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Hörbuchverlag


Der Begriff Hörbuchverlag beschreibt ein Unternehmen, welches seine Kernkompetenz in der Veröffentlichung von Hörbüchern und Hörspielen sieht.

Geschichte

Die ersten Hörbilder entstanden bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts und mit der zunehmenden Industrialisierung konnte sich Mitte der 1920er Jahre in Deutschland ein Markt für Tonaufnahmen herausbilden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Deutsche Grammophon das erste Unternehmen, das in Kooperation mit dem Theater Hörbücher produzierte. Eine Zusammenarbeit mit den Rundfunkanstalten, die den Hörbuchproduktionen einen großen Fundus an Archivaufnahmen bereitstellen konnten, fand erst ab 1972 statt. Die Deutsche Grammophon brachte mit dem Luchterhand Verlag und der ARD eine avantgardistische Hörbuch-Reihe heraus, die jedoch bald auf Grund des finanziellen Misserfolgs eingestellt werden musste. In den folgenden Jahren sollten andere Produktionen dasselbe Schicksal erleiden. Cotta's Hörbühne, die gemeinsam mit dem SWF entwickelt wurde, scheiterte und auch die Reihe Literatur für KopfHörer des Rowohlt Verlags konnte sich beim Konsumenten nicht durchsetzen.

Dennoch bildete die gemeinsame Arbeit der Deutschen Grammophon, des Luchterhand Verlags und der ARD die Grundlage für zukünftige fruchtbare Kooperationen von Plattenfirmen, Buchverlagen und Rundfunkanstalten. Nach diversen Fehlstarts auf diesem Marktsegment konnte der Goldmann Verlag in Zusammenarbeit mit dem WDR 1990 Krimihörspiele veröffentlichen, die erstmals eine Auflage von 30.000 Exemplaren erreichten. Nachdem Hörbücher lange Zeit eine Domäne des Schallplattenhandels waren und sich hauptsächlich auf die Zielgruppe Kinder und Jugendliche beschränkten, kam es in den folgenden Jahren zu einem Gründungsboom von Buchverlagen, die sich nun auf Hörkassetten und -CDs spezialisierten. 1993 schlossen sich 8 namhafte Literaturverlage zusammen (darunter Hanser, Suhrkamp, Kiepenheuer & Witsch, Klett-Cotta, S. Fischer, Rowohlt, der österreichische Bundesverlag, Schott Musik International und der Verlag der Autoren) und gründeten den Hörverlag in München als gemeinsame Tochterfirma.[1] Mit einem Jahresumsatz von 16. Mio. Euro hält das Unternehmen die Marktführung auf diesem Gebiet (2005) und ist stets um einen sehr hohen Qualitätsstandard seiner Werke bemüht. Immer mehr Verlage versuchen seitdem Hörbucheditionen in ihr Programm aufzunehmen, sich an anderen Hörbuchverlagen zu beteiligen oder eigene Imprint-Verlage zu gründen. 2005 gab es rund 500 Verlage in Deutschland, die sich ausschließlich auf den Vertrieb von Hörbüchern spezialisierten oder dieses Medium mit in ihr Verlagsprogramm aufnahmen.[2]

Entstehung und Verbreitung eines Hörspiels

Beschaffungsmanagement

Im Bereich der Beschaffung werden die Inhalte bzw. das Programm festgelegt. Es geht um die Bewertung von Manuskripten und Verhandlungen mit Autoren und Sprechern.

Produktionsmanagement

Nach dem Lektorat der Aufsprache (des zu lesenden Textes) wird das Hörbuch bzw. Hörspiel im Tonstudio aufgenommen. Der Prozess der tontechnischen Produktion gehört nicht grundsätzlich zu den Aufgaben eines Hörbuchverlags. Ein Verlag kann aber den Betrieb eines Tonstudios dennoch innehaben und so sein Aufgabenfeld ausweiten. Die Herstellung umfasst jedoch zumindest die kaufmännische Koordination der Produktion und die Verantwortung über die Gestaltung des Layouts.

Absatzmanagement

Im Absatzmanagement werden die Beziehungen zu den Händlern organisiert. Der Hauptvertriebsweg für die Verlage ist der klassische Buchhandel. Rund 60 Prozent der Verlage bieten ihre Hörbücher hier an. Eine weitere Absatzmöglichkeit bildet der Buch- und Tonträger-Versandhandel inklusive Onlinehandel, den immerhin 51 Prozent der Verlage nutzen.[3] Die Distribution der Ware (ob physisch oder immateriell) wird vorbereitet und die Konditionen werden gestaltet. Eine weitere Hauptaufgabe des Hörbuchverlags ist die planmäßige Umsetzung der Werbemaßnahmen. Dabei richten sich diese Aktionen sowohl an den Handel, als auch an den Endverbraucher.

Marktentwicklung

Durch die Entwicklung des Internets und der stetigen Verbreitung von MP3-Playern wird das Hören von Hörbüchern direkt vom MP3-Player immer beliebter und führte bereits zu Gründungen von Downloadportalen seitens der Verlage. Der Ersatz der Hörbuch CDs durch Hörbuch-Dateien (MP3-Format) nimmt stark zu. Dies liegt mitunter an den Playern, die einen ständig wachsenden Speicherplatz bieten und in verschiedensten Formen existieren; sei es als Einzelgerät, im PC, Handy/Smartphone oder der Stereoanlage integriert aber auch als Bestandteil des Autoradios (Car Entertainment).

Durch die Ausweitung drahtloser Übertragungstechniken in Verbindung mit immer praktischeren MP3-Playern könnte sich die Verbreitung von Hörbüchern weiter beschleunigen. Allerdings müssen diese neuen Technologien in Bezug auf die Vermarktung von Hörbüchern auch kritisch betrachtet werden.

Die Umsätze der fünf größten Hörbuch-Verlage betrugen im Jahr 2009: [4]

  1. Der Hörverlag, 11 Mio Euro
  2. Random House Audio, 13,7 Mio Euro
  3. Hörbuch Hamburg, k.A.
  4. Lübbe Audio, 9,5 Mio Euro
  5. Argon, 4,7 Mio Euro

Literatur

  • Hans Sarkowicz: Hörbuch und Hörfunk. In: Gutenberg Jahrbuch 78/2003, S. 245-250.
  • Ute Hennig: Der Hörbuchmarkt in Deutschland. Münster: MV-Verlag (2002), ISBN 3-936600-16-3.
  • Ursula Rautenberg (Hg.): Reclams Sachlexikon des Buches. Stuttgart: Philipp Reclam jun. (2003), ISBN 3-15-010520-X.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Erhard Schütz u.a. (Hg.): DasBuchMarktBuch. Der Literaturbetrieb in Grundbegriffen. Hamburg: Rowohlt Taschenbuchverlag (2005), ISBN 3-499-55672-3, S. 139f.
  2. Hörbuchmarkt: Vom Nischenprodukt zum Massenmedium
  3. Arbeitskreis Hörbuchverlage: Report zur Branchenumfrage unter Hörbuchverlagen Oktober 2005 (pdf), S.10.
  4. Erhebung im stationären Vollsortiments-Buchhandel; Umsätze Verlagsangaben, gerundete Werte. Quelle: buchreport-Spezial Hörbuch 2010, S. 7

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hörbuchverlag (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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