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Großschweidnitz


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: GörlitzVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Löbau
Höhe: 304 m ü. NHN
Fläche: 7,44 km²
Einwohner: 1345 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 181 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02708
Vorwahl: 03585
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 150
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ernst-Thälmann-Str. 63
02708 Großschweidnitz
Webpräsenz: www.grossschweidnitz.de
Bürgermeister: Jons Anders
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Großschweidnitz (obersorbisch Swóńca) ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie liegt südlich der Stadt Löbau, zu deren Verwaltungsgemeinschaft sie gehört.

Geografie

Der als Waldhufendorf gegründete Ort Großschweidnitz zieht sich in der Talaue des Großschweidnitzer Wassers vom Höllengrund, der Einmündung der Litte bis zur Grenze Kleinschweidnitz hin. Er ist von Grünflächen sowie umfangreichem und z. T. altem Baumbestand durchsetzt. Das sich nach Nordosten anschließende Gebiet von Kleinschweidnitz hat unregelmäßige, ungleiche und blockartige Grundstücke mit verstreut liegenden Häusern. Untypisch für die Oberlausitz gibt es im Ort kaum Umgebindehäuser, aber eine große Dorfschule, sehr viele villenähnliche Bürgerhäuser und ein schönes Eisenbahnviadukt aus der Jahrhundertwende. Anziehungspunkt für Wanderer ist der „Höllengrund“, ein sagenumwobenes Felsental mit Bergbach und einem einsamen „Waldhaus“.

Großschweidnitz besteht aus den zwei Ortsteilen Großschweidnitz und Kleinschweidnitz.

Geschichte

Groß- und Kleinschweidnitz wurden erstmals 1306 urkundlich als zwei getrennte Dörfer erwähnt. Großschweidnitz war ursprünglich ein reines Bauerndorf, in dem im 18. und 19. Jahrhundert das Mühlenhandwerk Einzug hielt. In Groß- und Kleinschweidnitz gab es zwölf Wassermühlen und eine Windmühle, aber kaum den Erwerbszweig der Handweberei. Über drei Jahrhunderte wurde das dörfliche Leben durch zwei Rittergüter geprägt. Das Ortsbild von Großschweidnitz ist vielgestaltig und spiegelt in der Bebauung die Entwicklung des Dorfes wider.

Mit dem Bau der Duncan's Leinenindustrie 1869/70 und Heil- und Pflegeanstalt (heute Sächsisches Krankenhaus) von 1902 bis 1904 kam es verstärkt zum Häuser- und Siedlungsbau und damit auch zum Bevölkerungszuwachs von Groß- und Kleinschweidnitz. Die Heil- und Pflegeanstalt selbst wurde im Pavillonstil auf einem etwa 30 ha großen Areal errichtet. Die aufwendig restaurierten, gelben Klinker- und andere Bauten des Krankenhauses stehen in einer weitestgehend zaunlosen Parklandschaft. Sie sind eines der größten Baudenkmäler östlich von Dresden.

Die im Jahr 1904 fertiggestellte und in den letzten Jahren umfassend restaurierte Kirche prägt maßgeblich das Dorfbild. Die Entstehung des Bleichereibetriebes und der Anstalt veränderte die Bevölkerungsstruktur des Dorfes wesentlich. Immer mehr Industriearbeiter, Krankenhauspersonal und Gewerbetreibende wurden ansässig. 1937 erfolgte der Zusammenschluss der beiden Gemeinden Groß- und Kleinschweidnitz zur Gemeinde Großschweidnitz mit einer zentral gelegenen Gemeindeverwaltung.

Im Sächsischen Krankenhaus Großschweidnitz kam es im Zusammenhang mit der Aktion Brandt, der zweiten Phase der nationalsozialistischen „Euthanasie“ zur Tötung von über 5.000 Kranken (Dissertation Krumpolt), unter denen sich auch 192 Frauen und Männer befanden, die zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt worden waren. Auf dem Friedhof wurde ein Gedenkstein, gestaltet von dem Bildhauer D. Hermann, für Opfer errichtet. Ein Opfer der Euthanasiemorde war Marianne Schönfelder aus Dresden, die Tante des Malers Gerhard Richter.

Ortsnamenformen

Der Ortsname veränderte sich von 1306: Gunzelinus de Swoynitz, 1306: ambae (=lat. beide) Sweynicz, 1374: Große Swoynicz, 1419: Swoynitz magnum, Sweynicz, 1420: Großen Sweydnitcz, 1471: Grosse Swoynicz, 1478: Große Swenitz, 1569: Groß Schweidnicz, 1816: Groß Schwei(d)nitz[2] bis zu Großschweidnitz.

Verwaltungszugehörigkeit

1777: Bautzener Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Löbau, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner[2]
1777 13 besessene Mann,
6 Gärtner, 28 Häusler,
2 Wüstungen
1834 471
1871 660
1890 665
1910 1596
1925 1695
1939 2545
1946 2577
1950 3083
1964 3031
1990 1777
2000 1514
2008 1388
2009 1356
2012 1338
2013 1340

Politik

Bei der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 gingen alle 12 Sitze des Gemeinderates an die Kandidaten der Wählervereinigung Vereine Großschweidnitz (Stimmenanteil 100 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 48,7 Prozent.[3]

Gedenkstätten

Verkehr

Großschweidnitz liegt an der Bahnstrecke Zittau–Löbau; allerdings fahren hier keine Personenzüge.

Literatur

  • Festchronik: 700 Jahre Großschweidnitz. Großschweidnitz 2006.
  • Dick de Mildt (Hrsg.): Staatsverbrechen vor Gericht, Festschrift Christiaan Frederik Rüter zum 65. Geburtstag. University Press, Amsterdam 2003.
  • Jürgen Schreiber: Ein Maler aus Deutschland: Gerhard Richter. Das Drama einer Familie. Pendo-Verlag, München 2005, ISBN 3-86612-058-3
  • Krumpolt, Holm: „Die Auswirkungen der nationalsozialistischen Psychiatriepolitik auf die sächsische Landesheilanstalt Großschweidnitz im Zeitraum 1939–1945“, Dissertation der Universität Leipzig, 1995.
  • Cornelius Gurlitt: Großschweidnitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 176.

Weblinks

 Commons: Großschweidnitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Großschweidnitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Großschweidnitz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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