Gustav-Adolf-Kirche (Niederursel) - LinkFang.de





Gustav-Adolf-Kirche (Frankfurt am Main)

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Die evangelische Gustav-Adolf-Kirche befindet sich im Frankfurter Stadtteil Niederursel und ist nach dem schwedischen König Gustav II. Adolf benannt, der durch sein militärisches Eingreifen im Dreißigjährigen Krieg indirekt das Fortbestehen des deutschen Protestantismus sicherte. Entstanden ist die Kirche in den Jahren 1927 bis 1928 nach Plänen der Architekten Martin Elsaesser und Gerhard Planck im Stil der Neuen Sachlichkeit. Sie steht unter Denkmalschutz. In den kommenden Jahren soll die Kirche renoviert werden. Die Kosten von insgesamt fast anderthalb Millionen Euro trägt hauptsächlich der Evangelische Regionalverband Frankfurt mit 930 000 Euro. Ferner unterstützen die Frankfurter Kirchenstiftung, das Landesamt für Denkmalschutz und die Kirchengemeinde selbst die Baumaßnahmen finanziell.[1]

Vorgängerbau Sankt-Georgs-Kirche

Der Vorgängerbau Sankt-Georgs-Kirche stammt aus dem Mittelalter. Sie bestand aus einem langen Kirchenraum und einem dreiseitig umschlossenen Chor. Die Sankt-Georgs-Kirche war Mitte der 1920er Jahre zu klein für die Gemeinde und teils baufällig. Sie wurde daher durch die neue Gustav-Adolf-Kirche ersetzt. Die Denkmalpflege veranlasste kurz vor dem Abbruch ein Aufmaß der Kirche, weshalb der Vorgängerbau gut dokumentiert ist. Erhaltenswerte Bauteile der Vorgängerkirche wurden in das neue Gebäude integriert. Bei Gründungsarbeiten für den Neubau fand man verschüttete Reste frühmittelalterlicher, germanisch-fränkischer Bauernhäuser.

Architektur

Die Gustav-Adolf-Kirche liegt im historischen Ortskern an der Ecke Alt-Niederursel / Kirchgartenstraße auf einem natürlichen Geländeplateau. Der Bau wahrt die Maßstäblichkeit des kleinteiligen Dorfgefüges. Gestaltprägend für die Kirche ist der oktogonale Grundriss, der im Südwesten von einem rechteckigen Turm flankiert wird. Unter dem kupfergedeckten Zeltdach ist ein horizontales Fensterband angeordnet. Es korrespondiert mit den vertikalen Öffnungen im Turm. Mit der Verwendung horizontaler Fensterbänder hebt sich der Entwurf bewusst von den sonst üblichen senkrechten Fenstern ab. Die Architektur ist daher auch ein typisches Beispiel modernen Bauens. Dazu trägt auch bei, dass die gesamte Kirche aus Beton hergestellt wurde und daher ein monolithisches Erscheinungsbild hat. Die Außenwände sind hell verputzt. Der Eingang liegt im Süden. Der Innenraum wirkt zentriert, weil die Spitze des Zeltdachs die Mitte des oktogonalen Raums markiert. Die Entwurfsidee für den Raum bezieht sich auf frühchristliche Kirchen. Durch die Anordnung von Altar und Gestühl ist der Kirchenraum dennoch gerichtet.

Die Taufkapelle ist ein in sich geschlossener Raum, der durch Öffnen seiner drei in den Hauptkirchenraum hineingehenden Fenster bei großen Feierlichkeiten in Verbindung mit der Hauptkirche benutzt werden kann. In die Taufkapelle wurden die wichtigsten Teile aus dem alten Gotteshaus, wie das Kruzifix und die in Holz geschnitzten Schriftbänder von 1613 integriert.

Auf der Altarwand der dem Eingang gegenüberliegenden Achteckseite befindet sich in einer Nische die Kanzel. Hinter der Altarwand befindet sich die Sakristei. Die Altarwand wird mit zwei Sprüchen und bildlichen Darstellungen verziert. Kanzel und Altar sind aus Beton.

Etwa 400 Sitzplätze stehen zur Verfügung. Gegenüber der Altarwand über dem Eingang befindet sich eine Empore mit Orgel. Die Innenwände waren ursprünglich in den Farben Rot, Blau und Weiß gestaltet. Im Untergeschoss befinden sich Gemeinde- und Nebenräume. Auf dem Turm, der sich auf rechteckigem Grundriss rund 30 Meter hoch erhebt, befindet sich das Geläut mit vier Glocken und eine Empore für Posaunenbläser. Auch der Turm ist mit Kupfer gedeckt. Die Baukosten betrugen rund 180.000 Reichsmark.

Die Gustav-Adolf-Kirche überstand den Zweiten Weltkrieg ohne Schaden, allerdings wurden die drei größten Glocken eingeschmolzen, die in den 1950er Jahren wieder ersetzt wurden. Sie ertönen in den Tönen dis', gis', h' und cis'.

Kirchhof

Der Kirchhof wurde bis 1851 als Friedhof genutzt. Beerdigungen erfolgten ursprünglich neben der St. Georgs-Kirche. 1812 wurde ein 39 Quadratruten großer Acker des Katharinenklosters neben der Kirche für 150 Gulden erworben und der Friedhof damit erweitert. In die Mauer der heutigen Gustav-​Adolf-​Kirche sind vier Grabsteine des alten Friedhofs eingemauert.

Ein Kriegerdenkmal erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Literatur

  • Volker Rödel: Die Frankfurter Stadtteilfriedhöfe. (= Beiträge zum Denkmalschutz in Frankfurt am Main, Band 16.) Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-921606-61-2.
  • Manfred Gerner: Niederursel, Mittelursel. Chronikalische Aufzeichnungen zu einem Dorf. 1976, S. 107–112.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. FR-online abgerufen am 2. Feb. 2016

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav-Adolf-Kirche (Frankfurt am Main) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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