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Hörstel


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Der Journalist gleichen Nachnamens befindet sich unter Christoph Hörstel.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: SteinfurtVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 107,54 km²
Einwohner: 19.995 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48477
Vorwahlen: 05454, 05459, 05978
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 016
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kalixtusstr. 6
48477 Hörstel
Webpräsenz: www.hoerstel.de
Bürgermeister: David Ostholthoff (SPD)
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Hörstel (plattdeutsch Hüörsel) ist eine Kleinstadt am nordwestlichsten Ausläufer des Teutoburger Walds in der westfälischen Region Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt/Deutschland).

Geografie

Lage

Hörstel befindet sich am äußersten, nordwestlichen Ende des Teutoburger Walds, der hier als Huckberg beginnt. Die nächsten größeren Städte sind Rheine im Westen und Ibbenbüren im Osten. Die Stadt wird von einem Abschnitt der Hörsteler Aa durchflossen. Rund zwei Kilometer südlich von Hörstel zweigt am „Nassen Dreieck“ der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal ab.

Nachbargemeinden

Das Stadtgebiet grenzt an insgesamt sechs Städte und Gemeinden. Die Stadt Ibbenbüren und die Gemeinde Hopsten befinden sich im Tecklenburger Land, die Städte Rheine, Emsdetten und die Gemeinde Saerbeck liegen bereits im Münsterland. Im niedersächsischen Emsland grenzen die Gemeinden Spelle und Schapen an.


Spelle
11 km

Schapen
11 km

Hopsten
7 km

Rheine
10 km

Ibbenbüren
9 km

Emsdetten
14 km

Saerbeck
15 km

Stadtgliederung

Zur Stadt Hörstel gehören die Stadtteile

  • Bevergern (Einbringung der Stadtrechte)
  • Hörstel (Namensgeber und Sitz eines Teils der Stadtverwaltung)
  • Dreierwalde
  • Riesenbeck (Sitz der Stadtverwaltung).

Die Ortschaften

gelten nicht als Ortsteile der Stadt, sondern als Bauerschaften von Hörstel.

Geschichte

Der erstmals urkundlich 1234 erwähnte Ort Hörstel war bis zum 19. Jahrhundert ein Kirchspiel der Ortschaft Riesenbeck und teilt dessen Geschichte. So wurde auch Hörstel durch den Erwerb der Osnabrücker Hochvogtei 1236 durch Graf Otto I. von Tecklenburg, Teil der Grafschaft Tecklenburg. Durch den tecklenburgischen Ministerialen Konrad von Brochterbeck entstand im Jahr 1256 das bei Hörstel gelegene Kloster Gravenhorst.

Im Jahr 1400 fällt die damalige Bauerschaft Hörstel an das Hochstift Münster. Dieses war das Resultat andauernder Auseinandersetzungen des Grafen Nikolaus II. von Tecklenburg mit den mächtigen Nachbarn Münster und Osnabrück. 1803 wird Hörstel dem Königreich Preußen angeschlossen und kehrt nach der napoleonischen Herrschaft 1816 mit der Gründung des Kreises Tecklenburg in das Tecklenburger Land zurück.

Mit dem 1. April 1900 endet die politische Abhängigkeit von Riesenbeck und es entstand die neue Gemeinde Hörstel, die sich aber weiterhin Teil des Amts Riesenbeck war.[2] Auslöser für die Verselbständigung der Bauerschaft zur Gemeinde war die wirtschaftliche Entwicklung und die damit aufkommende Bevölkerungszunahme. Wichtigster Faktor hierbei war die Eröffnung der Bahnlinie Osnabrück-Ibbenbüren-Rheine und der Bau des Bahnhofes in Hörstel im Jahr 1856. Am 1. April 1932 wurde ein Teilgebiet (4,20 km2) an die Nachbargemeinde Dreierwalde abgetreten.[2]

Die heutige Stadt Hörstel entstand am 1. Januar 1975 durch den Zusammenschluss der bisherigen Stadt Bevergern mit den Gemeinden Dreierwalde, Hörstel und Riesenbeck.[3] Eine Fläche der ehemaligen Gemeinde Rheine rechts der Ems von 3,00 km2, auf der damals 212 Personen lebten, kam hinzu.[4] Die Stadtrechte brachte der Ortsteil Bevergern ein, die urkundlich am 25. Juli 1366 durch Nikolaus Graf zu Tecklenburg und seinen Sohn Otto verliehen wurden.[5]

Politik

Stadtrat

Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014:

Partei / Liste Sitze
CDU 18
SPD 9
Grüne 3
UWG 3
Fraktionslos 1

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt ist David Ostholthoff (SPD), der im September 2015 zum Nachfolger von Heinz Hüppe (CDU) gewählt wurde. Hüppe hatte das Amt seit 2000 inne.

