Große kreisangehörige Stadt - LinkFang.de





Große kreisangehörige Stadt


Große kreisangehörige Stadt ist ein Begriff aus dem Kommunalrecht in den bundesdeutschen Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen. Entsprechende Bezeichnungen in anderen bundesdeutschen Ländern lauten Große selbständige Stadt und Große Kreisstadt. Größere kreisangehörige Städte übernehmen – entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit – zusätzliche Aufgaben, für die bei kleineren Gemeinden der Landkreis zuständig ist. Die bevölkerungsreichste Große kreisangehörige Stadt in der Bundesrepublik Deutschland ist die rheinische Stadt Neuss in Nordrhein-Westfalen mit 155.414 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2015 ).

Brandenburg

Im Land Brandenburg erhalten gem. § 1 Abs. 3 Satz 1 Kommunalverfassung des Landes Brandenburg vom 18. Dezember 2007 kreisangehörige Gemeinden mit mehr als 35.000 Einwohnern den Status durch Rechtsverordnung des Ministers des Innern. Maßgebende Einwohnerzahl ist die letzte vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg veröffentlichte fortgeschriebene Bevölkerungszahl per 30. Juni und 31. Dezember eines jeden Jahres (§ 1 Abs. 3 Satz 2 Kommunalverfassung des Landes Brandenburg). Die Verleihung der Bezeichnung kann unter bestimmten Umständen widerrufen werden.

Mecklenburg-Vorpommern

Große kreisangehörige Städte im Land Mecklenburg-Vorpommern sind die Stadt Neubrandenburg sowie die Hansestädte Greifswald, Stralsund und Wismar.[1] Diese Städte hatten den Status als kreisfreie Stadt im Jahr 2011 durch eine Gebietsreform verloren.

Nordrhein-Westfalen

Im Land Nordrhein-Westfalen besteht eine ähnliche gesetzliche Regelung wie im Bundesland Brandenburg. Gemäß § 4 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen gilt dabei der Schwellenwert von 60.000 Einwohnern; die Landesregierung bestimmt durch Rechtsverordnung als Große kreisangehörige Stadt diejenige Stadt, die diesen Schwellenwert an drei aufeinanderfolgenden Stichtagen (30. Juni, 31. Dezember) überschreitet. Die Streichung dieses Status erfolgt ebenfalls durch Rechtsverordnung, entweder auf Antrag der betreffenden Stadt, wenn die erforderliche Einwohnerzahl an fünf aufeinanderfolgenden Stichtagen um mehr als 10 Prozent unterschritten wird, oder von Amts wegen, wenn die erforderliche Einwohnerzahl an fünf aufeinanderfolgenden Stichtagen um mehr als 20 Prozent unterschritten wird. Gemäß § 1 der Verordnung zur Bestimmung der Großen kreisangehörigen Städte und der Mittleren kreisangehörigen Städte nach § 4 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen sind große kreisangehörige Städte in Nordrhein-Westfalen: Arnsberg, Bergheim, Bergisch Gladbach, Bocholt, Castrop-Rauxel, Detmold, Dinslaken, Dormagen, Dorsten, Düren, Gladbeck, Grevenbroich, Gütersloh, Herford, Herten, Iserlohn, Kerpen, Lippstadt, Lüdenscheid, Lünen, Marl, Minden, Moers, Neuss, Paderborn, Ratingen, Recklinghausen, Rheine, Siegen, Troisdorf, Unna, Velbert, Viersen, Wesel, Witten

Rheinland-Pfalz

Im Land Rheinland-Pfalz können gem. § 6 Abs. 1 der Gemeindeordnung von Rheinland-Pfalz (GemO) kreisangehörige Städte mit mehr als 25.000 Einwohnern durch Gesetz oder auf ihren Antrag durch Rechtsverordnung der Landesregierung zu großen kreisangehörigen Städten erklärt werden.

Schleswig-Holstein

Im Land Schleswig-Holstein ist die Stadt Norderstedt seit 2005 im Rahmen eines Pilotprojektes Große kreisangehörige Stadt. Nach dem Gesetzentwurf zur Änderung der Kommunalverfassung vom 5. Juli 2011 sollen künftig alle Städte ab 50.000 Einwohner diesen Status erhalten können.[2]

Thüringen

Im Freistaat Thüringen können nach § 6 Abs. 4 der Thüringer Gemeinde- und Landkreisordnung (ThürKO) kreisangehörigen Gemeinden auf ihren Antrag erweiterte Aufgaben übertragen werden, wenn sie die gebotene Verwaltungs- und Finanzkraft aufweisen, dadurch eine bessere Wahrnehmung der Aufgaben im Interesse der Einwohner ermöglicht wird und die wirtschaftliche und effektive Wahrnehmung der Aufgaben im gesamten Kreisgebiet gewährleistet bleibt. Die Entscheidung trifft die Landesregierung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Landtags, sie ist verbunden mit der Erklärung zur Großen kreisangehörigen Stadt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. § 7 Abs. 2 der Kommunalverfassung für das Land Mecklenburg-Vorpommern
  2. Pressemitteilung des Innenministeriums Schleswig-Holstein vom 5. Juli 2011

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Große kreisangehörige Stadt (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.