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Grotte di Castro


Grotte di Castro
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Viterbo (VT)
:
Höhe: 467 m s.l.m.
Fläche: 39 km²
Einwohner: 2.683 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einw./km²
Postleitzahl: 01025
Vorwahl: 0763
ISTAT-Nummer: 056030
Volksbezeichnung: Grottani
Schutzpatron: Santi Flavio e Faustina
Website: Grotte di Castro

Grotte di Castro ist eine Gemeinde mit 2683 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015 ) in der Provinz Viterbo in der italienischen Region Latium.

Geographie

Grotte di Castro liegt 121 km nordwestlich von Rom, 44 km nordwestlich von Viterbo und 12 km westlich von Bolsena. Es liegt in den Monti Volsini oberhalb des Bolsenasees. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 305 bis 576 m s.l.m., vom Seeufer am Bolsenasee bis auf die Höhe der Caldera, des ehemaligen Vulkansees.

Die Gemeinde ist Mitglied der Comunità Montana Alta Tuscia Laziale.

Zur Gemeinde gehört der Ortsteil Mortaro.

Die Nachbargemeinden sind Acquapendente, Gradoli, Onano und San Lorenzo Nuovo,.

Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).[2]

Verkehr

Das Gemeindegebiet von Grotte di Castro wird von der strada regionale 74 Maremmana (SR74) durchquert, die von Orbetello nach Orvieto führt und in 3 km Entfernung die Via Cassia kreuzt. Der nächste Bahnhof befindet sich in Montefiascone.

Geschichte

Grotte besaß einen Vorgängerort aus etruskischer Zeit, der modern als Civita bezeichnet wird. Im Verlaufe der späten Völkerwanderungszeit entstand wohl während der Einfälle von Arabern und Ungarn um 900 der heutige Ort auf seinem Hügel. In den Machtbereich der Markgrafen der Toskana gekommen, wurde er durch die Schenkung der Mathilde von Tuszien 1115 der päpstlichen Autorität unterstellt. Im Jahre 1537 übertrug Papst Paul III. (1534–1549) seinem Sohne Pier Luigi II. Farnese mit dem neugeschaffenen Herzogtum Castro auch das später so genannte Grotte di Castro. Als Papst Innozenz X. (1644–1655) im Gefolge des zweiten Castro-Krieges 1649 dieses Herrschaftsgebilde aufhob, gelangte Grotte auf Dauer an den Kirchenstaat, bis dieser 1870 in den italienischen Nationalstaat überging.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 3513 3772 4165 4164 4177 3758 3187 2967

Quelle: ISTAT

Politik

Piero Camilli (PdL) wurde im Juni 2009 zum Bürgermeister gewählt. Er löste Alessandro Viviani (2004–2009) ab, der nicht mehr kandidierte. Seine Mitte-rechts-Liste stellt auch mit 8 von 12 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[3] Am 25. Mai 2014 wurde Camilli wiedergewählt.

Wappen

auf blauem Schild unten ein grüner Berg mit einer Grotte (redendes Wappen), darüber drei goldene Lilien aus dem Wappen der Farnese, einst Herzöge von Castro

Sehenswürdigkeiten

  • Die etruskischen Nekropolen La Pianezza und Vigna La Piazza aus dem 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr. im Umfeld des Ortes.
  • Kirche S. Pietro in der Ortsmitte von 1118 (Umgestaltung 1739) mit barockem Hochaltar und Grabmal von Kardinal Carlo Salotti.
  • Kirche Santa Maria del Suffragio von 1625 bis 1672 (Weihe 1698) am östlichen Ortsrand, errichtet nach Plänen von Carlo Rainaldi. Erhebung zur Basilica Minor 1967 durch Papst Paul VI. Reich gestalteter barocker Innenraum mit Hochaltar in Form einer Madonnengloriole von 1713.
  • Kirche S. Maria delle Colonne im Westen außerhalb des Ortszentrums mit Renaissancealtar und darin integrierten Reliefs.
  • Ehemaliger Palazzo Comunale, angeblich entworfen vom Architekten Vignola, heute Sitz des Museo Archeologico e delle Tradizioni Popolari mit etruskischen Fundgegenständen aus den Nekropolen.

Kulinarische Spezialitäten

Grotte ist bekannt für seine Kartoffeln der Sorte Patata dell'Alto Viterbese. Jedes Jahr findet ihr zu Ehren Ende August die Sagra della Patata statt.[4]

Innerhalb der Gemeinde wird der rote Dessertwein Aleatico di Gradoli hergestellt.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Vittorio Boccadamo - Mario Cazzato: Guida di Castro: la città, il territorio, il mare e le grotte, Galatina 1994 ISBN 88-80860-11-9.
  • Francesca Ceci - Alessandra Costantini: Lazio settentrionale. Etruria meridionale e Sabina, Rom 2008 ISBN 978-88-240-1326-0.
  • Mariaflavia Marabottini - Pietro Tamburini: Grotte di Castro: il territorio, il paese, il museo, Bolsena 2007 ISBN 978-88-95066-07-3.
  • Gilda Nicolai: Il santuario di Maria SS.ma del Suffragio in Grotte di Castro, in: I santuari e la devozione mariana nell'Alto Lazio, Rom 2006, S. 90-105.
  • Simona Rafanelli: Vetulonia, Orvieto e Grotte di Castro, circoli di pietra in Etruria, Monteriggioni 2014 ISBN 978-88-98816-05-7.
  • Angelo Ruspantini: Storia di Grotte di Castro, 2. Aufl. Grotte di Castro 1988.

Weblinks

 Commons: Grotte di Castro  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Italienischer Zivilschutz
  3. La Repubblica 8. Juni 2009
  4. Vereinigung Tuscia Viterbese

Kategorien: Provinz Viterbo | Gemeinde im Latium | Ort im Latium

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Grotte di Castro (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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