Wappen

Waagerecht geteilter Schild, oben gespalten. Vorn im roten Feld ein goldenes (gelbes) Eichenblatt aus dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Dreierwalde. Im goldenen (gelben) hinteren Feld eine rote Schaufel aus dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Riesenbeck. Im goldenen (gelben) Schildfuß sich ein rechtsgerichteter schwarzer Biberkopf mit roter Zunge aus dem Wappen der ehemaligen Stadt Bevergern. Das Gold (Gelb) steht für die ehemalige Gemeinde Hörstel.

Wappen vor 1975 der Hörsteler Ortsteile:

Städtepartnerschaften

Hörstel pflegt Städtepartnerschaften mit[6]

  • Mit der sächsischen Stadt Lunzenau verbindet Hörstel eine Städtefreundschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Das Wasserschloss Surenburg im Ortsteil Riesenbeck und dessen Geschichte reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Nach der Eroberung des Amtes Bevergern durch das Hochstift Münster von der Grafschaft Tecklenburg, wurde es vermutlich durch den Bischof von Münster im Jahr 1400 errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte erst 1474 als Wohnsitz der Herren von Langen und wurde in seiner heutigen Gestalt ab dem 18. Jahrhundert umgebaut. Die Surenburg ist das bekannteste Wasserschloss im Tecklenburger Land.[7]

Das Kloster Gravenhorst wurde durch den tecklenburgischen Ministerialen Konrad von Brochterbeck im Jahr 1256 gegründet. In den folgenden 50 Jahren nach Gründung konnte Gravenhorst überwiegend Güter der Tecklenburger Grafen und ihrer Ministerialen erwerben. Bei den Besitzverhältnissen ist auffällig, dass viele der Vorbesitzer zum engeren Gefolge der Grafen gehörten. Der klösterliche Besitzschwerpunkt lag dabei im südwestlichen Tecklenburger Land. 2004 wurde das ehemalige Kloster vollkommen renoviert und wird heute als Kunsthaus genutzt. Gravenhorst ist neben Leeden und Schale eines von drei Zisterzienserinnenkloster, das im 13. Jahrhundert im Tecklenburger Land entstand.[8]

Kriegsgräberstätten

Auf folgenden Friedhöfen befinden sich Kriegsgräber:

  • Riesenbeck-Birgte / Ehrenfriedhof Brumleytal (42)
  • Hörstel / Alter Katholischer Friedhof (1)
  • Bevergern / Katholischer Friedhof (3)
  • Dreierwalde / Katholischer Friedhof (69)
  • Hörstel-Gravenhorst / Katholischer Friedhof (6)
  • Riesenbeck / Katholischer Friedhof (23)
  • Hörstel-Harkenberg / Evangelischer Friedhof (9)

Erholungsgebiete und Wanderwege

Der Hermannsweg, ein Wanderweg durch den Teutoburger Wald auf den Spuren von Arminius, führt durch Bevergern und Riesenbeck. In der Umgebung von Hörstel gibt es zahlreiche Waldwanderwege. In der Nähe liegt der Torfmoorsee als Naherholungsgebiet.

Rad- und Wanderwege

Sport

Das Gelände rund um die Surenburg gilt als Mekka der deutschen Gespannfahrer, hier werden nationale und internationale Meisterschaften abgehalten.

Am Torfmoorsee haben sich einige Wassersportvereine angesiedelt. Die Seglergemeinschaft Hörstel 1978 e. V. nutzt diesen See zum Segeln und Windsurfen. Der Angelsportverein Bevergern 1968 e. V. hat sich dort angesiedelt. Die DLRG unterhält dort eine eigene Station.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schienenverkehr

Der Bahnhof Hörstel liegt an der Bahnstrecke Löhne–Rheine. Im Schienenpersonennahverkehr verkehren hier

Für den Güterverkehr stehen am nördlichen Rand des Stadtgebietes die Bahnhöfe Hörstel-Ostenwalde und Uthuisen an der Tecklenburger Nordbahn zur Verfügung.

Busverkehr

Im Straßenpersonennahverkehr verbindet montags bis samstags im Stundentakt der Taxibus der Linie T60 die Stadtteile Hörstel, Riesenbeck und Bevergern miteinander. Die Regionalbuslinie 190 verbindet den Stadtteil Dreierwalde mit Hopsten und Rheine, wo sich der nächste Fernverkehrsbahnhof befindet. Die Buslinien R93 und R63 verbinden den Stadtteil Bevergern im Stundentakt mit Rheine und Ibbenbüren.

