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Gustav Seitz


Gustav Seitz (* 11. September 1906 in Mannheim-Neckarau; † 26. Oktober 1969 in Hamburg) war ein deutscher Bildhauer und Zeichner.

Leben

Gustav Seitz wurde 1906 im Mannheimer Stadtteil Neckarau als Sohn eines Putzer- und Stuckateurmeisters geboren. Er absolvierte von 1912 bis 1921 eine Volksschulausbildung und ab 1922 eine Putzerlehre auf dem Bau. Dabei kam es zu ersten Berührung mit bildender Kunst durch Besuche der Mannheimer Kunsthalle. Von 1922 bis 1924 erhielt er eine Ausbildung zum Steinmetzen und Steinbildhauer bei dem Bildhauer August Dursy in Ludwigshafen und er nahm Zeichenunterricht in der Gewerbeschule Mannheim bis zur Gesellenprüfung als Bildhauer.

Seitz studierte anschließend von 1924 bis 1925 bei Georg Schreyögg an der Landeskunstschule Karlsruhe. Von 1925 bis 1932 war er bei Ludwig Gies (1887–1966) und Dietrich an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst (heute Universität der Künste Berlin). Ab 1928 war er Meisterschüler von Wilhelm Gerstel und 1933 bis 1938 bei Hugo Lederer (1871–1940) an der Berliner Akademie der Künste. Sein Schaffen war in der Nazi-Zeit behindert. Er war von 1940 bis 1945 Soldat. 1946 bis 1950 war er Professor an der TU Berlin. 1950 bis 1958 war er Mitglied der Akademie der Künste der DDR und Leiter eines Meisterateliers. 1949 erhielt Seitz den Nationalpreis der DDR III. Klasse für das Mahnmal für die Opfer des Faschismus in Berlin-Weißensee. Als er den Nationalpreis der DDR in der Zeit des Kalten Krieges entgegennahm und Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin (Ost) wurde, suspendierte man ihn von der Lehrtätigkeit an der Hochschule für bildende Künste und erteilte ihm mit sofortiger Wirkung Hausverbot. Dasselbe widerfuhr ihm an der Technischen Hochschule. 1950 zog er in den Ostteil Berlins um. Ab 1958 lebte er in Hamburg.

Ab 1950 wurde er Nachfolger von Edwin Scharff (1887–1955) an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Er stellte u. a. auf der documenta II (1959), der documenta III (1964) in Kassel und auf der Biennale di Venezia (1968) in (Venedig/Italien)aus.

Gustav Seitz war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes[1] sowie der Künstlergruppe Der Kreis.

Werk

Das Werk von Seitz ist durch weiblichen Akt, Porträts (u.a. von Bertolt Brecht, Ernst Bloch, Thomas und Heinrich Mann) und Zeichnungen, gelegentlich auch Reliefs, gekennzeichnet. Das Motiv der hockenden Frau hat er häufig variiert. Sein Bemühen lag in der Erstellung von realistischer Plastik, die teilweise Humor mit ausdrückt. Er hat auch selbst Publikationen verfasst.

  • Hockende (1927)
  • Wäscherin (1928)
  • Eva (1947)
  • Schreitende (1949) Bronze, 165 cm
  • Weiblicher Torso (1955) Bronze, 20 cm
  • Käthe Kollwitz (1958), 215 cm
  • Kniende Negerin (1961) Bronze, 54 cm
  • Große Marina (1962) Bronze, 148 × 138 cm
  • Flensburger Venus (1963) Bronze, im Mannheimer Herzogenriedpark
  • Geschlagener Catcher (1963/1966) Bronze, 198 cm
  • Junge ruhende Sappho (1964/1965)
  • Jungfrauenbrünnlein (1969) Bronze 20,5 × 33 × 33 cm

Veröffentlichungen

  • Entstehung einer Plastik. Berlin 1951.
  • Eine Granitplastik entsteht. Berlin 1954.
  • Skulpturen und Zeichnungen. Dresden 1955.
  • Porträtplastik im 20. Jahrhundert. Wiesbaden 1958.
  • Bildhauerzeichnungen. Frankfurt am Main 1970.

Nachlass / Würdigungen

Seitz’ schriftlicher Nachlass liegt im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum.

In Hamburg gibt es eine ihm gewidmete Gustav Seitz Stiftung. In Mannheim-Neuhermsheim ist eine Straße nach ihm benannt, in Hamburg-Steilshoop der Gustav-Seitz-Weg.

Literatur (Auswahl)

  • Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945 – 1990. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Fritz Nemitz: Junge Bildhauer, Rembrandt-Verlag, Berlin 1939.
  • Ursel Grohn: Gustav Seitz. Das plastische Werk. Werkverzeichnis. Hauswedell, Hamburg 1980. ISBN 3-7762-0198-3.
  • Heiner Hachmeister: Gustav Seitz – Catcher und Idole. Münster, Hachmeister, 1990. ISBN 3-88829-080-5.
  • Jens Kräubig: Untersuchungen zur Entwicklung der plastischen Form bei Gustav Seitz. Frankfurt am Main [u.a.], Lang, 1986. ISBN 3-8204-8397-7
  • Claus Pese: Mehr als nur Kunst. Das Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum. Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum. Band 2. Ostfildern-Ruit 1998, S. 108–111.
  • Gustav Seitz Stiftung, Hamburg: Von Liebe und Schmerz. Plastik und Zeichnungen. Dräger + Wullenweber, Lübeck 2006, ISBN 3-9801506-9-0.
  • Joist Grolle: Gustav Seitz. Ein Bildhauer zwischen Ost und West. Herausgegeben von der Gustav Seitz Stiftung, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2010. ISBN 978-3-8319-0401-3.

Einzelnachweise

  1. kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / Seitz, Gustav (abgerufen am 17. Februar 2016)

Weblinks

 Commons: Gustav Seitz  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


Kategorien: Hochschullehrer (HFBK Hamburg) | Bildhauer (DDR) | Zeichner | Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur | Person (Mannheim) | Mitglied der Akademie der Künste (DDR) | Gestorben 1969 | Geboren 1906 | Bildhauer (Deutschland) | Künstler (documenta) | DDR-Bürger | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav Seitz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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