Grevinghof - LinkFang.de





Grevinghof


Der Grevinghof in Westerbönen war ein märkisches Lehen, das 1392/93 im ältesten Lehnbuch der Grafen von der Mark erwähnt wird und damals an Wennemar von Bögge verlehnt war.[1]

Geschichte

Im Kommentar zu dem Lehnbuch[2] wird die Besitzgeschichte des Hofes ab dem 15. Jh. angegeben, außerdem eine Kurzbeschreibung: "Grevinghof zu Westerbönen, ehemals mit Wassergraben befestigt, 1486 den höchsten Betrag von 6 Gulden steuernd (Schatzbuch S. 36), hatte 1683 nur eine wüste Hausstätte, 1713 kein Gebäude mehr, Ende des 18. Jhs. wieder bewohnt." Dass die Hausstätte 1683 wüst gelegen hat, dürfte zutreffend sein, da in diesem Zeitraum kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und dem französischen König Ludwig XIV. stattgefunden haben, die sich in diesem Gebiet abspielten. Hier brandschatzten besonders die Truppen des Fürstbischofs von Münster, der mit dem Sonnenkönig verbündet war. Dabei mag auch der Grevinghof verwüstet worden sein. Allerdings trifft die Angabe nicht zu, dass der Grevinghof erst Ende des 18. Jhs. wieder bewohnt gewesen sei. Denn im Kataster der preußischen Regierung aus dem Jahr 1705 werden die Steuerlasten für den Grevinghof aufgelistet.[3] Auch das heute noch stehende Haupthaus wurde lt. Inschrift auf dem Wulfbalken bereits 1742 von Othmer Johan Grevinghof und seiner Frau Clara Anna, geb. Stapel, errichtet.

Etymologie

Der Name Grevinghof leitet sich von "Greve" (Vorsteher eines ländlichen Bezirks mit richterlichen Funktionen) und "inge" (Nachkommen) ab. Die "Grevinge" besaßen also diesen Hof als Stammsitz. Das Amt des Greven war wahrscheinlich über mehrere Generationen mit dem Hof verbunden, sonst wäre nicht die Bezeichnung Greve auf das Besitztum übertragen worden.[4]

Lage

Nach der Urkarte von 1828 stellt sich der Grevinghof als eine teils von einem Bach durchflossene Gräftenanlage dar, in der zusätzlich eine Speicherinsel noch einmal durch eine eigene Gräfte umgeben war. Der Verlauf der Gräfte kann im Gelände heute noch nachvollzogen werden. Die gesamte Hoflage ist als Bodendenkmal geschützt, da hier ein weitgehend unüberbauter Lehenhof des Spätmittelalters überliefert ist.

Bestand

Kern der Hofanlage ist das Niederdeutsche Hallenhaus, das als Wohn-Wirtschaftsgebäude in Vierständerbauweise dreifach verriegelt, mit Fußstreben gesichert und zudem mit einem Vorschauer versehen, 1742 errichtet worden ist. Ende des 19. Jahrhunderts reichte der Wirtschaftsteil nicht mehr aus, so dass an das östliche und westliche Seitenschiff Ställe, teils in Backstein, teils in Fachwerk errichtet, angebaut wurden. Östlich gegenüber dem Wohnteil steht ein Fachwerkspeicher aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, der ehemals als Backhaus genutzt wurde. Um 1914 wurde dann noch eine großräumige Scheune errichtet, die eine ältere ersetzte. Die Anbauten sind so angeordnet, dass eine eindrucksvolle u-förmige Anlage entstanden ist. Diese ist als Zeugin des landwirtschaftlichen Wandels von der vor- zur industriellen Epoche als Baudenkmal geschützt.

Einzelnachweise

  1. Margret Westerburg-Frisch, Die ältesten Lehnbücher der Grafen von der Mark (1392 u. 1393), Münster 1967, S. 8 u. 117.
  2. ebd,. S. 80.
  3. Willy Timm, Kataster der kontribuablen Güter in der Grafschaft Mark 1705, Münster 1980. Nr. 541.
  4. vgl. Paul Grävinghoff, Die Bedeutung des Familiennamens Grävinghoff, in: Zeitschrift der genealogisch-heraldischen Gesellschaft Roland zu Dortmund e.V., Jahrgang 16 (1982), Bd. 5, Heft 9.

Kategorien: Grafschaft Mark | Baudenkmal in Bönen | Bodendenkmal in Nordrhein-Westfalen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Grevinghof (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.