Im öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsgemeinschaft Münsterland und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif. In den Regionalzügen gilt auch das Niedersachsen-Ticket (RB 61 bis Kirchlengern).

Straßenverkehr

Hörstel liegt an der Bundesautobahn 30; nahe dem Stadtzentrum liegt die Anschlussstelle Hörstel.

Flugverkehr

Hörstel besitzt einen ehemaligen Militärflugplatz in Dreierwalde, der derzeit von der Firma Krone als Abstellplatz für LKWs benutzt wird. Der nächste zivile Flugplatz (Verkehrslandeplatz) liegt in Rheine. Für internationale Flüge liegt der Flughafen Münster-Osnabrück in 20 Kilometern Entfernung sehr günstig.

Schiffsverkehr

Hörstel liegt direkt am Mittellandkanal (MLK) sowie am Dortmund-Ems-Kanal (DEK).

Beide Kanäle treffen am sogenannten „Nassen Dreieck“, in Riesenbeck-Bergeshövede aufeinander. Das „Nasse Dreieck“ bezeichnet das Wasserstraßendreieck, bei dem der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt und den Teutoburger Wald quert. Das Nasse Dreieck ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Binnenschifffahrt.

Medien

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Ludger Beerbaum (* 26. August 1963 in Detmold), Springreiter und Olympiagewinner, wohnt und trainiert in Riesenbeck
  • Marco Kutscher (* 2. Mai 1975 in Norden), Springreiter und Olympiagewinner, wohnt und trainiert in Riesenbeck
  • Peter Niemeyer (* 22. November 1983 in Mettingen), Fußballspieler, wuchs in Riesenbeck auf und begann seine sportliche Karriere beim SV Teuto Riesenbeck

Filmdokumentationen

  • Detlef Muckel, Regisseur aus Rheine-Mesum, drehte den Film: Leben und Sterben 45. Ein Dokumentarspielfilm, der sich mit den Kämpfen im Brumleytal zu Ende des Zweiten Weltkrieges beschäftigt.

Literatur

  • Franz-Josef Wissing (red.) et al.: Hörstel – gestern und heute – oder wie aus einer Bauerschaft eine Stadt wurde. Das Heimatbuch der Ortschaft Hörstel bis zur Stadtwerdung. Herausgegeben vom Heimatverein Hörstel. F.-J. Wissing, Hörstel 1987.
  • Autorenkollektiv: 25 Jahre Stadt Hörstel. 1975–2000. Stadt Hörstel / A. Schöwe, Hörstel und Riesenbeck 2000, ISBN 3-89714-777-7.
  • Autorenkollektiv: Riesenbeck. Aus Vergangenheit und Gegenwart eines münsterländischen Dorfes. Herausgegeben im Rheinheldis-Gedenkjahr 1962 vom Heimatverein Riesenbeck. Riesenbeck 1962.
  • Autorenkollektiv: Bevergern. Geschichte und Geschichten um eine alte Stadt. Stadtverwaltung Bevergern, Bevergern 1966.
  • Autorenkollektiv: Dreierwalde wie es war und wurde. Herausgegeben von der Gemeinde Dreierwalde in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Dreierwalde, Dreierwalde 1971.
  • Reinhard Niehoff, Klaus H. Peters, Georg Pistorius: Hörstel. Fotografische Impressionen. Bevergern, Dreierwalde, Hörstel, Riesenbeck. Lammert, Hörstel-Riesenbeck 1992.
  • Ottilie Baranowski, Walter Kinast: Päörtkes, Püttkes, Pädtkes: Tore, Brunnen, Wege. Bevergern. Herausgegeben vom Heimatverein Bevergern. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1989, ISBN 3-921290-39-2.
  • Hein Schlüter: Pättkerii düör Hüössel. Gesammelte Texte aus der Ibbenbürener Volkszeitung über das Leben im Dorf Hörstel in der Zeit von 1931 bis 1991. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1995, ISBN 3-921290-82-1.

Weblinks

 Commons: Hörstel  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. 2,0 2,1 Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 247.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 318.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 90.
  5. Norbert Voß: Der Kreis Tecklenburg - Amt Riesenbeck. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart und Aalen 1973, ISBN 3-8062-0108-0.
  6. Informationen der Stadtverwaltung zu den Städtepartnerschaften; abgerufen am 21. Februar 2013
  7. [1] Hörstel - Das Schloss Surenburg in Riesenbeck, abgerufen am 9. November 2013
  8. Uni-Münster - Das Kloster Gravenhorst (Memento vom 9. November 2013 im Internet Archive) (PDF; 86 kB)

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hörstel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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