bildungseinrichtungen

In Hüffenhardt gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten für alle Kinder der Gemeinde.

Energie

Östlich von Hüffenhardt betreibt die EnBW AG ein großes Umspannwerk, zu dem auch ein 116 Meter hoher als freistehende Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführter Richtfunkturm gehört.

Persönlichkeiten

mit Hüffenhardt verbunden

  • Edgar John (1913–1996), Pressezeichner, lebte seit 1943 in Hüffenhardt

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. „Hüffenhardt - Zahlen, Daten, Fakten...“ Stand Dezember 2008
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 284–285
  4. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 2: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordbaden
  5. "Ein Parkplatz, wo einst die Synagoge stand...", Heilbronner Stimme, 6.10.2015

Weblinks

 Commons: Hüffenhardt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hüffenhardt (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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